Urlaubstagebuch Westschweden vom 02.06.07-14.06.07


Samstag, 02.06.07
Von Duisburg nach Kiel/Göteborg
492 km 8 Feuer
Unsere Stena. Suchbild: Wir hatten Deck 7 Kabine 7451  Die Leuchttonne K3 bei der Ausfahrt aus Kiel Um 10:30 starteten wir mit unserem eigenen PKW Richtung Kiel. Da noch kein Ferienbeginn war, dachten wir gut durch zu kommen, aber Pustekuchen! Schon in Münster Süd standen wir. Insgesamt hatten wir 1 1/2 Stunden Stau auf unserer Strecke. Eigentlich wollten wir noch Freunde in Norddeutschland zum Kaffee besuchen, aber daraus wurde nichts. Dafür trafen wir uns in Kiel beim Griechen. Doch auch die Freude währte nicht lange, denn schon um 18:15 mussten wir wieder los Richtung Schweden-Kai. Das Einchecken ging problemlos. Wir hatten per Internet (Info.de@stenaline.com) vorgebucht, zeigten an der Schranke nur unseren Ausdruck und schon hatten wir unseren elektronischen Kabinenschlüssel. Zuerst wurde das Schiff inspiziert. Zum Glück lang unsere Kabine weit hinten.
Man konnte schnell raus um zu Leuchtfeuern. In der Kieler Bucht gab es noch 8 Feuer, die vom Meer aus besser zu kriegen waren. Das Schiff der StenaLine war sehr komfortabel. Die Kabinen sind zweckmäßig und ausreichend, die Lokale werden von Schweden gut besucht und das Shoppingangebot ist auch in Ordnung. Mit einem Bier an der Bar feierten wir unseren 7. Hochzeitstag und ließen den Abend so ausklingen.



Sonntag, 03.06.07
Von Göteborg über Svinesund nach Havstenssund
339 km, 76 Feuer

Wenn man in einer Innenkabine erwacht muss man erst mal raus und das Wetter checken. Sonnenschein, herrlicher Himmel und tiefblaues Meer. Alex positionierte sich auf dem hinteren Deck und feuerte die Einfahrt von Göteborg. Die Seezeichen kamen Schlag auf Schlag. Ich kam mit dem Aufschreiben gar nicht mehr mit. Der Blick auf die Göteborger Einfahrt ist traumhaft. Die grauen Schären liegen in dem blauen Meer, ein Anblick der zum Heulen schön ist.
Um 9:00 legten wir an. Es dauerte sehr lange bis die Autoschlange das Hafengelände verlassen konnte. Grund: Drei Polizeiteams machten bei jedem Fahrzeug eine Alkoholkontrolle. Die Schweden wissen schon was die Mitbürger auf der Fähre so machen....
 Die Grenze zwischen Norwegen und Schweden im Stensund Nun lagen 2 Stunden Fahrt zum ersten Feuer vor uns. Wir wollten an der Grenze zu Norwegen mit dem Feuern beginnen und uns dann nach Süden durcharbeiten. Die Gegend ist traumhaft, viel Wald, sanfte Hügel, dazwischen immer wieder Felsen und viele Wiesenflächen für die Viehwirtschaft.
 Eindrücke aus dem Prospekt des Bohuslän B&B Am 1. Feuer, es heißt Svarte Jan, waren wir um 12:00 und blickten nach Norwegen. Wir wollten irgendwo einen Kaffee trinken, aber dafür mussten wir erst Geld wechseln. In einem Einkaufszentrum fanden wir einen Automaten und einen McDonald's. Hier gab es zum Happy Meal für die Kinder eine Portion Möhren oder Äpfel. Das erstaunliche: Die Kinder haben Obst und Gemüse wirklich gegessen. Es fällt auch auf, dass die Schweden nicht so dick sind wie wir Deutschen.
Weiter ging es Richtung Strömstad, ein nettes kleines Örtchen. Hier sah ich im Hafenbecken die 1. Wasserschlange meines Lebens. Was auffällt: Es gibt sehr viele Quallen hier. Nun ging es auf die Inseln Tjärno und Saltö, die nur aus Bäumen, Schären und roten Bootshäusern zu bestehen schienen. Dann führen wir auf die Insel Resö. Hier ist ein großes Naturreservat.
Wir sahen das 1. Vandrarhem (Wandererheim, preiswerte Alternative zu Hotels). Es lag sehr idyllisch direkt auf einer Schäre am Meer. Leider war es geschlossen. Schade, hier hätten wir gerne übernachtet. Deshalb fuhren wir weiter nach Havstenssund. Um 19:00 sahen wir die 2. Übernachtungsmöglichkeit, das B&B Yellow House 4 km außerhalb von Tanumshede (Olseröd 3). Man hatte ein Zimmer frei. Es war in einem roten Holzhaus, zu ebener Erde mit Terrasse und nettem Bad. Es lag in einem parkähnlichen Garten in dem eine mächtige Schäre thronte (650 Kronen). Wir hatten holländische Nachbarn, die auf der Durchreise nach Norwegen waren.
Zum Essen fuhren wir in den Ort Arendal zu einer Pizzeria. Bis 23:30 war es so hell, dass man auf der Terrasse ohne Lampe lesen konnte. Aber wir hatten besseres zu tun; der Hauskater hatte eine Maus gefangen und spielte mit ihr durch den ganzen Garten.



