Sonntag, 29.04.07
Von Köln über Verona bis Lido de Jesolo
223km, 0 Leuchtfeuer
Wir starteten um 12:15 von Köln nach Verona. Unsere Wagen stellte wir für 28 € im Parkhaus ab. Auf dem Flieger waren viele ältere Leute (Studienreise, Gardasee etc) und eine Schulklasse. Bei freier Platzwahl in der Germanwings kann man nur staunen wie es übergewichtige Rentner und verpeilte Lehrerinnen schaffen vor uns am Notausgang einen Platz zu ergattern.
Der Flughafen von Verona ist klein und übersichtlich. Der Mietwagenschalter war schnell gefunden (AVIS über holidautos.de). Der Weg vom Terminal zum Parkplatz ist zwar etwas holprig, aber wir haben schon schlimmeres erlebt. Um 14:30 wollten wir uns ursprünglich zum Podelta aufmachen. Das Navi (nachfolgend nur Else genannt) prognostizierte das um 16:30 dort die Ankunft wäre. Von da aus nach Lido de Jesolo? Nee, das ging alles nicht. Also haben wir Else mit neuen Daten gefüttert und sind direkt nach Jesolo (hinter Venedig) gefahren. An einer Autobahnraststätte machten wir eine Kaffeepause. Dort waren nur Slowenen, Rumänen und sonstige, Furcht einflößende Menschen mit Bussen, Transportern und Anhängern, die irgendwelche Waren verschoben. Und ob die "Damen" wirklich nur so etwas freizügig gekleidet waren, bezweifele ich auch noch.
Die Gegend, durch die wir fuhren war erstaunlich flach (kommt davon, wenn man vor dem Urlaub nicht einmal in den Reiseführer guckt!). Holland ist doch erst nächste Woche dran.
Hinter Mestre, dem Hauptort von Venedig auf dem Festland, sahen wir endlich das Meer. Na ja, auch nicht richtig, denn es war ja die Lagune.
In Jesolo angekommen brachten wir unsere Sachen ins vorgebuchte Hotel Moderno (Via A. Bafile 183) für 60,00€ und fuhren danach zum Punta Sabbioni. Von hier sollten wir morgen früh per Boot nach Venedig übersetzen. Sabbioni liegt am Ende einer schmalen Halbinsel. Hier gibt es genügend Hotels und Campingplätze. Da aber in Italien der 1. Mai auch ein Feiertag ist, waren alle Hotels ausgebucht, denn die Italiener nutzen auch ein langes Wochenende um an Meer zu fahren. Gut, dass Alex ebenfalls von zu Hause aus gebucht hatte. Wir spazierten noch etwas am Kap herum und fuhren dann heimwärts um in der hoteleigenen Eisdiele einen leckeren Kaffee zu trinken.
Nach 19:00 machten wir einen Spaziergang am Meer entlang und fanden an der Hauptstraße eine nette Pizzeria. Das Essen war sehr gut. Wir bummelten noch an den Geschäften vorbei und aßen vor unserem Hotel noch ein leckeres Eis. Die Massen von italienischen Urlaubern ließen wir an uns vorbei ziehen. Sehr interessant.
Montag, 30.04.07
Venedig bis Eraclea
91 km, 92 Leuchtfeuer!!
Heute ist Venedig-Tag! Mein persönliches Ziel: Keinen Fuß auf venezianischen Boden setzen. Vom Boot aus reichts.
Um 7:30 frühstückten wir im Hotel und machten uns dann auf den halbstündigen Weg nach Punta Sabbioni. Das Tagesticket für alle Verkehrsmittel in Vendig kostet 13€ pro Person. Der Parkplatz in Sabbioni kostet pro Tag 5€ und ist bewacht.
Wir fuhren mit der Fähre nach Lido di Venezia, von da aus mit dem Vaporetto 51 nach San Piedro. Dort sollte uns ein Wassertaxi abholen und in die Marina Vento die Venezia bringen. Für mich war der Steg noch kein Venedig, aber weil wir warten mussten, gingen wir doch die nächste Gasse ein Stück hinein. Aber ehrlich, ich bin höchstens 15 Schritte in Venedig gelaufen.
In der Marina wartete Matteo auf uns, ein glatzköpfiger junger Italiener mit Sonnenbrille. Um 10:30 ging die Fahrt los.
