Urlaubstagebuch Wales bis Schottland vom 13.08.06-24.08.06


Sonntag, 13.08.06
Anreisetag
129 Meilen, 0 Feuer

Mit 30 Minuten Verspätung starteten wir mit Easyjet von Köln nach Nottingham East Midlands. Wir (oder besser ich) waren froh, mit unserem Mördergepäck durch die Sicherheitskontrollen gekommen zu sein. Ein paar Tage zuvor hatten die Briten einen Terroranschlag vereitelt. Danach wurden die Kontrollen total verschärft.
 Unser Mietwagen für diesen Urlaub. Ein Vauxhaull Astra. Alex hatte es geschafft sich im Flieger am Notausgang zu platzieren. Da hat man mehr Beinfreiheit. Einziger Wermutstropfen: Ein sehr stark nach Schweiß stinkender Deutsch-Pole saß in der Reihe vor uns. Der Gestank hat richtig in der Nase gebrannt. Dagegen war die Horde Briten, die aus der Thekenunterwelt Kölns zurückkamen noch richtig angenehm. Es ist sowieso angenehm mit Briten zu reisen; die drängeln nicht so. Kein Vergleich mit dem Flug nach Rom vor 3 Monaten.
In East Midlands gelandet, hatten wir etwas Probleme mit dem Mietwagen. Zuerst musste Alex zurück weil ein Kratzer am Wagen war, der nicht eingetragen war. Dann stellten wir fest, dass der Zigarettenanzünder nicht ging. Da wir extrem abhängig von der Stromversorgung sind (Navi und Kühlschrank) musste ein anderes Auto her. Alex marschierte also im Nieselregen wieder zurück.
Im neuen Astra funktionierte alles und wir machten uns zur Küste auf. Wir kamen erst um 19:00 Ortszeit los. Deshalb war Feuern für heute abgeblasen. Wir fuhren direkt in unser vorgebuchtes Travelogde Hotel (Ankunft: 21:00). Das Hotel lag zwar direkt an der A 40 in Höhe Monmouth, aber der Lärm hielt sich in Grenzen. Vorgebucht kostete es nur 25 Pfund. Mit dem Essen hatten wir Pech. Das Lokal Little Chief machte um 21:30 zu und beim Burger King nebenan gab es nur noch Restburger. Diese aßen wir auf einer Bank vor dem Hotel und fielen anschließend kaputt vom nichts tun ins Bett.



Montag, 14.08.06
Lydney bis Cardiff
123 Meilen, 44 Feuer

Um 7:30 waren wir unterwegs zum 1. Feuer. Der Himmel war noch etwas bedeckt. Wir fuhren an den Ausläufern des Dean Forrest vorbei, eine landschaftlich schöne Gegend. Als wir um 8:30 in Lydney ankamen riss der Himmel auf und die Sonne kam raus. Es waren angenehme 17,5°. Das Feuer lag an einer Schleuse. Hier kam ein kleiner Fluss in den Severn. Drum herum war eine schöne Parkanlage, die zum Bummeln einlud.
Das 2. Feuer gestaltete sich schwieriger. Die Ober- und Unterfeuer von Inward Rock lagen direkt am Servern. Aber es gab keinen Weg dahin. Wir befuhren sogar Reitwege und scheuchten die armen Zossen auf. Nach einer längeren Wanderung hatte Alex die Feuer dann doch im Kasten.
Beim nächsten Feuer dann wieder neue Schwierigkeiten. Das Oberfeuer stand direkt hinter einem bewachten Kasernentor. Mit List und Tücke haben wir das Feuer aber bekommen. Dann war die Servern-Brücke dran. Alex packte das Fahrrad aus und feuerte sich am Severn entlang. Dort gab es nur noch den Wanderpfad und keine Straße. Ich wartete bei 20° unter der Severn-Bridge und schaute nach England rüber. Nächster Halt war Mathern, ein Dorf mit alter Kirche und schönem Friedhof. Nach Black Rock und 2. Severn-Bridge ging es weiter Richtung Newport. Unterwegs fanden wir ein KFC. Wir lernten die Firmenpolitik der Hühnerkette kennen: eine Dame arbeitet und die anderen stehen dumm rum, derweil die Schlange immer länger wird. Normalerweise wären wir gegangen aber wir brauchten Kaffeeeeeeee!
 Die Transporter Bridge in Newpor, eine Schwebefähre über den Usk Das nächste Feuer in einem Sumpfgebiet (Naturschutzgebiet Newport Wetlands) kriegte Alex per Rad. In Newport fanden wir einen Aldi und deckten uns mit Lebensmitteln ein. Das Feuern in Newport gestaltete sich schwierig. Überall Firmentore. Alex versuchte sein Glück wieder mit oranger Warnweste. Die Stadt Newport ist wenig attraktiv. Man versucht zwar, mit Blumen, moderner Kunst und einer gigantischen Fußgängerbrücke die Stadt zu verschönern, aber man hätte das Geld lieber in die Renovierung der leer stehenden Häuser aus der Jahrhundertwende stecken sollen.
Highlight von Newport ist die Schwebebrücke von 1906. Leider war sie zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht in Betrieb. Um 18:00 hatten wir Newport abgefeuert und fuhren weiter über Land am Severn entlang. Wir sahen ein Hinweisschild zum B&B im alten Leuchtturm vom River Usk. Die Straße dahin war eine richtig typische Leuchtfeuerstrecke mit einem Schlagloch neben dem anderen. Alex meinte, ich bräuchte zum Feuern einen Sport-BH ;-) Das Zimmer sollte 95 Pfund kosten. Also das war es uns wirklich nicht wert.
Wir fuhren nach Cardiff rein. Dort begann sofort Industrie, also keine Chance auf ein nettes B&B. Wir hatten zum Glück unsere Prospekte von den Hotelketten Premier Inn, Travelogde und Campanile mit. So fanden wir um 19:30 ein Zimmer in einem Premier Inn (Roath, Ipswich Road)(56 Pfund). Zum Essen fuhren wir in ein Wetherspoon-Restaurant. Alex hatte die Standorte aufs Navi gespielt. Das war sehr praktisch. Wetherspoon ist eine Kette, die große Räumlichkeiten kaufen (alte Postämter, Kinos etc.), diese nett und der Örtlichkeit entsprechend einrichten und überall die gleiche Speisekarte hatten. Preiswert war es auch noch, Meal for two kostete 5,50 Pfund. Mit 2 Bier dazu kam man auf 10 Pfund für 2 Personen. Das entsprach unserem Budget.