Montag, 04.06.07
Von Havstengrund bis Lysekil
209 km, 41 Feuer
Bereits um 5:00 war die Sonne wieder am Himmel. Aufgestanden sind wir um 7:00 und um 8:00 gab's reichhaltiges Frühstück, inklusive Matjes, Fleischbällchen, Ei, Wurst und Käse. Um 9:00 war Abfahrt aus dem Paradies. Das 1. Feuer war in Havstengrund. Die Sonne stand hoch am Himmel, doch schon beim 3. Feuer um 10:00 hatte ich die Strickjacke wieder an. Der Himmel zog sich etwas zu.
 Schären und Meer - das ist Schweden Grebbestad war unser nächstes Ziel. Ein gemütlicher kleiner Ort mit vielen vorgelagerten Schären. Hier sahen wir einen Mann, der genauso aussah wie Björn von ABBA. Wenn er es war, dann hat er einen Bandscheibenvorfall und fährt einen uralten Volvo.;-)) Von Fjällbacka (ein toller Ort, direkt an eine Felswand gebaut) fuhren wir Richtung Dingle (Irland??). In Hamburgsund nahmen wir die Fähre nach Hamburgö. Zu unserem Erstaunen war diese kostenlos. Von einer hohen Schäre aus konnten wir die Feuer auf weit draußen liegenden Schären bekommen.
 Die Raffinerie von Preem (mit dem Preembär) Ramsvik ist auch ein toller Ort. Mit den Schären und kahlen Inseln sieht es ein wenig aus wie Kroatien. Hier gab es auch nicht mehr die fiesen roten Quallen, die wir weiter nördlich überall gesehen hatten. Das Wetter hatte sich gebessert. Die Sonne schien wieder. Die Landschaft ist einfach traumhaft. Saftige grüne Wiesen und dazwischen immer wieder tolle abgerundete Schären.
Die Halbinsel Sotenäs und die Insel Smögen sind wieder etwas kahler, aber nicht minder schön. Hier gibt es viele Wohnbootshäuser, alle in Reihe und Glied am Wasser gebaut. Auch Kungshamn hat uns gefallen, obwohl es für schwedische Verhältnisse schon eine große Stadt ist. Es ist trotzdem gemütlich. Etwas außerhalb picknickten wir am Ende eines Campingplatzes auf einer Schäre. Nun zog sich der Himmel wieder etwas zu.
Vor Lysekil kam was kommen muss: Industriefeuer! Dabei ist Lysekil ein Ferienort. Er liegt auf einer Landzunge. Auf der einen Seite ist eine große Raffinerie, auf der anderen Strand und Touristen. Zum Glück fanden wir ein hohes Felsplateau und konnten von dort die meisten Einfahrtsfeuer kriegen. In Lysekil wollten wir übernachten. Wir fragten beim Vandrarhem nach (Strandflickorna, Turistgatan 13). 650 Kronen für ein 4-Bett-Zimmer mit Bad. Wir überlegten noch und suchten weiter, entschieden uns aber doch für die Herberge, denn wir hatten das Zimmer ja für uns alleine. Zum Essen fuhren wir zu einem türkischen Italiener (Delfinen, Rosviksgatan 5). In Schweden sind Kebab und Pizza immer kombiniert. Anschließend spazierten wir noch an der Promenade entlang. Direkt neben unserer Unterkunft gab es eine Art "Sea World". Die Leuchtfeuer gaben wir auf der Jugendstil-Terrasse des Hotels in den Laptop. Müde fielen wir in unsere Doppelstockbetten.



Dienstag, 05.06.07
Von Lysekil bis Stoken
150 km 43 Feuer
 Islandsberg, ist man da, ist es toll, aber der Weg schafft Einen Die Sonne versteckte sich morgens noch, aber es war warm. Um 8:30 verließen wir unser Wandererheim und um 9:00 hatten wir bereits 5 Feuer. Wir parkten an einem Sportplatz und wanderten zur Marina von Lysekil, die in einem Naturresavart liegt. Von einer hohen Schäre aus konnten wir die Feuer auf den vorgelagerten Inseln kriegen. Die Feuer sind niedlich, kleine runde Türmchen mit Hütchen. Die sehen aus wie Kindergarten-Leuchttürme. Wir behaupten: Wenn die mal groß sind, dürfen sie auf's offene Meer. Die Schären an der Lysekil-Marina sind aus rotem Granit. Daraus könnte man Millionen von Küchenarbeitsplatten machen.
Wir führen mit der Fähre (wieder kostenlos) nach Fiskebäkskil rüber und sparten so einen großen Bogen zu fahren. Die Sonne kam raus und in einem kleinen Hafen im Grundsund machten wir ein schönes Picknick. Um das Feuer von Islandsberg zu kriegen musste Alex radeln. Ich döste im Wald vor mich hin und hörte den zwitschernden Vögeln zu. Wir umrundeten die Halbinsel Bokenäs und feuerten uns Richtung Orust. Wir kamen zwar gut voran, aber beim Ober-und Unterfeuer jagen ist man immer weit ab in der Natur und sehr weit weg von Kaffeeeeeeee!!
 Der Stocken Campingplatz von oben Mit der Fähre wollten wir rüber nach Flatön. Aber beim Warten auf die Fähre fand Alex das Feuer drüben auch so. Dann kackte Else, unser Navi, ab! Zum Glück kriegte Alex sie nach einer Weile wieder ans Laufen.
Das nächste Feuer lag am Ende eines beschrankten Campingplatzes (Stocken Camping). Und was macht man um da hin zu kommen?? Genau, eine Stuga mieten (Stuga=Hütte). Unsere Stuga war für 4 Personen (wieder zwei Etagenbetten), hatte eine Küchenzeile und eine traumhafte Terrasse auf einer Schäre mit Blick auf's Wasser (Preis: 550 Kronen). Alex feuerte die Restfeuer des Campingplatz und ich bezog die Betten. Die Toiletten und Duschen des Campingplatzes waren nur 20 m entfernt und sehr sauber. Der Platz war zum Glück kaum belegt und wir konnten in Ruhe unsere Terrasse in der Sonne genießen und fütterten Spatzen mit Waffeln. Zum Abendessen führen wir nach Enös, denn unser Ort am Campingplatz, Stoken, war sehr klein und hatte keine geöffneten Restaurants.
Um 22:15 ging die Sonne langsam unter. Wir hatten Bedenken mit der Bettruhe weil ein Stück entfernt schwedische Teenager feierten, aber um Mitternacht war Ruhe. Die Nacht war warm, aber zum Glück mückenfrei.



