Reisetagebuch Schottland vom 01.09.07-14.09.07


Einleitung: Bitte nicht wundern, warum ich Fahrtstrecken von A nach B in Kilometer angebe und die gefahrene Tagesstrecke in Meilen. Grund: Unser Navi, welches nachfolgend nur noch Else genannt wird, rechnet in Kilometern, auf dem Autotacho ist aber Meilenangabe. Bitte auch nicht darüber wundern, wieso ich Städte und Landstriche nicht ausführlicher beschreibe. Wir sind schließlich auf Leuchtfeuertour, da bleibt keine Zeit für Kultur oder stundenlanges Betrachten der schönen Natur. Das mag für manche vielleicht befremdlich sein, aber wie sagten schon die Chinesen: Der Weg ist das Ziel! Unser Ziel ist immer das nächste Leuchtfeuer. Wenn der Weg dorthin schön ist: OK. Aber der Weg führt auch oft durch Industriegebiete, an langweiligen unwegsamen Flüssen vorbei oder durch Großstädte. Schottland ist ein sehr schönes Land, mit traumhafter Landschaft, abwechselungsreich und faszinierend. Sicherlich erlebt man das Land bei einer Wandertour intensiver, aber: zu Fuß kann man nun mal nicht leuchtfeuern.

Samstag, 01.09.07
Von Glasgow bis Rossneath
64 Meilen, 59 Leuchtfeuer
Nach den üblichen Kontrollen (keine Nagelfeile, keine Flüssigkeiten, kein Sprengstoff) starteten wir um 6:40 ab Düsseldorf mit Air Berlin (36 € p. P.). Beim Zwischenstopp in Stansted wurde die ganze Kontrolliererei wiederholt. Man hätte ja im Free Shop noch ne Bombe kaufen können. Um 9:30 Ortzeit landeten wir dann in Glasgow. Bereits um 10:15 saßen wir in unserem Mietwagen, einem Nissan Note. Gutes Auto zum Feuern. Alles passt rein, genügend Ablageflächen und übersichtlich war er auch noch.
Wetter: bewölkt, aber trocken, geschätzte 19-20°.
 Das buckelige Glasgow Science Center und unser Mietwagen, ein Nissan Note Wir fuhren zum Clyde und feuerten die Leuchtfeuer an den Docks. Hier war der Clyde schön schmal, so dass man auch rüber fotografieren konnte. Ein Feuer stand am Science Center, einem Ausflugsziel mit hohem Turm, der sich um die eigene Achse drehen kann (tat er aber nicht weil: defekt). Um 11:30, wir hatten schon 15 Feuer, fanden wir einen Lidl und machten unseren Autokühlschrank voll. Wer weiß, vielleicht ist das der letzte Lidl vor der schottischen Einsamkeit.
Um 12:15 wurde Alex beim Feuern von einem Regenschauer überrascht, aber schon kurz darauf kam die Sonne raus. Wir feuerten uns auf der Nordseite des Clydes aus der Stadt raus. In Dumbarton war es schon ruhiger. Hier machten wir bei Little Chef eine Kaffeepause, direkt neben unserer letzten Übernachtung für diesen Urlaub. Die hatten wir schon per Internet im Travelodge vorgebucht. Aber an das Urlaubsende wollten wir nach 4 Stunden noch nicht denken.
Der Clyde wurde nun wieder breiter. In Helensbourgh sollte das Feuer Ardenscaple Castle sein. Von dieser Castle war aber nur noch ein Turm über. Wir haben nach etwas Suchen das Feuer aber gefunden. Nun bogen wir in das Gareloch ab. Das Trafficsignal von Rhu war militärisch, also schnell knipsen und weg. Die Gegend hier wirkt noch nicht schottisch. Viel Wald, Hügel und viel Wasser durch die Lochs.