Dienstag, 15.08.06
Cardiff bis Swansea
186 Meilen, 61 Feuer

Um 7:30 waren wir unterwegs zum Port of Cardiff, der natürlich verrammelt wie eine Festung war. Wir versuchten es von Penarth aus (andere Seite der Cardiff Bay). Dort ist eine große Wehr- und Schleusenanlage mit 3 Hebebrücken, die die Cardiff Bay von dem gezeitenabhängigen Servern trennt. Penarth hat ein altes Promenadenpier von 1894. Hier ist glücklicherweise von der Hochsaison nichts zu spüren. Obwohl die hier eine tolle Strandpromenade haben. Zum Wetter: 16° und bewölkt. Es soll eine große Regenfront kommen.
 Straßenmaut Richtung Leuchtturm  Pause in Barry, Gruppenbild mit Schwan und Tina Wir feuerten den Radiomast von Wenroe, 10 km im Landesinneren und machten dort ein Picknick. Wieder zurück an der Küste in Barry kam die Sonne heraus. Aber die dunklen Wolken waren noch am Horizont. Wir kamen bisher gut voran. Um 10:00 hatten wir schon 22 Feuer. Nächster Halt war wieder im Landesinneren. Hilary Point, ein TV-Mast.
Wir fuhren über Land zum Leuchtturm am Kap von Nash Point. Die Strecke war typisch: eng und von Hecken gesäumt. Am Kap mussten wir 1,50 Pfund Parkgebühren zahlen. Dafür machten wir einen schönen Spaziergang entlang der Klippen (ohne uns runter zu werfen).
 Klippen am Nash Point, wunderschöne Natur Die Gegend wird jetzt "irischer". Bis Cardiff herrscht Wald vor, jetzt bestimmen Hecken, Felder und Weiden das Landschaftsbild. Mittlerweile sind wir an der offenen See angekommen. Kein England mehr als Gegenüber.
Porthcawl ist ein netter Ort und endlich sehen wir wieder einen "normaler" Hafen, mit hohen Gezeitenmolen.
Nun wartete der Industriehafen von Talbot auf uns. Zuerst hatten wir Probleme an die Feuer zu kommen. Dann fanden wir ein offenes Tor. Allerdings stand dort ein Schild "No cameras". Wir schossen einige Feuer aus dem Auto raus. Zuletzt kam eine große Mole. Alex radelte 20 Minuten und kam dann zurück weil - die Kamera lag noch zwischen den Autositzen..... Also wieder aufs Rad und zum 2. Mal los.
Es ging übel weiter. An den River Neath war kein rankommen. Alex musste über einen Golfplatz radeln. Es war mittlerweile schon 15:30. Da wir schon ein festes Quartier hatten, konnten wir entspannt feuern. Für Morgen haben wir ein Boot im Milford Haven gebucht. Der Mann hatte auch Quartiere, da haben wir zugeschlagen. Aber es sind noch 1 1/2 Stunden Fahrt bis dahin. Wir feuerten den Hafen von Swansea fertig und machten uns auf den Weg zum 120 km entfernten Littlehaven. Also diesen Ort können wir wirklich empfehlen. Wir hatten beim Bootsverleiher einen kleinen Bungalow für 50 Pfund gemietet. Küche und Wohnraum haben Ausblick auf die Bucht von Littlehaven. Die Küche ist voll eingerichtet, TV ist auch da. Alles etwas einfach, aber groß und gemütlich. Die tolle Terrasse konnten wir nicht nutzen, es regnete. Das Haus heißt "Heddfan", liegt sehr versteckt auf der Blockett Lane. Im strömenden Regen fuhren wir runter in den Ort und aßen im Pub "Castle" zu Abend. Der Pub war gut besucht und es schmeckte sehr lecker. Wir ließen den Abend bei einem Glas Aldi-Wein in unserem Haus ausklingen.