Mittwoch, 06.06.07
Von Mollögrund bis Mellerud
320 km, 34 Feuer
 Unser Zimmer im Streichelzoo  Das ist ein typisch schwedischer Leuchtturm, wie er überall zu finden ist Morgens haben wir mal länger gepennt, die Stuga durchgewischt und sind um 9:15 bei strahlendem Wetter losgefahren. Wir feuerten weiter um Orust herum. In der Nähe von Hals, mitten im Wald trafen wir zwei Essener, die im Meer Muscheln als Angelköder suchen wollten. Boäh, da stehste in Schweden in Wald un wat triffse da? Kerls aussm Ruhrpott! Wir verließen Orust und feuerten die Autobahnbrücke E6 und einen TV-Mast bei Uddevalla. Nachdem wir bei McDonald's eine Kaffeepause gemacht hatten, wollten wir ins Landesinnere an den See Vänern. Der ist nämlich auch im Leuchtfeuerverzeichnis enthalten. Doch unser Navi Else spielte nicht mit. Tja, mit einer Landkarte mit riesigem Maßstab ist nicht gut feuern. Zum Glück hat uns Catherine per Handy den Zugangscode von Else durchgegeben und dann ging Else wieder.
Der Vänern ist größer als der Bodensee. Wir fingen bei Vänerborg an und feuerten am Nordufer hoch. Es war am See deutlich kühler als am Meer. Außerdem waren große Strecken zwischen den einzelnen Feuern zu fahren. Am gesamten Ufer ist meist ein breiter Waldstreifen. Im Hinterland ist Land- und Viehwirtschaft. Auf dem Weg zum Feuer nördlich von Mellerud fanden wir ein Hinweisschild zu einem B&B. Das örtliche Hotel von Mellerup hatte wegen einem Nationalfeiertag zu, deshalb waren wir froh dieses Hinweisschild zu sehen. Wir fanden uns auf einem Bauernhof wieder (Skötteruds Gård, Tel. 0530-41714) und bekamen ein Zimmer in einem umgebauten Stall für 580 Kronen, TV und nettes Bad inklusive. Weil es noch recht früh war, feuerten wir noch ein wenig weiter, aber die Feuer von Köpmannebro waren schwer zu kriegen. Alex musste wieder wandern. Um nach 20:00 waren wir fertig und fuhren zu einer Take-away-Pizzeria nach Mellerud. Dort konnte man draußen sitzen und Raben und Möwen mit Pizza füttern.
Zurück auf unserem Bauernhof bestaunten wir den Minizoo. Rudi das Rentier nebst Frauen und einem Baby waren da, Nasenbären, Pfaue, Emus, Lamas, Schweine und sonstiges Kleingetier. Über artgerechte Haltung reden wir mal besser nicht.