 Erste Übernachtung und sofort tolle Aussicht über den Gareloch Im Gareloch ist eine Militärbasis, die Atom-U-Boote testen. Ein Dauercamp von Atomgegnern ist direkt an der Straße. Natürlich ist die Base verrammelt, aber da das Gareloch so schön schmal ist, kann man alle Feuer von gegenüber schießen. Um 17:30 hatten wir das Loch umrundet und waren wieder gegenüber von Rhu. Auf dem Campingplatz von Rossneath fragten wir nach einem Caravan für eine Übernachtung. Aber die vermieteten nur ab 2 Übernachtungen. Dafür wusste die nette Dame ein B&B und meldete uns dort direkt telefonisch an. Das B&B Armadale (Tel: 0143/6831336) lag direkt am Gareloch, unweit der Einfahrt zum Cylde. Es war ein herrschaftliches Haus mit einer tollen breiten Treppe. In englischen Häusern kennt man ja eher die schmalen Stiegen. Unser Zimmer war sehr groß, hatte 2 Fenster zur Wasserseite raus, einen Kamin, TV, antike Möbel und ein Waschbecken. Das Bad war auf dem Flur, aber da wir die einzigen Gäste waren, war das nicht schlimm. Ich brauche wohl nicht erwähnen dass in diesem Zimmer mindestens 10 verschiedene Muster aufeinander prallten. Typisch britisch. Im Bad gab es ebenfalls einen Kamin, eine Doppeldusche und einen Holzklodeckel von 1610 (gefühlt). Der war aber bequem (Preis:40 £).
Zum Essen fuhren wir nach Kilcreggan ins gleichnamige Hotel (Argyll Road, Tel. 01436/842243). Hier gab es Barmeal, nicht viel, aber lecker. Außerdem hatten wir uns ja tagsüber den Bauch mit Sandwichs voll geschlagen.
Um 21:30 lagen wir schon müde im Bett. Nach Ortszeit waren wir ja schon um 3:00 aufgestanden.



Sonntag, 02.09.07
Von Loch Long bis Bute
167 Meilen, 38 Feuer
Die Nacht war ruhig, das Bett war gut. Am Himmel war ein Wolken/Sonne-Mix, aber warm genug für Schlappen. Nach einem tollen englischen Frühstück starteten wir um 9:00 zum Loch Long. Hier war wieder eine Militärbasis. Diesmal klappte der Trick mit gegenüber nicht, weil dort keine Straße war. Nun fuhren wir von der rechten Seite des Loch Long auf die linke Seite des Loch Goil. Dazwischen lag eine Landzunge ohne Straßen. Traumhaft schöne 50 km durch den Argyll Forest. Wir machten sogar eine Fotopause. So stellt man sich Schottland vor!
 Fahrt durch den Argyll Forest - unglaublich schöne Natur Das Loch Goil geht nun wie ein Fjord vom Loch Long ab und ist nicht zu umfahren. Also wieder ein Stück zurück um die nächste Halbinsel zu umrunden. Auf der anderen Seite des Long Loch angekommen machte Alex eine Wanderung um die Militärbasis doch noch zu kriegen. Ich machte derweil Urlaub auf einem Picknickplatz. Hinter Blairmore waren wir wieder am Clyde, aber nicht lange, denn wir bogen in das kleine Holy Loch ab. Dunoon, direkt hinterm Holy Loch ist ein netter Ort mit vielen Übernachtungsmöglichkeiten.
 Mount Stuart auf der Isle of Bute Wir feuerten ein Stück den Clyde entlang und bogen dann ins Loch Striven ab. Dort gibt es nur eine Straße, die eine Sackgasse ist. Reingefahren, geknipst, wieder raus. Von Castle Toward aus konnten wir unser nächstes Ziel, die Insel Bute, sehen. 4 km Luftlinie war sie laut Navi entfernt. Gefahren sind wir aber 60 km in 1 ½ Stunden, weil es keine direkten Straßen oder Fähren gibt. Um 16:00 waren wir an der Fähre, die prompt kam. Man merkt gar nicht dass man auf einer Insel ist. Es sieht so aus wie auf der anderen Seite eines Lochs. Die Feuer auf Bute waren schnell abgefeuert, nur bei den letzten an der Südseite musste Alex etwas wandern. Wir kamen an Mount Stewart vorbei, einen dollen Herrenhaus. Wir haben es natürlich nicht besichtigt, aber ein Prospekt gesehen. 7£ Eintritt!
Außerhalb des Hauptorts Rothesay fanden wir ein B&B. Vom Fenster aus sahen wir den Fähranleger und die Bucht. Es war ein tolles Zimmer, zwar ohne Bad, aber wir waren wieder die einzigen Gäste (Preis: 50£, B&B Alamain, 28 Battery Place, Tel: 01700/502395). Die Fenster gingen weit runter und direkt davor war eine Fensterbank mit Sitzmöglichkeit.
Nach Dusche und Kaffee gingen wir zum Essen in ein bengalisches Restaurant (Shonar Gaon Tandoori, 63 Victoria Street). War sehr lecker. Wir machten noch einen kurzen Spaziergang und fielen nach Eingabe der Leuchtfeuer in den Laptop müde ins Bett.