Mittwoch, 16.08.06
Milfordhaven bis St. Goran
212 Meilen, 121 Feuer

 St. Ann's Head am Westausgang des Milford Haven  An Bord mit Dale über den Milford Haven feuern Heute ist Milfordhaven-Tag. Um 5:30 stand ich auf, weil wir für 7:30 das Boot gemietet hatten und noch eine Anfahrtstrecke von 35 Minuten hatten. Milfordhaven ist nicht nur eine Stadt, sondern so wird der ganze Fjord genannt, der sich vom Meer weit ins Landesinnere zieht. Hier gibt es vier Ölanleger, die von Land aus bekanntlich nie zu kriegen sind. Das Boot hatten wir von zu Hause per Internet gechartert (Pembrokeshire Dive Charter, Brunel Quay). Es sah ein bisschen aus wie ein LKW. Vorne war was Führerhaus und hinten Ladefläche. Auf dieser standen wir. Zum Glück hatte es aufgehört zu regnen. Die ganze Nacht hatte es geschüttet und wir vermuteten schon das Schlimmste für die Bootstour. 108 Feuer lagen vor uns. Der Bootsführer hatte richtig Spaß mit uns an die Feuer heran zu fahren. War mal was anderes als immer die Taucher zu schippern.
Die Tour ging an der Nordseite des Fjords entlang der Ölpiers Richtung Kap. An der offenen See steht oben auf der Klippe der LT St. Anne's Head. Dale, der Bootsführer, drehte noch eine Runde auf offener See um an das Feuer Middle Channel Rock zu kommen. Das Boot schaukelte hier draußen ganz schön. Zurück ging es an der Südseite entlang, an der auch wieder Ölpiers waren. 6 Feuer waren abgebaut, 102 hatten wir bekommen. Die Gegend um den Fjord ist traumhaft. Rote Klippen wechseln sich mit kleinen Orten, Weiden oder Wäldern ab. Auf jeder Seite des Sunds steht ein altes Fort im Wasser. Wenn nur die Raffinerien nicht wären...
 Tenby ohne Wasser ist ein hübsches Städtchen Um 12:00 war unsere Tour beendet. Wir tranken noch ein Käffchen bei strahlendem Sonnenschein in der Marina und machten uns dann auf den Weg zurück Richtung Swansea. Wir mussten noch den Zwischenraum von Mumbles bis Milford feuern. Mumbles ist ein schrecklicher Touriort im Süden der Halbinsel Gower. Weiter nach Rhossili, ein netter Ort, aber mit Nepp. Unten am Strand soll das Parken 2,50 kosten, oben an der Kirche ist es frei. Die Straßen auf der Halbinsel sind sehr eng und es herrscht viel Verkehr. Zurück auf dem Festland fuhren wir nach Llanelli. Der Himmel hatte sich etwas zugezogen bei 16°. Um 16:30 hatten wir Burry abgefeuert. Am Hafen war ein großer Parkplatz, von dem aus man zusehen konnte wie das Wasser kam und ging. Man, wir nicht..., wir mussten nach Saundersfoot, wieder ein totaler Touriort. Dafür hatte er aber einen schönen Hafen mit hohen Molen. Wir waren bei Ebbe da, sah' trostlos aus. Tenby, ebenfalls sehr touristisch, ist steil am Hang gelegen. Der Ort ist ganz nett, wenn man sich nicht gerade durch die engen Gassen per Auto quälen muss.
 Die Leuchttonne Milford Shelf ganz nah :-) Nun ging es die Küste entlang nach St. Govan's Head. Ein schönes Ausflugsziel für Wanderer. Für uns war es nur ein Abstellplatz fürs Stativ um ein Leuchtfeuer draußen im Meer zu knipsen. Mittlerweile hatten wir 19:00. Wir fuhren zu unserer vorgebuchten Unterkunft Ferry Inn (Tel: 01646 600270) am Milfordhaven (Hazelbeach, Llanstadwell, Neyland). Das Zimmer war ´ne Wolke (55 Pfund). Zwar einfach eingerichtet und ohne TV, dafür war die Aussicht ein Traum. Wir hatten das Eckzimmer, schauten in zwei Richtungen über den Fjord und sahen 11 Leuchtfeuer.
Nach unserem obligatorischen Kaffee fuhren wir nach Pembroke. Dort hatten wir auf dem Hinweg direkt neben der Burg ein chinesisches Lokal gesehen. Das Lokal ist nicht empfehlenswert. Uns war hinterher schlecht, trotz Verdauungsspaziergang um die Burg aus dem 11. Jahrhundert. Unsere Leuchtfeuer gaben wir im Wintergarten des Ferry Inn in den Laptop ein. War eine Menge Arbeit bei so vielen Feuern. Um 23:00 zu "Last Order" lagen wir kaputt in unseren Betten.