Donnerstag, 07.06.07
Amal bis Skoghall
377 km, 23 Feuer
 Mit dem eigenen Auto in Schwedens Wäldern unterwegs Um 8:00 gab's Frühstück im hofeigenen Cafe. Es war mit viel Trödel und Antiquitäten eingerichtet. Um 9:00 starteten wir zum 1. Feuer im 40 km entfernten Amal. Die Sonne schien und wir hatten strahlend blauen Himmel. In einem Waldgebiet vor Amal fanden wir einen riesigen Ameisenhaufen. Wir sahen uns diesen kurz an und schon krabbelten die Viecher bis zu den Knien hoch. Also schnell weg. Auf einem Forstwirtschaftsweg nahe Säffle haben wir auf dem Schotterweg voll aufgesetzt. Mit einem Mietwagen wäre es mir ja egal, aber mit unserem eigenen?! Es scheint aber nichts passiert zu sein. In Säffle gibt's übrigens Ampeln mit Gesichtern statt Ampelmännchen.
Irgendwie schien es nicht unser Tag zu sein. Alex hatte im Wald einen Beinahe-Zusammenstoss mit einem Reh und unser Kühlschrank gab den Geist auf. Alex hat ihn aber wieder hingekriegt.
Um 15:30 führen wir zu einem anderen See, der eine Stunde entfernt lag, um dort ein Feuer zu knipsen. Wieso gerade an diesem See eins war - keine Ahnung! Um 16:30 fuhren wir wieder zurück zum Vänern und feuerten noch Valberg und Skogall ab.
Zwischendurch fragten wir auf einem Campingplatz nach einer Stuga, aber die wollten 790 Kronen für Stuga mit WC haben. Nach drei weiteren Feuern fanden wir einen Campingplatz (Hammarö Turistcenter Tel: 054-517711) der Stugas mit WC für 700 Kronen vermietete. Die Stuga lag direkt am See.
Wir feuerten noch ein wenig weiter und ließen uns im Wald von den Mücken zerstechen. Auf dem Weg zur Stuga fanden wir eine Kebab-Pizzeria in der man draußen sitzen konnte. An unserer Stuga angekommen stellten wir fest, dass man das Leuchtfeuer "Klacken" von der Terrasse aus sehen konnte. Wir bauten für Alex ein Bett auf der ausklappbaren Couch weil die Etagenbetten für ihn wieder zu kurz waren. Die Stuga war groß. 8 Personen konnten auf Couch und Kojenbetten schlafen.



Freitag, 08.06.07
Skoghall bis Mariestad
257 km, 37 Feuer
 Ein Unterfeuer mit Picasso-Kunstwerk an der Einfahrt nach Kristinehamn Morgens war es am See traumhaft ruhig, nur die Vögel zwitscherten. Doch dann kam der Kloakengeruch einer benachbarten Fabrik rübergeweht. Schnell die Stuga gewischt und weg. Die Feuerei ging wieder schleppend voran. Nach einer Stunde erst zwei Feuer.
Bei einem Feuer im Wald hinter einem Friedhof griff uns ein Schwarm Mücken an. Schnell zurück ins Auto, aber da waren die Viecher auch. Der arme Alex wurde während des Feuerns total zerstochen.
In Karlstad gab es nur industrielle Feuer. Wir hatten etliche in einer Ölraffinerie. Dort war ein Tor auf und kein Wachmann. Also rein. Ich hatte panische Angst, dass das Tor auf dem Rückweg zu ist, aber dem war nicht so.
Von Karlstad ging es ins 40 km entfernte Kristinenhamn. Dort steht am Unterfeuer eine Picasso-Skulptur. Weiter ging es bei 28° um den See herum. Unser Auto machte Geräusche. Wir vermuteten dass durch den Aufsetzer der Auspuff beschädigt wurde und ignorierten es. Die Feuer am See waren weiterhin schlecht zu kriegen. Immer zwischen Ferienhäusern und Bäumen. In Otterbäken hatten wir ein sehr verstecktes Feuer auf dem Grundstück eines Schrotthandels. Ich hatte natürlich wieder Angst, dass wir eingesperrt werden.
Die nächsten Feuer waren in Sjötorp. Hier ist der Gotakanal. Er geht vom See Vänern in den See Viken und von da aus nach Göteborg.
An einer Tankstelle bekamen wir eine schwedische Fahne geschenkt, die man ins Autofenster klemmen kann. Grund: Die Kaffeemaschine ging nach der ersten von zwei bestellten Tassen kaputt. Alex ging leider leer aus, denn ich bin ja ein Koffein-Junkie. Dafür durfte Alex das Fähnchen am Fenster befestigen. Die Zimmersuche gestaltete sich hier schwierig.
Zwei B&Bs waren ausgeschildert aber es war keiner da. In Mariestad fragten wir am Hotel Wiktoria (kein Schreibfehler, heißt wirklich so) an und nahmen ein Zimmer für 730 Kronen (Drottninggatan 7). Aber es gab noch keinen Feierabend. Die vier Feuer im Hafen mussten noch geschossen werden. Mariestad ist eine nette Stadt mit altem Stadtkern und einem Dom. Auf dem Rückweg zum Hotel fanden wir eine Pizzeria (Luna, Kungsgatan 8) und kehrten dreckig wie wir waren ein. In Mariestad fuhren sehr viele amerikanische Straßenkreuzer rum.
Überhaupt haben die Schweden ein Faible für riesige Autos.
Unser Hotelzimmer war schön hell, nett eingerichtet mit großem Bad. Einen Raucherbalkon gab's auf dem Gang auch. Die Feuer gaben wir nicht ein, weil Alex mit dem Laptop unten am Empfang per Internet unser Navi "reparierte".