Montag, 03.09.07
Von Loch Fyne bis Campbeltown
238 Meilen, 30 Feuer
Am Morgen erwartete uns strahlender Sonnenschein. Nach einem opulenten Frühstück fuhren wir die einzige Straße zurück zum Fähranleger wieder rüber zum Festland nach Colintraive. Wir fuhren am Loch Riddon vorbei zum Loch Fyne. Man fährt die ganze Zeit durch den Argyll Forest. Tolle Single Roads mit wunderschöner Aussicht. Loch Fyne wurde umrundet. Höhepunkte der Strecke: Inveraray, ein schönes Städtchen. Dann Ardrishaig, hier ist eine Schleusenanlage in der die Boote vom Loch in den Kanal gehoben werden.
 Blick über den Kyle of Bute Nächstes Ziel war Tarbert, ein schönes kleines Städtchen mit einem tollen Naturhafen. Wir fuhren danach an der Ostseite der Halbinsel Kintyre entlang Richtung Süden. Auf 21 Meilen kamen uns 7 Autos entgegen. Ich glaub' wir sind in Schottland!
Eigentlich wollten wir nach Aran rüber. Aber von 14 Feuern sind dort 8 nicht zu kriegen weil dort keine Straße lang geht. Außerdem kostet die Fähre 35£ (Caledonian MacBrayne). Dann lieber weiter auf Single Roads die Halbinsel entlang über Carradale nach Campbeltown. Der Ort ist in der Straßenkarte fett gedruckt, wie eine riesige Stadt, geht aber meiner Meinung nach auch als großes Dorf durch. Dafür ist Campbeltown sehr schön gelegen und hatte früher 20 Whisky-Destillen. Heute sind laut Reiseführer nur noch zwei über.
 Das B&B Westbank in Campbeltown Der Süden von Kintyre sieht aus wie Cornwall oder Sommerset. Hier erinnert nichts an die Highlands. Wir fuhren zum Mull of Kintyre und rätselten, welcher Bauerhof wohl Paul McCartney gehört. Der soll hier wirklich leben. Ich hatte die ganze Zeit das Lied "Mull of Kintyre" im Kopf. Der Leuchtturm an der Südspitze liegt unten, der Parkplatz steile 300 Meter darüber. Nichts für mich. Aber auch Alex ist nicht ganz bis nach unten gewandert.
Wir feuerten noch den Tower des Flugfeldes und machten uns dann auf zur Quartiersuche in Campbeltown. Bei der 2. Anfrage hatten wir Erfolg. Wir übernachteten im West Bank Guesthouse (Dell Road) für 50£ (Tel: 01586/553660). Das Zimmer war oben unterm Dach und sehr groß. Wir hatten sogar Blick auf die Bucht mit Leuchtturm.
Gegessen haben wir beim Chinesen. Anschließend nahmen wir noch ein Pint in einem Pub. Nach der leidigen Leuchtfeuereingabe in den PC fielen wir in Tiefschlaf.



Dienstag, 04.09.07
Von Insel Gigha bis Fort William
173 Meilen, 36 Feuer
Am Morgen hatten wir einen traumhaften Sonnenaufgang. Sogar Alex war auf und hielt die Kamera rauf. Nach einem leckeren Frühstück waren wir schon um 8:15 unterwegs. Unser erstes Ziel waren Bojen vor der Insel Gigha. Die Insel liegt vor der Westseite von Kintyre, 30 km von Campbeltown entfernt. Die Straße an der Westseite geht direkt am Meer entlang, ohne störende Hecken. Wieder oben am Westloch von Tarbert angekommen, musste Alex 2x aufs Rad um Feuer zu kriegen. Es setzte ein leichter Nieselregen ein, aber es war auszuhalten. Wir fuhren die 39 km nach Crinan immer am Kanal entlang. Das ist der Kanal, der in Ardrishaig anfängt. Er geht in Crinan in den Sound of Jura über. Auch hier sind wieder Seeschleusen, die befeuert sind.
 Stalker Castle im Dunst Wir fuhren zum Jachthafen von Ardfern. Von der Umgebung sahen wir nicht viel weil es diesig war. Von Ardfern aus lotste uns Else über einen "Wanderweg" nach Craobh. Natürlich gab es auch eine asphaltierte Straße, aber die erschien Else wohl als zu langweilig. Nach 4 km Schlaglochpiste waren wir da. Weiter ging es nach Melfort, am gleichnamigen Loch gelegen. Hier geht wieder nur eine Single Road hin. Aber in Melfort ist auch nichts los, 7 Häuser, ein Restaurant und 2 Leuchtfeuer.