Donnerstag, 17.08.06
Skokholm Island bis Pwllheli
232 Meilen, 31 Feuer

 Der Blick aus dem Ferry Inn in Hanzelbeach - Urlaub Nach opulentem Frühstück fuhren wir um 9:00 Richtung Skokholm Island ab. Das war ein Leuchtturm draußen auf einer Insel. Beim Aufbruch nieselte es. Hoffentlich hält das nicht den ganzen Tag an.
Gestern Abend, auf dem Rückweg vom Chinesen ging die Öllampe des Wagens an. Dabei hatten wir erst 650 Meilen hinter uns und die Ölwanne hatten wir auch nicht geschrappt (ist in anderen Urlauben ja schon mal passiert). Diese blöde gelbe Öllampe (oder war es doch die Wasseranzeige??) hat uns über eine Stunde Feuerzeit gekostet. An der Tanke wusste keiner was für ein Öl in den Astra kommt. Das teure Telefonat mit der Autovermietung war auch nicht erquickend. Beim Vauxhall-Händler prüfte man Wasser und Öl und man riet uns, die Anzeige zu ignorieren.
 Der klassische Waliser - Strumble Head Lighthouse Nun fuhren wir im Regen nach Strumble Head. Als wir am Leuchtturm ankamen war es wieder trocken. In Fishguard hatte uns der Regen wieder eingeholt und wir machten eine Kaffeepause. Weiter ging es nach Cardigan. Die Heimat der gleichnamigen Strickjacke?? Die Regenschauer folgten uns, aber das war nicht so schlimm, denn heute ist ein Fahrtag. Die Feuer liegen meist 30 km auseinander. Die Strecke zwischen Aberaeron und Aberystwyth (Aber-istu-ith) ist sehr schön. Sie führt ohne Hecken direkt an der Küste entlang. Aberystwyth ist ein hübsches Städtchen. Am Hafen kann man tolle Felsformationen bewundern, es gibt schöne Häuser, eine Burg und eine Universität hat die Stadt auch. Kulturzentrum von Wales, sagt der Reiseführer. Der Wortanfang "Aber" bei vielen Städtenamen bedeutet Flussmündung.
Nun hatten wir eine 68 km lange Strecke über Machynlleth nach Barmouth vor uns. Landschaftlich sehr kurzweilig. Es gibt viel mehr Hügel und Wald, dafür weniger Hecken. Durch die Feuchtigkeit des Regens lagen Nebelschwaden an den Hängen. Es sah aus, als würden Wolken geboren. Ab hier ist richtig walisisches Gebiet. Vorher waren die Schilder zweisprachig, aber wir hatten keinen Menschen walisisch reden gehört. Hier nun gab es oft Schilder, die nur in walisisch waren.
 Die Landschaft um den Dyfi Forrest ist eine wahre Augenweide Wir kamen durch den Dyfi-Forrest und machten einen Stopp oberhalb des Sees Tal-y-Llyn. Die Gegend war zum Heulen schön (was ich dann auch tat). Aber keine Zeit für Sentimentalitäten; weiter nach Barmouth. Hier gab es eine befeuerte Eisenbahnbrücke über die Bar-Mündung, direkt am Meer. Eigentlich müsste Barmouth auf Walisisch Aberbar heißen. Stand aber nirgends. Der Himmel riss mittlerweile auf und um 17:15 hatten wir 16°
Nach längerer Fahrtstrecke kamen wir nach Pwllheli (heißt Salzwassertümpel). Wir fanden das im Reiseführer beschriebene Guesthouse "Bay View". Toilette auf dem Gang, kein Bay View und eng (45 Pfund), aber es war schon 20:00 und in diesem Kaff schien es nichts anderes zu geben. Der Besitzer kam aus Hamburg und empfahl uns ein Pub mit Barmeal. Wir mussten uns beeilen weil um 21:00 "Quiz" im Pub angesagt war und dann kein Essen mehr serviert wurde. Später fuhren wir noch mal zum Hafen um ein umgestelltes Feuer zu checken (das sollen die sein lassen, die Waliser! Das bringt uns durcheinander). Dabei hatten wir nebenbei noch eine tolle Aussicht auf den Mount Snowdonia, den höchsten Berg von Wales. Der restliche Abend war laut. Im Nebenzimmer waren zwei Kinder, deren schönster Zeitvertreib Türen knallen war. Die LKWs fuhren auch direkt an unserem Fenster vorbei, aber wenn man müde ist, macht das alles nichts.



Freitag, 18.08.06
Tudwal Island bis Amlwch
148 Meilen, 54 Feuer

Nach englischem Frühstück kamen wir erst um 8:45 los. Der deutsche Vermieter war sehr redselig. Erstes Ziel war ein Leuchtturm draußen auf der Insel Tudwal. Das Navi Else führte uns über den direktesten Weg, was in diesem Fall über einen Golfplatz war. Wir durchquerten die Halbinsel Lleyn Peninsula und fuhren nach Porth-Dinllaen. Danach ging es nördlich die Küste hoch bis zur Menai-Street, einer Meerenge, die die Insel Angelsey (Mon) vom Festland trennt. Von hier hatte man einen guten Ausblick auf das Snowdonia-Bergmassiv (immerhin 1080m hoch). Wir kamen auf der Weiterfahrt durch Caernarfon, ein Ort mit einer ganz tollen Burg und Festungsanlage. Wetter: Sonne/Wolkenmix bei 18°. Die Briten haben zum Wetter eh eine andere Einstellung als wir. Sobald es über 15° ist machen sie den Oberkörper nackig oder baden im Meer. In Holyhead, auf der Insel Angelsey hatten wir Glück. Der große Wellenbrecher war befahrbar. Von dort schossen wir schon mal die Industriefeuer, weil wir da bekanntlich nicht näher rankamen. Nun zum Hafenmeister. Alex hatte vor Reiseantritt sämtliche Häfen angeschrieben und formell um Einlass gebeten. Holyhead hat geantwortet und uns einen Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, der alle Feuer mit uns abfährt. Mich parkte man irgendwo im Hafen und Alex fuhr mit dem Harbourmaster-Mitarbeiter über einen Stunde lang rum. Alle Feuer, sogar die Industriefeuer hat er schön von Nahem fotografiert. Ein Superservice von Holyhead. Vielen Dank.  Caernafon mit Burg Nächster Stopp: das Atomkraftwerk von Wylfa. Der nette Wachmann am Tor konnte uns zwar nicht reinlassen, erklärte uns aber den Weg zum Strand, von wo man das Feuer sehen konnte. Leider regnete es wieder und Alex musste im Nassen wandern. Mittlerweile war es 18:45, aber wir hatten schon 51 Feuer. In Amlwch (Amloch gesprochen) feuerten wir den Hafen. Der gefiel mir sehr gut. Er war klein, hatte ein natürliches Becken und die Molenwände waren aus Schiefer und Steinen gemacht. Nun suchten wir ein Quartier. Das im Reiseführer beschriebene B&B war voll. Wir hatten an der Straße das Hotel "Dinorben Arms" gesehen. Alex wollte erst gar nicht fragen weil es teuer aussah. Wir bekamen ein Zimmer mit Frühstück für 45 Pfund. Allerdings sollte heute Abend Disco im Hotel sein. Man versicherte uns, im Zimmer nichts davon zu hören. Na ja, mal sehen...
Unterwegs hatten wir eine Takeaway-Pizza gesehen. Wir hofften, den Weg dahin wieder zu finden. Als wir aus dem Hotel raus kamen stellten wir fest, dass die Pizzeria direkt hinter unserem Hotel lag. Wir holten Pizza und fuhren zum Hafen. Mit Wein, schöner Aussicht und guter Musik im Radio machten wir unser Picknick.
Die Leuchtfeuer wollten wir im Hotelpub eingeben. Dort erfuhren wir, dass nicht nur Disco, sondern auch Karaokeabend war. Einige ältere Herren tranken sich ein wenig Mut an und sangen, vorzugsweise alte Elvissongs. Und sie sangen richtig gut. Es war ein toller Abend. Um Mitternacht gingen wir aufs Zimmer und - siehe da, man hörte von der Disco wirklich nichts.