Samstag, 09.06.07
Torsö bis Uddevalla
366 km, 24 Feuer
 Oldtimer (schwimmend) trifft Oldtimer (fahrend) Ich schlief schlecht, weil meine Mückenstiche so juckten. Deshalb haben wir auch ein wenig verpennt. Um 9:00 ging's bei tollem Wetter und 25° los. Wir feuerten die Insel Torsö. Am Fähranleger nach Brommö habe ich eine Schlange zwischen den Steinen gesehen. Auf Torsö haben wir den ersten misstrauischen Schweden kennen gelernt. Bisher ließen uns alle Schweden auf ihr Grundstück, wenn wir nett fragten und erklärten dass wir nur das Leuchtfeuer fotografieren wollten. Der Misstrauische verjagte uns nicht nur unhöflich von seinem Grundstück, er verfolgte uns auch noch mit seinem Moped. Aber das Feuer kriegten wir trotzdem. Auf Torsö gibt es nur 7 Feuer und alle sind schlecht zu kriegen. Viel Wald, viele Schotterpisten. Um 12:00 hatten wir alle Feuer und fuhren nach Lidköping. Hier waren nur schöne einfache Feuer. Danach ging es auf die Halbinsel nördlich von Lidköping. Hier gibt es in Lächö ein schönes Schloss. Leider war das Feuer dahinter nicht zu kriegen. Spiken ist ein kleiner netter Fischerort mit vielen Fischrestaurants. Hier war unser letztes Feuer am See Vänern.
 Torkelröd Ranch mit Pferden Nun ging es wieder an die Küste nach Uddevalla. 3 1/2 Tage haben wir am See verbracht, von 113 Feuer 101 bekommen und über 1000 km verfahren. Um 17:15 starteten wir und waren um 19:00 in Ammenäs am nächsten Seefeuer. Hier sollte ein Ort sein, aber es war nur einen Ansammlung von Häusern ohne Übernachtungsmöglichkeit. Auf der Straßenkarte war in der Nähe ein Campingplatz verzeichnet. Auf dem Weg dahin kamen wir an einer Ranch vorbei, die Reiterferien auf dem Bauernhof (Torkelsröd 115, Uddevalla) anboten. Wir bekamen ein großes Zimmer mit Balkon für 400 Kronen. Es gab einen riesigen Gemeinschaftsraum mit TV, Küche und einem Etagenbad. Dies alles teilten wir uns mit 3 Polen, die das Wohnzimmer voll in Beschlag genommen hatten. Uns reichte unser toller Balkon. In Uddevalla gingen wir zum Chinesen essen (Tong Fong, Strömstadsvägen 7). Auf der Straße davor konnten wir einer Polizei-Razzia zusehen wie sie es auf Alkoholsünder abgesehen hatten.



Sonnntag, 10.06.07
Berga (Uddevalla) bis Tjörn
176 km, 50 Feuer
Eigentlich sollte es laut Wetterbericht ab heute kühler werden, aber davon merkte man nichts. 26° um 8:00 morgens. Heute wollten wir die Festlandsküste südlich von Uddevalla abfeuern. In Stenungsgrund gab es 10 Feuer an einer Ölraffinerie, aber die waren gut zu kriegen. Die Schweden stellen sich nicht so an mit ihren Raffinerien. Keine Bewachung an den verschlossenen Toren und ein Tor war sogar auf.
 Der Blick über Astol ist phänomenal Nach einer kurzen Einkaufsrast führen wir rüber nach Tjörn. Unbedingt am Parkplatz an der großen Brücke halten. Man hat einen tollen Ausblick auf den Sund. Bei glühender Hitze umrundeten wir die Insel. Es war Sonntag und alle Schweden die ein Boot haben, waren draußen zwischen den Schären unterwegs. Die restlichen Schweden vergnügten sich badend in den Buchten und auf den Schären. Wir hatten trotz Hitze den Ergeiz, Tjörn heute noch zu umrunden. Wir hatten nämlich in Stenungsgrund ein griechisches Lokal gesehen. Je weiter wir mit unserer Umrundung kamen, desto näher waren wir am Griechen.
Die Architektur hat sich ein wenig verändert. Im Norden waren die Holzhäuser meist rot, hier sind die meisten weiß. In Kyrkesund hatten wir die letzten Feuer der Insel. Es war 18:00 und wir hatten 50 Feuer. Feierabend! Wir versuchten auf dem Campingplatz unter der großen Brücke eine Unterkunft zu kriegen, aber es war nicht schön hier und es kam auch kein Mitarbeiter. Also weiter. Wir folgten der Beschilderung zum Wandererheim von Stenungsgrund. Hier gibt es eine Ansammlung von Hütten und ein schwarzes Haupthaus. Auch eine Holzkirche befindet sich auf dem Grundstück, ist schließlich ein christliches Wandererheim. Eine nette junge Frau führte uns zu unserer Stuga (600 Kronen) und zeigte die Anlage. Vor unserer Stuga stand eine alte Holzvilla. Diese gehört auch zum Gelände und wird umgebaut. Von der Villenterrasse aus hat man einen tollen Ausblick auf die Bucht. Auf unserer Seite der Villa klaffte ein großes Loch im Boden. Man hatte bis auf den Fels ausgebaggert und alle Versorgungsleitungen lagen frei. Interessant zu sehen, wie mit diese geologischen Unwegsamkeiten gearbeitet wird.
Wir fuhren zum Griechen [Akropolis, Tel.0303-83763] (war nicht soo toll, aber wir konnten endlich mal gescheit Essen bestellen) und machten nach dem Essen auf unserem Gelände einen schönen Verdauungsspaziergang. Am Bootssteg stellten wir fest, dass das Wasser zurückgegangen war, wie bei Ebbe. Aber wir sind hier an der Ostsee! Klimakatastrophe? Wasserspiegel um 50 cm gesunken? Oder haben die Schweden das Wasser ausgetrunken??
Wir beobachteten vom Steg aus noch ein paar Jungs, die Wasserski fuhren. War interessant.