 Single Roads führen zum Ziel - dank wenig Verkehr vollkommen ausreichend Nun ging es nach Oban, eine große Stadt mit einem riesigen Monument oberhalb auf einem Hügel. Dieses Monument hat Stewart McCraig, ein Größenwahnsinniger, im 19. Jahrhundert für sich bauen lassen. Das Ding ist aber nie ganz fertig geworden. Es erinnert ein wenig an das Kolosseum. Weiter nach Castle Dunollie. Ich wurde auf dem Parkplatz abgestellt und Alex feuerte per Rad.
Wir feuerten die Brücke über das Loch Etive und kamen nach Appin. Mittlerweile war es 17:00. Noch hielt sich ein Sonne/Wolken-Mix am Himmel. Als wir an der Ostseite des Loch Linnhe hoch fuhren fing es an zu regnen. Pech für Alex, der musste wieder mit dem Rad los. Nun wollten wir nach Port William um ein Quartier zu suchen. 5 km vor der Stadt kam jeglicher Verkehr zum Erliegen. Es hatte einen Unfall gegeben. Es gab natürlich keine Ausweichstrecke. Wie auch, bei den wenigen Straßen hier. Nach 50 Minuten konnten wir weiter. Zum Glück fanden wir direkt vor dem Ortseingang das B&B Minaig. Wir hatten einen seitlichen Blick auf das Loch Linnhe, aber richtig zu sehen war es wegen dem Nieselregen nicht. Das Zimmer kostete 50£ ohne Frühstück. Dafür hatte es ein eigenes Bad.
Wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Dort tobte das Leben, denn heute ging hier die Mountainbike-Rennwoche zu Ende. Wir bummelten durch die Menschenmassen die Fußgängerzone rauf und runter und entschieden uns, in einem Fish&Chips-Laden einzukehren.
Um 21:00 waren wir aber schon wieder im B&B und erledigten unsere PC-Arbeiten.



Mittwoch, 05.09.07
Von Loch Ness bis Mull
252 Meilen, 20 Feuer
 Die nördliche Straße am Loch Linnhe entlang. Ein absolutes MUSS!!! Obwohl wir an der Hauptstraße kurz vor Port Williams übernachteten war es eine total ruhige Nacht. Wir hatten immer noch keinen freien Blick auf das Loch und die Berge auf der anderen Seite. Es war immer noch bewölkt und nebelig. Um 8:00 starteten wir und um 8:20 saßen wir zum Frühstück bei McDonalds. Das war der erste, den wir auf unserer Reise gesehen haben. Heute wird der Caledonian Channel gefeuert. Er verbindet die beiden Meere und trennt Nordschottland vom Rest der britischen Insel ab. Wir feuerten vom Loch Linnhe über Gairlochy am Loch Lochy bis Fort Augustus am Loch Ness. Die Feuer am anderen Ende des Kanals machen wir wenn wir an der Ostküste sind. Nun waren wir mitten in Schottland, aber zu sehen war davon nicht viel weil es immer noch sehr Wolkenverhangen und trübe war. Nun fuhren wir die ganze Strecke wieder zurück zum Loch Eil. Das mündet gegenüber von Fort Williams in das Loch Linnhe. Die Strecke auf der Nordseite des Loch Linnhe ist sehr empfehlenswert. Es ist eine Single Road. Eigentlich ist das die Hauptstraße zur Insel Mull. Es ist aber nichts los. In Lochaline ist der Fähranleger rüber nach Mull. Leider mussten wir eine Stunde auf die Fähre warten (2 Personen/1 PKW 16,25 GBP), aber wir vertrieben uns die Zeit mit einem Picknick im Auto (es regnete immer noch) mit Kaffee vom Schnellimbiss.