Samstag, 19.08.06
Pt. Lynas bis Chester
170 Meilen, 42 Feuer

Um 8:00 gab's English Breakfast und um 9:30 waren wir am Leuchtturm von Point Lynas. Danach war der Leuchtturm von Blackpoint dran. Achtung: dort gibt es wieder Parknepp! 2,50 Toll-Gebühr von Privatleuten. In strömendem Regen feuerten wir Angelsey ab und fuhren über die Menai Street zurück zum Festland. In Conwy hat der Regen zum Glück nachgelassen. Die Küste bis zur walisisch/englischen Grenze (River Dee) ist schwer touristisch. Entweder man sieht ein Hotel neben dem anderen oder ein Caravanpark reiht sich an den nächsten. Dazwischen das typisch englische Amusement-Angebot. Horror! Es folgte noch ein Windpark und dann verließen wir das Meer um den River Dee raufzufeuern. Hier waren Gegend und Feuer nicht so toll. Arbeiterviertel und Feuer in Sumpfgebieten machten uns das Leben schwer. Wir mussten wieder auf Autobahnbrücken halten um überhaupt ein paar Feuer zu bekommen. Als wir in Chester ankamen wollten wir Feierabend machen. Leider war kein Zimmer mehr im Premier Travel Inn frei. Es war halt Wochenende. Man verwies uns nach Norwich, dort sollte es noch Zimmer geben. Dort angekommen, stellten wir fest dass es doch keine freien Zimmer mehr gab. Wir waren sauer weil wir umsonst 25 Meilen in die Gegenrichtung gefahren waren.
 In Llandudno sieht man schön die Gesteinsformationen Im Hotel wurde Alex von einem Mann angequatscht. Er hätte eine Unterkunft für Alex. Ich wartete ja draußen am Auto und bekam von dieser Unterredung nichts mit. Der Mann sprach auch mich draußen an. Er hätte eine traumhafte Unterkunft für uns für 60 €. Wir handelten ihn auf 55 € runter und folgten seinem schwarzen BMW ohne Nummernschild (!). Die Fahrt kam uns ziemlich lang vor und irgendwie war uns doch mulmig. Als wir dann durch die "Dark Lane" fuhren, überlegten wir zu verschwinden. Doch der BMW bog rechts ab und wir waren auf einer ellenlangen Zufahrt zu einem tollen Herrenhaus (Historic Aston Park House, Aston-by-Budworth, Northwich, Cheshire). Durch die unaufgeräumte Küche kamen wir in den großen Hausflur mit imposantem Treppenhaus. Oben in der ersten Etage waren 4 große Schlafzimmer, teilweise mit eigenem Bad. Wir bekamen ein Zimmer nach vorne mit Blick auf die Auffahrt.
Tim (Tel: 0777 999 1195), unser Hausbesitzer erzählte mir später beim Kaffee kochen in der Küche, dass er beim Geheimdienst ;-) arbeitet. Deshalb hätte er auch kein Nummernschild am Wagen. (ja, ja…) Er hatte rote Nummernschilder im BMW liegen, weil er noch drei andere Karren in der Garage hatte und diese wohl illegal immer mit dem roten Nummernschild fuhr.
 Unser Herrenhaus in Budworth - ein bisschen wie Bates' Motel Tim zeigte mir das halbe Haus und die Geheimtreppe, über die im vorletzten Jahrhundert die Bediensteten huschten. Schließlich durfte der "Pöbel" nicht auf die Haupttreppe.
Wir fuhren zu einem Pub, das Tim uns empfohlen hatte, doch die Speisekarte befriedigte uns nicht. Also auf zum nächsten Wetherspoon. Wir wunderten uns über die Security-Mitarbeiter vor der Tür. Doch als wir drinnen waren, schwante es uns: Saturday night fever! Hunderte von Menschen bevölkerten den großen Laden. Der Geräuschpegel hatte schon Starfighter-Ausmaße, die Luft war alkoholgeschwängert, die Mädels leicht bekleidet und die Jungs schon schwer betrunken. Zwischendrin Damen über 40 auf der Jagd nach Frischfleisch. So war also ein Samstagabend in Norwich bei Manchester! Wir fanden einen Tisch und aßen unser Meal for two.
Zurück im Bates Motel, so nannten wir Tim's Manor, möchte keiner duschen gehen. Psycho ließ grüßen. Von Tim war nichts zu sehen. Wir verkrümelten uns mit einer Flasche Wein ins Bett und hofften, lebend wieder zu erwachen. Nach 23:00 kam Besuch. Ein Lieferwagen fuhr vor und eine junge Frau im weißen Kleid stieg aus. Hatte Tim die Zimmermiete direkt in ein Callgirl umgesetzt??