Montag, 11.06.07
Nordön bis Göteborg
260 km, 45 Feuer
Pünktlich um 7:00 kam der Bagger und begann planlos herumzubaggern. Der Kollege fegte die freigelegte Schäre. Das sah alles ein wenig unprofessionell aus. Jetzt weiß ich auch, warum Skandinavien händeringend ausländische Handwerker sucht!
Um 8:40 waren wir wieder unterwegs. Heute war das Endziel Göteborg. Über Nordön und Inström ging es nach Marstrand.
 Der Segler Gothenburg in Göteborg Landschaftlich eine sehr schöne Gegend. Heute am Montag ist alles wieder beschaulich, keine Wochenendhetze. Wir fuhren weiter südlich nach Björlanda. Wir nahmen die kostenlose Fähre über den Nordreälvs. Gegenüber der Insel Öckerö fand Alex einen guten Platz um einige der nördlichen Einfahrtsfeuer zu schießen. Ich nahm ein Sonnenbad auf einer Schäre. Danach kam eine Raffinerie, natürlich wieder offen. Herrlich, so machen Industriefeuer Spass. Um 18:00 waren wir im Zentrum von Göteborg angekommen. Zeit, eine Unterkunft zu suchen. Wir erfuhren bei den ersten Versuchen, dass ein Kongress in der Stadt war und alle Zimmer inklusive der Städte im Umkreis von 20 km ausgebucht waren. Wir fanden in unserem Bauernhofprospekt drei Unterkünfte, die nicht so weit vom Götaälv weg lagen. Den mussten wir nämlich morgen feuern. Beim 1. Bauerhof (Uspastorp 120, Nol) stand ein Reisebus vor der Tür. Wir fragten trotzdem und bekamen ein Zimmer, nein falsch! Eine Zelle. Das Zimmer war winzig, aber egal (480 Kronen).
 Unsere Unterkunft in Nol Die Reisegruppe übernachtete zum Glück nicht auf dem Hof. Sie feierten unten im Aufenthaltsraum. Wir erkundeten den Hof. Wir waren hier 3 km von der nächsten Straße entfernt. Kein Wunder dass wir Füchse, Rehe, Hasen und jagende Katzen sahen.
Wir fuhren in den nächsten Ort Kungsälv um zu Essen, aber in diesem Ort waren um 21:00 alle Bürgersteige hochgeklappt. Durch Zufall und 20 km weiter fanden wir eine Pizzeria, unser Standardessen.
Die Reisegruppe verschwand um 23:30 und herrliche Ruhe machte sich breit.



Dienstag, 12.06.07
Götaälv bis Bua
354 km 45 Feuer
Wir erwachten mit Kreuzschmerzen, weil die Betten so weich waren. Dafür war das Frühstück sehr lecker. Es wurde in einem umgebauten Kuhstall serviert. Alles war liebevoll dekoriert. Um 8:30 machten wir uns auf zum ersten Feuer. Das war noch mal 30 km weit im Landesinneren am Götaälv, der Verbindung zwischen dem Vättern und Göteborg. Die Feuer am Kanal Götaälv waren sehr schwer zu kriegen und lagen auch weit auseinander. Vom Kanal hatten wir keine Seekarte und "Else" muckte auch laufend rum. Trotzdem waren wir um 13:00 mit dem Götaälv fertig. Es war nicht zu heiß und es ging ein angenehmer Wind. Weiter ging es zu einem Luftfahrtfeuer außerhalb von Göteborg. In der Stadt hatten wir dank des Feuerns von der Fähre aus nur noch zwei Feuer. Es war wahnsinnig viel Verkehr in Göteborg wegen dem Kongress. Am Hafen liegt übrigens ein Parkschiff, groß wie ein Haus, aber schwimmend.
 Idyllische Landschaft bei Mallö Tja, jetzt waren wir wieder in Göteborg, wo vor 10 Tagen unsere Reise begann. 200 km waren wir von hier bis zur norwegischen Grenze gefahren. Für den Rückweg über den Vänern hatten wir 2.000 km gebraucht!
Wir feuerten uns weiter Richtung Süden über Fiskebäck und Kullavik nach Lerkil. Auf der Strecke gab es lustige Verkehrsregelungen, zum Beispiel ein Autobahnkreuz mit Ampeln oder Verteilerkreise auf Schnellstraßen.
Wir waren froh um jeden Kilometer den wir uns von Göteborg entfernten. Der Kongress ging noch bis zum 13.06.07 und die Zimmersuche könnte immer noch schwierig sein. Wir versuchten unser Glück in Frillesas. In einem kleinen ausgebuchten Hotel meinte man, wir müssten wenigstens noch eine Stunde weiter fahren um ein Zimmer zu kriegen. Wir versuchten es trotzdem an einem Camping und Vandererhem einen Kilometer weiter (Frillesäs, Vallersuiks Camping). Und siehe da: Für 260 Kronen für's Zimmer erreichten wir das Preis-Rekordtief. Zwar glich das Zimmer einer Gefängniszelle, aber es gab eine Küche und einen großen Aufenthaltsraum. Es war ein richtiges Landschulheim. Außer uns wohnte nur noch ein Montagearbeiter hier. Der kam spät und ging morgens früh. Wir hatten das Haus eigentlich für uns alleine.
Weil wir erst 32 Feuer hatten und es erst 19:00 Uhr war feuerten wir noch bis Ringnæs weiter. Um 20:15 hatten wir noch 13 Stück und konnten getrost Feierabend machen. Eine Pizzeria hatten wir auch schon ausgemacht (Gabriellas Restaurang Tel. 0340-653591). Es wurde merklich kühler und ein Sturm zog auf. Wir machten noch einen Spaziergang zum Strand und ließen uns den Wind kräftig um die Nase wehen.