 Die Wolken hängen tief am Loch Linnhe bei Corran Point Das Wetter auf Mull war sehr abwechslungsreich. Von Regen bis Sonnenschein war alles dabei. Wir fuhren 40 Meilen bis in den äußersten Westen der Insel um ein Feuer draußen im Nebel zu knipsen. Der Nebel zog über die Single Road, aber die Strecke war fantastisch. Auf dem 54 km langen Rückweg in die Zivilisation nahmen wir die Strecke über Balnahard. Sie ist noch schöner und geht direkt an der Küste und Steilhängen entlang. Man fährt eigentlich laufend durch Schaf- und Kuhherden. Die letzte Fähre, die von Tobermory wieder rüber zum Festland geht, hatten wir verpasst. Es war schon nach 18:00. Deshalb suchten wir uns in Tobermory ein Quartier. Nach einiger Zeit fanden wir etwas oberhalb der Stadt. B&B Little Erray (50£). Das Zimmer war nicht groß, aber der Clou war, dass die Nasszellen (Bad und WC getrennt) eine halbe Treppe tiefer lagen. Die Treppe war natürlich in unserem Zimmer. Der ganze Raum war ein Traum in lila.
Zum Essen fuhren wir zum Inder Sandor auf die Mainstreet. Des Nachts bretterte noch ein Starfighter über den Ort. Ich dachte, ich werde taub. Aber dann war alles ruhig.



Donnerstag, 06.09.07
Von Kilchuan bis Kyleskin/Skye
286 Meilen, 27 Feuer
 FRÜHSTÜCK to go - Sandwiches, Wurst, Remoulade - lecker Schon morgens früh um 7:20 waren wir auf der Fähre. Wir waren die einzigen Gäste. Zielort der Fähre war Kilchuan auf der Halbinsel Ardnamurchan (2 Personen/1 PKW 25,20 GBP). Die Halbinsel ist der westlichste Punkt der britischen Insel: auf der Halbinsel angekommen erwartete uns: Nichts! Kein richtiger Hafen, kein richtiger Ort, nichts! Wir fuhren zu dem 10 Meilen entfernten Leuchtturm und begegneten auf dem Hin- und Rückweg keiner Menschenseele. Über Single Roads ging es zur Bucht von Fascadale. Von hier aus mussten wir nach Mallaig, um die Fähre rüber nach Skye zu kriegen. Else errechnete: Ankunft: 11:00. Die Fähre ging um 10:55. Alex fuhr wie der Teufel, durch Schafherden und über Single Roads. Und das alles mit leerem Tank. Auf diesem ganzen Ardnamurchan war keine Tankstelle. Wir holten 20 Minuten raus und konnten am Fährhafen sogar noch tanken, Kaffee und das Ticket holen. Die Überfahrt nach Skye dauerte 30 Minuten und kostete 25£. Wir legten in Armadale an. Ein Dudelsackpfeifer hieß uns willkommen. Wir fuhren zuerst auf die Halbinsel Sleat, aber das Feuer war wegen dem nebligen Wetter nicht zu sehen. Dabei hatte jede Bucht ihr eigenes Wetter, mal Sonne, mal Regen, mal Nebel.
 Verdammt, entweder ich bin gewachsen oder die Welt ist kleiner geworden Die Straße nach Norden ist gut ausgebaut. Wir kamen auch durch Portree. Der Ort hat mir nicht gut gefallen, zu viel Verkehr, Menschen und keine Parkplätze. Nach der Einsamkeit kam es einem hier vor wie New York. Also schnell wieder in die Abgeschiedenheit im Norden. Allerdings waren auch hier viele Touris unterwegs. Man merkte das am Fahrstil. Im Norden ist die Castle Duntulm. Menschenmassen wanderten dort hin. Allerdings ist die Castle schlecht erhalten, abgesperrt, also nicht zu betreten. Wenn dort kein Feuer gewesen wäre…
Nun ging es auf der anderen Seite wieder Richtung Süden zum Ort Luig. Das ist ein kleiner Fährort. Hier kann man rüber zu den Hebriden. Nun fuhren wir an der Westküste weiter. Zum Glück bekamen wir ab und an das Cuillin-Gebirge zu sehen.
In Broadford gibt's übrigens einen Geldautomaten für Zwerge. Letzte Station für heute war Elgol. Dort war der Hund begraben. Wir fuhren die 14 Meilen zurück nach Broadford und fanden ein Zimmer im Hotel Hebridian (Tel. 01471/822486) zwischen Broadford und Kyleakin. Das Zimmer war nicht empfehlenswert. Für 48£ hatten wir ein hellhöriges Zimmer ohne Wasserkocher mit knarrenden Dielen. Und es war muffig. Aber das Barmeal im hauseigenen Restaurant war OK. Bereits um 21:00 waren wir kaputt im Bett.



Freitag, 07.09.07
Skye-Brücke bis Ullapool
238 Meilen, 41 Feuer
Etwas gerädert wachten wir auf. Das Bett war nicht so doll. Der Wetterbericht im TV sagte für ganz GB tolles Sonnenwetter voraus, außer im Nord-Westen von Schottland. Und da wollten wir heute hin!