Sonntag, 20.08.06
Von Manchester nach Speke
216 Meilen, 67 Feuer

 Der alte Leuchtturm von Newbrighton  Der Liverpooler Flughafen zu Ehren John Lennon so getauft mit dem Spruch 'Above us only sky' Ich war erstaunt, dass uns über Nacht kein durchgeknallter Tim umgebracht hatte. Ohne Waschen und Sitzung (Klospülung gleich null) verließen wir Tims Motel. Er hatte uns allerdings eingesperrt, falls wir ohne zu zahlen türmen sollten. Auf nach Manchester. Das 1. Feuer war in der Nähe des Stadions. Zum Glück war Sonntag und kein Verkehr. Die Feuer am Manchester Ship Channel (kurz MSC) lagen teilweise 30 km auseinander und waren meist nicht gut zu kriegen. In Ince am MSC war für Alex wieder das Wandern angesagt. Zum Glück war es trocken bei 16°. In Eastham, hier mündet der MSC in den River Mersey, war ein geschlossenes Firmengebiet. Alex schoss die Bilder durch den Zaun. Nun feuerten wir uns am südlichen Ufer des Mersey entlang Richtung offenes Meer. Die ganze Zeit hatten wir einen schönen Ausblick auf die Riverside of Liverpool. Wir fuhren durch einen Tunnel auf die Liverpooler Seite des Mersey und feuerten uns ins Landesinnere. Wir hatten telefonisch ein Zimmer im Campanile-Hotel reserviert. Entspanntes Feuern wenn man weiß, dass man nicht wieder in Bates Motel übernachten muss.
Der Mersey bei Ebbe ist interessant. Viele Einkaufswagen und Fahrräder sind zu sehen. In Garston hatten wir ein paar Industriefeuer. Danach nur noch zum Flughafen um das Luftfahrt-Feuer zu knipsen und dann Feierabend. Doch so einfach war das nicht. Am John-Lennon-Airport haben wir das Luftfahrtfeuer nicht gefunden. Erst um 21:00 waren wir im Hotel. Ohne Duschen fuhren wir sofort zum nächsten Wetherspoon nach Widness. Wir bestellten wieder was aus der Sparte Meal for two für 5,50 Pfund. Die Kellnerin hatte Alex Cola nicht gebongt, also zahlten wir nur 7,50. Das Campanile-Zimmer in Runcorn (Lowlands Road) kostete auch nur 40 Pfund. Also ein billiger Tag!



Montag, den 21.08.06
River Ribble bis Morecombe
126 Meilen, 51 Feuer

Um 8:45 starteten wir zum 70 km entfernten Preston. Zuerst quälten wir uns durch den morgendlichen Berufsverkehr. Dann ging noch ein schrecklicher Wolkenbruch nieder. Zum Glück hörte der Regen auf, als Alex den River Ribble per Rad feuerte und ich in einem Industriegebiet geparkt wurde. Alle Feuer am Fluss waren schlecht zu kriegen. Am Flugfeld war auch ein Feuer. Von dieser Base aus schossen die Militärflieger über uns hinweg und landeten mit Bremsfallschirmen. Je näher wir am Fluss entlang zur Küste kamen, desto bewohnter wurde es. In Lytham gab es eine schöne Promenade.
 Blackpool - ein einziger Amusement Park - wer's braucht?! Nach dem beschaulichem Lytham kam er Kulturschock: Blackpool, das Brighton des Nordens! Ein Horror-Touri-Ort mit Amusements, Achterbahn, Bungee-Anlagen, Fressbuden und Spielhöllen. Hier Urlaub machen? Nein, danke! Das einmalige Durchfahren hat mir schon gereicht. Der arme Alex musste auf den Nordpier zum Feuer. Zum Glück war dort kein Amusement-Park drauf, sondern ein Theater. Die Sonne schien, da war der Fußmarsch zu ertragen.
 Seltsame Verbote, seltsame Bräuche Fleetwood, unser nächstes Ziel war wieder ruhiger. Hier fahren die Fähren zur Isle of Man ab. Da das Meer vor Fleetwood sehr versandet ist, stehen hier 16 Feuer rum.
Bei strahlendem Sonnenschein feuerten wir den River Lune, der von der Küste bis Lancaster befeuert war. Im Hafen von Gasson kamen zwei Arbeiter ans Auto und wollten uns eigentlich vertreiben. Alex ist mit Seekarten und Leuchtfeuerverzeichnis ausgestiegen und hat die Jungs in die Arbeit mit einbezogen. Nach dem Fährhafen von Heysham fingen wir mit der Quartiersuche an. In Morecombe reihten sich kleine Hotels aneinander. An einem stand ein Schild: Zimmer ab 19,90 Pfund (Chill, 229 Marine Road). Erst waren wir stutzig, aber wir fragten doch, weil es nämlich reguläre Parkplätze vor der Tür gab und die sind selten. Zimmer nach hinten raus 30 Pfund, nach vorne zum Meer und zur Straße 40 Pfund. Wir nahmen das mit Meerblick. Das Zimmer war sehr groß, mit schönem Bad, TV und Fensterbankplatz zur Bucht. Wir stellten fest, dass das nächste Wetherspoon nur 200m entfernt war. Also gingen wir zu Fuß dorthin. Nach dem Essen machten wir einen Spaziergang an der Bucht entlang. Wir fanden ein Denkmal zu Ehren des Comidian Eric Morecombe, der sich nach seiner Heimatstadt benannt hatte.