Matteo raffte schnell worauf es uns ankam und fuhr super an die Leuchtfeuer heran, damit Alex sie aufs Bild bekam. Ich hatte während der ganzen Fahrt einen netten Ausblick auf Matteos Hintern, denn er fuhr die ganze Zeit im Stehen. Wir feuerten erst die östliche Lagune, dann raus aufs Meer um die Einfahrt zu knipsen. Außerhalb der Lagune fuhren wir dann zum Eingang von Malamocco. Man sieht überall die Baustellen des Wehrprojekts Mose. In der Lagune hätte man gar keine Leuchtfeuer gebraucht.
Es steht alle 50 m eine Art Straßenlaterne auf beiden Seiten der Fahrrinne in der Lagune, die einen Kanal bilden. Dieser Kanal führt in den nächsten, vorbei an Raffinerien, chemischer Industrie und anderen stinkenden Schloten. Schön, dass die Kreuzfahrtschiffe auch diesen Weg nehmen. Schöner erster Eindruck von Venezia.
Dann feuerten wir den Canale della Guidecca. Er trennt den Lido von Venedig. Hier geht auch der Canale Grande ab. Die kleinen Kanäle in Venedig sind nicht befeuert. Um 14:00 hatten wir alle 83 Feuer der venezianischen Lagune abgefeuert. Den Rückweg zu unserem Auto traten wir in umgekehrter Reihenfolge der Schiffsverbindungen an. Wenn man uns fragt: "Oh, ihr wart in Lido di Venezia, was habt ihr denn da gemacht?" Antwort: "Gerannt!" Morgens schon rannten wir von Bord der Fähre um den Wasserbus zu kriegen und mittags rannten wir ebenfalls um die Fähre zu bekommen. Ich kann noch nicht mal sagen ob es Menschen, Tiere, Häuser auf Lido gibt, ich bin nur gerannt.
Zurück auf dem Festland feuerten wir Porto Vecchia und Cortellazzo ab. Hier gab es wieder meine verhassten Porto Canale.
Immer wenn ein Fluss in die Adria fließt bauen die Italiener zwei lange Mole vom Flussufer ins Meer und fertig ist der Hafen.
Ich liebe die runden Häfen, die Mole und Wellenbrecher haben. Langsam sollten wir uns ein Zimmer suchen. Immerhin hatten wir schon 90 Feuer, das reicht als Tagesdurchschnitt. Aber wie das immer so ist: wenn man ein Hotel braucht ist keins da. Wir feuerten bis Caorle, aber auch da fanden wir kein Zimmer. Wir fuhren zurück nach Eraclea und fanden dort ein nettes Hotel für 70€ (Hotel Marilu', Via della Rose 26, Eraclea Mare). Preis scheißegal, es war schon spät! Auf dem Balkon gaben wir unsere Feuer ein. Vorher gingen wir noch in einem Schnellimbiss Pizza essen (Euro Pizza, Via delle Rose 24). War sehr lecker und preiswert (15,00). Deshalb gönnten wir uns noch ein Fläschchen Wein aus dem Supermarkt. Die Lage des Hotels war ruhig, was man von den italienischen Mitbewohnern nicht sagen kann.
Dienstag, 01.05.07
Caorle bis Sistiana
216 Km, 17 LF
Heute ist Saisonbeginn und Kurzferien-Ende in Italien. Von nun an würden wir besser ein Zimmer finden, aber die nächsten zwei Nächte sind vorgebucht. Des Morgens nutze ich den Balkon zur Schönheitspflege und holte mir einen Splitter aus dem Fingern, den ich mir an Bord geholt hatte. Um 8:00 gingen wir zum leckeren und reichhaltigen Frühstück. Um 9:00 war Abfahrt und es ging durch Felder, Felder, Felder. Wir waren doch noch nicht in Holland! In Caorle war das Leuchtfeuer an einer Kirche. Dann ging es weiter nach Barseleghe. Hier musste ich geparkt werden und Alex wanderte zum Leuchtfeuer. Wir hatten schließlich kein Rad dabei. Else sagte uns, dass das Leuchtfeuer von Tagliamento in einer "nur beschränkt befahrbaren Zone" lag. Sie hatte Recht. Nur schimpfende Fußgänger die in unserer Staubwolke erstickten. Manche auch mehrmals, weil sie uns hier und da überholten. Um 13:00 waren wir bei strahlend blauem Himmel in Sabbiadoro. Der Ort liegt schon wieder in einem Marschland. Von hier ist kein Weiterkommen an der Küste entlang. Wir mussten zum Festland zurück. Wir nahmen die Autobahn Richtung Osten und waren in einer Stunde in Monfalcone. Den Rest dazwischen wollten wir morgen per Boot abfeuern. Direkt hinter Monfalcone geht die Küste südwärts. Hier ist eine Gebirgskette, die Karst genannt wird. Eine sehr schöne Gegend mit vielen Grotten, Steilküsten und Sehenswürdigkeiten. In Monfalcone fanden wir unser vorbestelltes Hotel und fuhren ganz ganz schnell ohne anzuhalten weiter. Ein trostloser Block ohne Balkons, direkt an der Hauptstraße gelegen. Na, erstmal zum Hafen und das Büro unseres Ansprechpartners für die morgige Tour finden. Die Hausnummer 36 gab es nicht! 42-ja, 40-ja, 38-ja. Dann gab es noch einen Eingang ohne Nummer. Hier hätte 36 sein sollen. Wir fragten im Restaurant, aber die kannten die Firma nicht. Aber wenigstens gab es hier Kaffee. Wir suchten noch eine Weile rum, gaben auf und feuerten das nächste Feuer in Duino. Hier merkte man den Ausläufer des Gebirges welches sich auch die ganze kroatische Küste lang zieht. Schöne steile Hänge ins Meer.