Mittwoch,13.06.07
Varberg bis Bastad
295 km, 52 Feuer
In der Nacht hatte es ein wenig geregnet, aber es reichte nicht um dem Staub von unserem Auto zu kriegen.
Später als sonst verließen wir unser Heim und fuhren Richtung Varberg. Wer schon verpennt, kann auch vor dem 1. Feuer einen Besuch bei McDoof einschieben. Trotzdem hatten wir um 10:00 schon 8 Feuer. Da lagen je vier Stück auf der Größe eines Fußballfeldes. Das geht dann natürlich schnell. Wir fuhren nach Grimeton. Dort waren 6 Radiomasten, die zum Weltkulturerbe gehörten. 1924 gab es hier die erste drahtlose Transatlantik-Verbindung. Natürlich sind auf den Masten auch Leuchtfeuer drauf.
Am Kurhotel von Varberg stand ein kleiner Leuchtturm. Es ist eine tolle Anlage mit Park und eigenem Strand. Eine Übernachtung kostet 1.100 Kronen!
 In Schweden Feuern an einem Richtfeuer - toll Die Schären hatten uns verlassen. Hier war nur noch das offene Meer zu sehen, mit langen Sandstränden. Für mich persönlich ist das unspektakulärer als Schären. Außerdem war die Gegend hier sehr flach.
Zwischendurch mal was zum Thema Auto fahren in Schweden: Die Schweden blinken ungern. Sie biegen immer gaanz langsam ab und überholen nicht gerne. Dafür lieben sie "Bumps", die Huckel, die zur Verkehrsberuhigung dienen. Die Postautos sind Rechtslenker weil die Briefkästen rechts an der Straße stehen. Da braucht man nicht aussteigen.
Träslörslage liegt südlich von Varberg und ist ein netter Ort mit kleinen Gassen, die zum Spazieren gehen einladen. Aber leider nicht für uns! Wir haben wieder keine Zeit und müssen weiter. Galtabäck hat einen kleinen niedlichen Hafen. Abgefeuert und weiter nach Morups Tange, dem Leuchtturm. Nächstes Ziel: der Windkraftpark von Falkenberg. Wenn man genau unter so einem riesigen Teil steht, kann einem schon mulmig werden.
Nun ging es ins Landesinnere um zwei Luftfahrtfeuer zu knipsen. Dann wieder zurück an die Küste. Um 16:00 hatten wir schon 40 Feuer und waren kurz vor Halmstad. Hier wurde es wieder etwas hügeliger. Die industriellen Feuer von Halmstad waren schnell erledigt und wir fuhren ins 35 km entfernte Bastad. Hier gab es eine hübsche Altstadt um den Hafen. Auf dem Weg nach Torekov wollten wir nach einem Zimmer Ausschau halten. Auf halbem Weg wurden wir in der Nähe von Hov auf der linken Seite fündig. Wir mieteten eine Privat-Stuga, die hinter einer Garage angebaut war. Unten gab es einen kleinen Wohnraum mit Küche und ein Bad.
Oben war das Schlafzimmer, was über eine sehr steile Treppe zu erreichen war. Alex konnte oben nur gebückt gehen. Vor der Stuga gab es eine nette Terrasse. Zum Essen fuhren wir nach Bastad zurück. Wir fanden ein Restaurant, was uns beide glücklich machte: Es gab Pizza und Fischgerichte! (Carribbean Club, Köpmansgatan 72b, Båstad)
Leider überraschte uns der Regen.