Dienstag, 22.08.06
Cartmel bis Silloth
232 Meilen, 63 Feuer

Die Sonne lachte schon um 7:00 Uhr. Da fiel das Aufstehen leicht, obwohl wir wussten, dass das erste Feuer über 50 km entfernt war. Wir mussten nämlich die ganze Bucht einschließlich der einfließenden Flüsse umfahren weil es keine Brücken gab.
Das erste Feuer in Cartmel war abgebaut, also weiter zum nächsten nach Barrow-in-Furness. Der Weg dahin führte am Rand des Lake District vorbei. Man konnte von der flachen Küste aus nur ahnen wie schön es in den Hügeln sein muss. Aber da Leuchtfeuer bekanntlich nur am Meer stehen bleibt uns die Schönheit der Berge für immer verborgen. Wir müssen uns mit der cornwall-artigen Küstenlandschaft zufrieden geben.
 Piel Island wünscherschön gelegen und mit Burgruine Barrow ist zwar industriell geprägt, liegt aber in einer schönen Watt-Wiesen-Landschaft. Im Watt liegt Piel Island, auf der eine Burgruine aus dem 10. Jahrhundert steht. Die Insel Walney ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Sie ragt weit ins Meer hinaus und bildet einen Schutz für die große Wattbucht. Am Ende von Walney ist ein Naturschutzgebiet, in das man nur zu Fuß für 2 Pfund Eintritt kommt. Alex überredete die Naturschutztante dazu, mit dem Rad ans Ende der Insel zu fahren. So hatten wir nach schlechtem Feuerstart mittags doch alle 33 Feuer der Bucht.
Weiter ging es um die nächste Bucht herum nach Millom. Unterwegs stärkten wir uns bei McDoof und beobachteten eine dicke Möwe, die vor der Tür stand, und alles im Blick hatte. Der Leuchtturm von Millom liegt in einem Sandgebiet, was aber über einen Schotterweg erreichbar ist. Man hatte den LT restauriert (kleiner Metallturm, nichts Dolles) und ein kleines Feuer drauf gesetzt.
Auf dem Weg nach Ravenglas hatten wir wieder einen schönen Ausblick auf die Hügel des Lake District. Ein wunderschönes Farbenspiel wurde unseren Augen geboten. In Ravenglas sollte das Feuer in einem militärischen Schießgebiet liegen. Die Flagge zeigte an, dass in der Tat scharf geschossen wurde. Wir mussten umkehren. Doch oben von der Straße aus, bekamen wir das Feuer doch. Ravenglas ist ein hübscher Ort, direkt am Wattenmeer.
Nun fuhren wir am Atomkraftwerk Sellafield vorbei und strahlten ;-))
Der Leuchtturm von St. Bee sah auf der Karte sehr schwierig zu kriegen aus, aber wir kamen direkt dran. Whitehaven ist eine graue Stadt. Hier wurde früher Bergbau betrieben. Die Kohlestollen wurden bis unter das Meer getrieben. Überall stehen Industrieruinen und Denkmäler, die an die glorreiche Zeit erinnern. In Workington hatten wir Glück. Es gab 10 Feuer, die alle in Sichtweite zueinander lagen und schnell abgefeuert waren. Da Workington wenig attraktiv war, wollten wir in Maryport ein Quartier suchen. Dann beschlossen wir ein Travelodge-Hotel in Carlisle per Telefon zu buchen (51 Pfund). Das war mit dem Sprachcomputer nicht so einfach. Aber wir hatten es geschafft ein Zimmer zu kriegen. Mal sehen auf welchen Namen ;-)
Der Computer verstand "Trabas" nicht. Die Rechnung lief auf "Mr. Garbett".
Wir feuerten weiter und schauten bei strahlendem Sonnenschein schon mal auf die andere Seite der Bucht. Dort ist Schottland und morgen wird dort gefeuert. Wir fanden das Travelogde in Carlisle (Todhills Southbound A74), . Auch ein Wetherspoon war schnell ausgemacht. Dienstag ist bei Wetherspoon Grilltag. Mein bestelltes Bier war leider ein Cidre oder Apfelsaft. Das lag an den Verständigungsschwierigkeiten. Es spielte nämlich eine Live Band Rocksongs und das sehr, sehr laut. Der Bassist stand vor einer Windmaschine und ließ seine pisseligen Haare wehen. Aber gespielt haben sie gut.