Leider nicht schön zum Leuchtfeuern. In Duino fanden wir das Hotel Al Pescatore (Duino 69). Die waren zwar im Umbau, aber alles war besser als das Hotel in Monfalcone. Außerdem gab's einen Balkon und eine Katze. Was will am mehr. Weil es erst 16:00 war, feuerten wir noch bis Sistiana. Anschließend blickten wir mit Sorge von unserem Balkon auf die Bar nebenan. Wenn die bis 2:00 nachts aufhaben, dann gute Nacht Marie! Als wir vom Essen in einer Pizzeria an der Hauptstraße (Da Ciro, Strada Statale 14) zurückkamen, war die Bar schon zu. Es herrschte Stille. Der Eingang zum Schloss, in dem Rilke einige berühmte Sachen geschrieben hat, war auch verschlossen. Nur wir, ein paar zwitschernde Vögel, Musik aus unserem Laptop und der Linienbus, der pünktlich alle halbe Stunde vorbeikam.
Mittwoch, 02.05.07
Monfalcone bis Trieste
30 Km 75 Feuer


Sturm! Um 6:00 wachte ich davon auf und war hellwach. Bei so einem Sturm sollten wir draußen auf der Adria rumschippern? Wir wollten die Entscheidung dem Kapitän überlassen. Wir fuhren in die Marina und starteten erneut die Suche nach unserem Boot-Charter (Servizio Assistenza Sinistri). Sie lag nur 30 m von der Bar (Nautec Bar, Via Cons. D'Europa 36) entfernt, wo wir gestern nachgefragt hatten! Wir frühstücken erstmal. Wenn schon Sturm ist, dann sollen die Fische auch genug Futter aus unserem Bauch bekommen ;-))
Uns erwartete eine 3-Mann-Crew. Einer steuerte das Boot, einer sollte übersetzen und einer stand rum. Und wir saßen, und zwar warm und trocken, im Führerhaus. Der Sturm war in Küstennähe nicht so schlimm. Wir feuerten die Feuer der kleinen Küstenorte vor Trieste ab. In Trieste fuhren wir in jedes Hafenbecken und bekamen alle Feuer. Ohne Boot wäre hier kein rankommen gewesen.
Anschließend fuhren wir quer über die Adria nach Porto Buso. Die Überfahrt war nicht wackelig, eher einschläfernd monoton.
Der Sohn des Kapitäns machte leckere Salami-Käse-Brötchen. Diese, das Frühstück und auch der Wein blieb in unseren Mägen.
Kein "Fische füttern" auf der Überfahrt. In der Meereseinfahrt nach Grado standen lustige Verkehrsschilder. Sie wiesen den Weg durch Kanäle nach Venedig oder Trieste. Auf den weit draußen stehenden Einfahrtsfeuern leben viele Kormorane.
Die ganze, über 8 Stunden dauernde Fahrt war sehr kurzweilig. An Wetter wurde uns auch alles geboten, von Sonne und Regen über Sturm und Flaute.
Zurück in der Marina tranken wir Kaffee und warteten auf unsere Rechnung. Anschließend suchten und fanden wir einen Supermarkt. Dann ging es zurück zum Hotel Al Pescatore (Tel: 040.208188). Wir hatten das Zimmer eine 2. Nacht gebucht (70 EUR pro Nacht) Und wenn man schon zweimal das gleiche Zimmer hat, kann man auch zweimal in der gleichen Pizzeria essen. Wir saßen diesmal drinnen und folgten gebannt dem italienischen Günther Jauch mit "Wer wird Millionär".