Donnerstag, 14.06.07
Toreskov bis Vikhögs
355 km, 45 Feuer
Es war kalt! Zwar regnete es nicht mehr, aber es war uselig und feucht. Um 7:50 waren wir schon auf der Pirsch. Die Strecke von Bastad nach Torekov ist sehr schön. Man fährt erhöht und kann oft das Meer sehen. Es ging weiter die Küste entlang nach Ängelholm. Wir waren so früh unterwegs, dass noch kein Supermarkt auf hatte. Dafür hatten wir um 9:00 schon 10 Feuer. In Ängelholm gab's eine tolle Brandung. Ein Feuer stand auf einem überfluteten Wellenbrecher. Nach einem Einkaufsbummel bei ICA fuhren wir weiter nach Svanshall, ein kleiner Ort mit schönem kleinem Hafen.
 Ein Bootsname, den man auch falsch verstehen könnte Mittlerweile waren wir auf der Halbinsel Kullen angekommen. Arild ist empfehlenswert. Hier gibt es viele alte Fischerhäuser und alte Villen. Nun fuhren wir zur Spitze der Halbinsel Kullen weil hier ein Leuchtturm steht. Ab Mölle war alles abgesperrt. 40 Kronen kostete es weiter zu fahren. Nach ein paar Kilometern war dann für Autos Schluss. Alex feuerte mit dem Rad weiter, derweil ich mit einem Entenpärchen spielte. Die Gegend hier auf dem Kullen erinnert an Dänemark, was ja nicht weiter verwunderlich ist, denn Dänemark liegt direkt gegenüber. Da unsere Leuchtfeueraktion weniger als 15 Minuten gedauert hat, brauchten wir bei der Ausfahrt doch nichts zahlen.
Über Mölle (sehr netter Ort) ging es weiter nach Höganäs. Hier in der Gegend gibt es weniger typische Holzhäuser sondern mehr Gemauerte oder mit Fachwerk. Es hat etwas Norddeutsches. Es wurde langsam wärmer. Gestartet waren wir bei 12.6°, jetzt war es 17°. Ab und an kam die Sonne raus. Um 12:15 hatten wir das 500. Feuer der Fahrt geschossen. In Domsten schwammen zwei Jungs im Meer, bei 18° und Regen. Brrrrr!
 Ein Oberfeuer im Wald, das es dahingerafft hat In Viken haben wir ewig nach einem Oberfeuer im Wald gesucht. Obwohl es 29 m hoch war, war es nicht zu sehen. Kein Wunder, es war umgekippt!
Nun ging es zum Schloss Sofiero. Das Schloss habe ich nicht gesehen, aber Kabelober- und Unterfeuer. Naja, im Vorbeifahren konnte ich doch noch einen Blick auf's Schloss werfen. Vor den vielen Feuern in Helsingborg fuhren wir erst mal wieder ins Landesinnere. Natürlich wieder Luftfahrtfeuer! 40 km landeinwärts. Von da aus beschlossen wir direkt Richtung Malmö zu fahren. Dort wollten wir noch ein bisschen rumfeuern und ein Zimmer suchen. Morgen um 9:00 geht die Fähre nach Travemünde.
Mittlerweile schien die Sonne wieder und wir feuerten den kleinen niedlichen Hafen von Vikhögs. Auf dem Weg nach Lomma sahen wir ein "Zimmer frei"-Schild. Ein netter 78-jährger Mann vermietete Zimmer in einem Nebengebäude. Er sprach gut deutsch, weil er über 50 Jahre mit einer Deutschen verheiratet war. Neben uns wohnte ein Mann aus Ostdeutschland, der hier Arbeit gefunden hatte.
Das Zimmer war nett. Es gab ein Wohn/Schlafzimmer, Bad und Küche. Vor der Tür noch eine kleine Terrasse. Wir fühlten uns sofort heimisch. Ich kochte den obligatorischen Kaffee, doch das Milchpulver war mit dem hiesigen Wasser nicht kompatibel. Es grisselte!
Auf nach Lund. Alex hatte in Else ein Pub namens Delphi ausgemacht. Das konnte ja nur was griechisches sein, also hin! Delphi hieß leider die hässliche Neubausiedlung und ein Pub gab es auch nicht. Nach langem Suchen fanden wir eine Pizzeria (langsam kann ich keine Pizza mehr sehen). Beim Sonnenuntergang um 22:00 gaben wir unsere Feuer in den Laptop ein.



Freitag, 15.06.07
Malmö bis Duisburg
926 km, 5 Feuer
Wir standen früh auf und fuhren die 13 km zum Malmö Hafen. Wir waren so früh da, dass wir nach Fährticket-Kauf (Grimsbygatan 8) noch 5 Feuer im Sicherheitsbereich schießen konnten. Die Fähre war eine Truckerfähre (Nordö Link). Es gab eine Lounge, ein Restaurant und ein Kiosk.
Man darf sogar an Bord rauchen. Begründung: Den Truckern kann man das nicht austreiben, die rauchen trotzdem.
Die Essenszeiten sind leider blöd für uns. Frühstück bis 11:00, Abendessen ab 18:00 (Ankunft Travemünde 19:00). Das sind genau unsere Feuerzeiten.
Wir frühstückten vor dem Ablegen herzhaft mit Bratkartoffeln, Speck und Spiegeleier.
Dann kam die Hiobsbotschaft! Das Hafenpersonal in Travemünde streikt. Ggf. fahren wir erst um 11:00 ab. Doch um 11:15 kam die nächste schlechte Nachricht. Wir mussten von Bord. Wir bekamen unser Ticket erstattet und machten uns auf den 903 km langen Heimweg über die dänischen Brücken (Øresund 245 DKK, Storebælt 205 DKK). Die Geräusche unseres Auspuffs machten mich zwar auf der Strecke wahnsinnig, aber da muss man durch. Hinter Hamburg kamen wir noch in ein furchtbares Unwetter. Das einzig Gute: Wir waren um 19:00 zu Hause. Mit Fähre wären wir da erst in Travemünde gewesen.

Fazit: Es war trotz der gefahrenen 4866 km eine angenehme Leuchtfeuerreise. Wir verfuhren 350 l Benzin, gaben im Schnitt 500 Kronen für's Zimmer aus und verfraßen 2600 Kronen an Pizza und Co.
Wir freuen uns schon auf 2008, weil es da in Schweden weiter geht.

 Südschweden