Mittwoch , 23.08.06
Von River Annan bis Troon
270 km, 47 Feuer

Es regnete! Ein fieser feiner Nieselregen. Laut Wetterbericht sollte es aber in Dumfries wieder trocken sein. Vor dem Hotel sah ich einen kleinen merkwürdigen Fellknäuel liegen. Ich tippte auf Fledermaus wegen der Ohren. Das Tier lag regungslos da. Nur das Herz schlug wie wild. Ich dachte, es wäre kurz vor dem Abnippeln. Alex schüttete ein wenig Wasser auf das Tier. Es breitete seine großen Flügel aus und flog davon. Es war doch eine Fledermaus.
 Sattes Grün und geschwungene Straßen an der Küstenstraße gegenüber Ailsa Craig Als wir 10 Minuten später in Schottland waren, hörte der Regen auf. Die ersten zwei Feuer am River Annan waren schlecht zu kriegen. Danach ging es durch flache Gegend Richtung Castle Douglas, an Dumfries vorbei zurück ans Meer zur kleinen Insel Hestan. Die Sonne lachte und Schottland zeigte sich von seiner schönsten Seite. Das Feuer haben wir zwar nicht bekommen, aber Alex machte Bilder von der schönen Küste.
Durch traumhaft schöne Gegend ging es über die Landstraße Richtung Kirkcudbright Bay. Man fuhr durch sanfte Hügel und Wiesen, die mit Steinmauern abgetrennt waren. Ab und an kam ein kleiner Wald. Der Weg an der Bay entlang ging leider nicht bis zum Cap. Alex musste für das letzte Stück das Rad nehmen. Vielleicht kam uns die Bucht von Kirkcudbright auch nur so schön vor, weil Flut war und sie eher wie ein See aussah. Bei Ebbe wirken Bays ja oft ziemlich dreckig. Auf dem Weg nach Garlieston machten wir eine Kaffeepause an der Bay, in einem hüttenartigen Gartenlokal. Ein Rotkehlchen setzte sich auf die Stuhllehne und flirtete mit uns.
 Portpatrick, idyllisch und sehenswert Wir fuhren auf die Isle of Whitehorn. Man kann gar nicht beschreiben, wie schön es dort ist. Der Ort Whitehorn am Ende des Kaps ist klein und niedlich, genau unser Geschmack, ebenso wie Port William, unser nächster Stopp. Hier in der Gegend ist die Grasnarbe sehr dünn. Überall schaut der Fels aus der Wiese. Dazu die tolle Steilküste.
Wir feuerten uns auf die ambossförmige Halbinsel Stranraer, Rims of Galloway genannt. Eine wunderschöne Gegend, besonders am Leuchtturm Black Point. Portpatrick ist auch ein empfehlenswertes Örtchen. Der Ort Stranraer selbst ist ein typischer Fährhafen. Wir feuerten die Ostseite des Loch Stranraer weiter hoch und konnten uns nicht satt sehen an Himmel und Gegend. Girvan, der nächste Hafen war eher unscheinbar. Der Leuchtturm bei Turnberry lag mitten in einem Golfplatzgebiet. Alex aktivierte das Rad und ich sammelte Brombeeren als Zwischensnack.
In Ayr, eigentlich unserem letzten Ziel für heute, wollten wir im Premier Travel Inn ein Zimmer nehmen. Doch die Zimmersuche gestaltete sich schwierig. Alle Ketten waren ausgebucht, ebenso die anderen normalen Hotels. Wir fuhren die Küste weiter und feuerten zwangsläufig die Orte ab, damit wir nicht wieder zurückfahren mussten. Nach 20:00 wurden wir am Strand von Troon endlich fündig. Das Tower Hotel (23 Beach Road, Barassie, Troon) sah nobel aus. Alex wollte gar nicht nach einem Zimmer fragen. Doch die Butze kostete nur 50 Pfund und war ein "Traum in Lila". Das Zimmer lag zwar nach hinten raus, war aber sehr ruhig und mit Frühstück. Wir machten und sofort auf den Weg zurück ins 18 km entfernte Ayr weil dort das nächste Wetherspoon war. Es hieß "West Kirk" und war wirklich eine entweihte Kirche. Auf der Altarempore waren eine Kanzel und Sitzplätze. Die Bänke waren raus genommen, aber die Fenster, Säulen und der Rundgang eine Etage höher verstärkten das Kirchen-Flair. Es hat schon etwas komisches, in der Kirche ein Bier zu trinken.
In den Wetherspoons ist immer irgendwo ein Tisch mit Tüten Majo, Senf, Ketchup etc. Alex hatte einen Burger bestellt und machte sich auf Saucensuche. Nach ewigen Zeiten kam er mit den Worten zurück: "Majo war am Altar aus! Ich musste zum Taufbecken!!" Ich habe noch nach Wochen über diesen Spruch gelacht.



Donnerstag, 24.08.06
Irvine bis Glasgow
110 Meilen, 58 Feuer

 Das ist Glasgow am River Clyde, sieht nicht nach Großstadt aus, ist aber so Heute war unser letzter Urlaubstag. Nach gutem Hotelfrühstück fuhren wir nach Irvine. Das Oberfeuer hier war an einer aufwendig gestalteten Fußgängerbrücke, die in der Mitte offen war. Als hätte man das Mittelstück raus genommen. Auf der anderen Seite war ein Investor-Center (The big Idea). Keine Ahnung, ob man die Brücke irgendwie zusammen schieben konnte um rüber zu kommen.
Um an die Feuer auf den Inseln Little und Great Cumbrae zu gelangen fuhren wir auf den Parkplatz der nuklearen Power Station. Mal sehen wie schnell wir verhaftet werden! Nach 10 Minuten kamen zwei Wachmänner. Wir konnten sie davon überzeugen, dass wir gar nicht wussten, dass da ein Atomkraftwerk hinter uns war und wir doch nur harmlose Touris sind, die eine Insel als Urlaubsfoto knipsen wollen.
Ein paar Kilometer weiter kam wieder eine befeuerte Powerstation, aber nicht nuklear. Wir machten direkt daneben auf einem Picknickplatz ein Mittagspäuschen. Kurze Zeit später feuerten wir uns in den Firth of Clide, an dessen Ende Glasgow liegt. Hier gibt es jeden Kilometer ein Feuer. Die meisten waren gut zu kriegen. Der Kopf schrie nach Kaffee. Wir tranken einen draußen bei McDoof in der Sonne und spielten Urlaub. Überall am Firth of Clyde gab es am Ufer schöne Parkanlagen. Man merkte gar nicht dass man vor den Toren einer Großstadt war.
Um 18:00 machten wir Feierabend und fuhren in das schon von zu Hause für 45 Pfund vorgebuchte Hotel Travelogde (Marchburn Drive, Paisley). Es lag direkt am Flughafen. Dadurch hatten wir in der Früh keinen großen Anfahrtsweg. Nun ging das große Gepacke los. Durch den vereitelten Terroranschlag durfte man Handgepäck nur noch in der Größe einer Laptoptasche mitnehmen. Nachdem wir alles verstaut hatten, machten wir uns ein letztes Mal zum Wetherspoon auf. Diesmal war das Lokal in der alten Hauptpost untergebracht und hieß "The Last Post".
Am nächsten Morgen flogen wir von Glasgow über London-Stansted zurück nach Düsseldorf.



Statistik:
* Wir sind in 12 Tagen 2150 Meilen gefahren (Spritpreis 1 Pfund pro Liter)
* Wir haben 639 Leuchtfeuer geschossen
* Durchschnittspreis für Hotelübernachtung: 46,50 Pfund
* Durchschnittspreis für ein Abendessen für 2 Personen mit Getränk 11,60 Pfund

 Wales and North-West England to Glasgow