Auf unserem Balkon angekommen, fing es an zu regnen. Aber wir gaben trotzdem draußen unsere 75 Feuer in den Laptop ein.
Donnerstag, 03.05.07
Chioggia bis Volano
398 km 32 Feuer
Um 8:30 starteten wir Richtung Chioggia. Das liegt an der westlichen Seite der venezianischen Lagune. Wir brauchten zwei Stunden, weil wir vor Venedig Stau hatten. Die Sonne kam raus und es waren 19,5°. Da Chioggia auch einen Lagunenstadt ist, führt ein Damm dorthin. Man kommt sich vor als wenn man zur dänischen Insel Römö fährt. Zum Glück für uns ist diese Lagunenstadt mit dem Auto befahrbar. Im Stadtteil Sottomarina ist der 3. Durchgang zur Lagune von Venedig. Hier musste Alex weit nach draußen auf die Mole laufen. Tja, hätten wir doch unser Molenrad mitnehmen sollen?
Die nächsten zwei Feuer standen an Flussmündungen. Auch hier am Beginn des Podeltas ist alles flach und "lagunig". Hier gibt es Felder, Felder, Felder. Auch Reis wird hier angebaut. Dabei ist das Podelta doch mit Schwermetallen verseucht weil die Mailänder Industrie alles ungeklärt in den Fluss leitet. Am Po di Levante (man könnte auch Ost-Po sagen) gibt es eine Insel, die mit dem Auto zu erreichen ist. Allerdings sind ca. 90% von Albarella verriegelt und verrammelt. Ferienanlage!
Man bleibt unter sich.
Wir feuerten die weiteren Po-Arme ab. Man könnte auch sagen: "Wir waren im Arsch!" Manche Feuer waren nicht zu kriegen weil sie auf vorgelagerten Inselchen lagen. Zweimal überquerten wir Po-Arme mittels Pontonbrücken. Es nieselte, aber die Fernsicht war okay. Unser letztes italienisches Feuer schoss Alex um 18:00 bei strömendem Regen in Volano. Italien verabschiedet sich nicht so schön von uns!
Im nächsten Ort Lido delle Nazioni fanden wir direkt ein Albergo (Elena, Viale Francia 47 Tel: 0533.379039). 65€ mit TV und Balkon. Im hauseigenen Restaurante wollten wir aber nicht essen. Wir fanden am Strand die Pizzeria Barbablu (Via Lungomare Italia 48). Sehr leckere Pizzen und sehr reich belegt.
Die Leuchtfeuer gaben wir im Zimmer ein. Der Regen war stärker geworden und es war draußen zu kalt.

Freitag, 04.05.07
Lido Nazioni über Verona nach Köln
538 km, keine Feuer
Heute ist Abreise nach Köln. Aber zuerst muss man mal nach Verona. 2 ½ Stunden fuhren wir durch mehr oder weniger starken Regen. In der Altstadt von Verona machten wir Kulturbanausen lediglich eine McDonald's-Pause (Corso Porta Nuova 14). Alles andere konnte uns bei Regen nicht aus dem Auto locken.
In der Flughafen-Lounge "Ristop" haben wir schon die nächsten Leuchtfeuer für Schweden raus geschrieben. Schließlich kommen die Urlaube momentan Schlag auf Schlag. In 1 ½ Tagen geht es schon nach Holland/Belgien und 3 Wochen später nach Schweden.
Am Kölner Flughafen kam der Schock. Alex hatte versehentlich die Innenbeleuchtung im Auto angelassen. Die Batterie war leer.
Aber er fand eine Werkstatt, die weiterhelfen konnte (für 20€!)
Fazit des letzten Italienurlaubs: Man hört ja immer so viel Schlechtes über Italien. Wir können diese Diebstahls-Horrorgeschichten nicht bestätigen. Uns ist in den 3 Urlauben nichts gestohlen worden. Und wie oft hat der Wagen mit Zündschlüssel im Schloss auf Molen gestanden! Die Italiener sind besser als ihr Ruf. Die Unterkünfte sind zwar nicht billig, aber gegen Niederlande/Belgien immer noch moderat. Wer gerne Pizza und Pasta isst, kann in Italien preiswert essen gehen. Der Diesel kostete ca. 1,15€. Unser Wagen verbrauchte nur 6,2 Liter, also erschwinglich.