 Laaaangsam - Single Road, Rechts der Abgrund und Nebel - Erlebnispfad Applecross Wir verließen Skye über die Brücke. Rundherum wimmelte es von Leuchtfeuern. Um 10:30 hatten wir schon 18 Stück. Dann ging es über Single Roads nach Plockton, ein sehr schöner Ort, der um die Bucht herum gebaut ist. In Plockton fiel mir ein, dass ich Eilean Donan Castle vergessen hatte. Wir sind dann von Stromeferry über die Schnellstraße zurück gefahren. Und das hat sich wirklich gelohnt. Die Castle ist aus dem 13. Jahrhundert, war zerstört und ist 1912 vom McRhea-Clan wieder mittelalterlich aufgebaut worden. Die Burg diente dem Film Highlander als Kulisse.
Danach ging es wieder zurück über Stromeferry (hier gab es nie eine Fähre) zum Loch Curran. Nun ging es in den Applecross Forrest. Das ist eine Halbinsel mit schönen hohen Bergen. Als wir oben auf dem Pass waren, überraschte uns der Nebel. Man konnte keine 25 m weit sehen. Und das auf Single Road! Wir klebten an der Windschutzscheibe und hofften was zu sehen. Applecross hat uns gut gefallen. Teilweise geht die Straße direkt am Meer entlang und da wir tolles Wetter hatten, war es umso schöner.
Wir nahmen anschließend die landschaftlich schöne Strecke durch die Berge nach Kinlochewe. Nach einer Kaffeepause ging es westlich am Loch Maree entlang nach Gairloch. In Aultbea war ein Nato-Pier. Zum Glück konnte man die Feuer von einem Aussichtspunkt oberhalb gut sehen.
Um 17:00 war unser 38. Feuer in Badluarchrach. Wir machten uns auf zum 45 Minuten entfernten Ullapool. Auf dem Weg kamen wir an der Gruinard Bay vorbei. Die vorgelagerte Insel ist mit Antrax verseucht. In Ullapool fanden wir ein Zimmer im B&B Dalshian (46£ mit Frühstück). Das Zimmer war sehr einfach, hatte aber TV, Bad und Blick auf das Loch Broom.
Wir aßen im Arch Inn (West Shore Street, Tel: 01854/612454), ein gut besuchter Pub mit leckerem Essen. Dort waren sehr schöne Bilder von einem Künstler aus Rhue ausgestellt.



Samstag, 08.09.07
Von Rhue bis Duncansby Head
259 Meilen, 28 Feuer
Leider gab es erst um 8:30 Frühstück. Wir saßen an einem Tisch mit Wanderern aus Deutschland. Die saßen seit 2 Tagen in Ullapool und warteten auf besseres Wanderwetter.
 Leuchtturm Dunnet Head in wundervoller Natur Wir hatten es besser, wir fuhren einfach zu besserem Wetter! Schon 10 km von Ullapool entfernt schien die Sonne. Wir nahmen Richtung Norden nicht die A835/A837 sondern die Coastal Road. Die ist zwar teilweise sehr schmal, aber landschaftlich sehr schön. Lochinver ist ein netter Fischerort. Weiter ging es nach Kinlochbervie, ein Miniort am Loch Inchard mit riesigem Fischhafen. Die Sonne schien, bestes Schottlandwetter! Die Gegend hatte sich verändert. Hier gab's keine Bäume mehr, sondern kahle Hügel und Berge. Mir persönlich gefällt ja so eine baumlose Gegend.
Nun ging es zur Nordküste nach Eribol. Von da aus feuerten wir die Nordküste entlang. In Bettyhill fanden wir einen Shop, der damit warb dass er "8 days a week" auf hatte. Wir holten Kaffee und Eis und fuhren weiter die Küste entlang zum Leuchtturm Strathy Point.
Weiter ging es am Atomkraftwerk in Dournreay vorbei nach Scrabster. Heute lagen zwischen den Feuern große Fahrstrecken. Die Nordküste ist nicht so stark befeuert.
 Duncansby, atemberaubende Formationen In Thurso, quasi am Ende der britischen Welt gab's, oh Wunder, einen Lidl! Sofort wurde eine Shopping-Pause eingelegt. Wenn man aus dem Lidl raus kommt, guckt man direkt auf die Orkney-Inseln. Toll.
Da Thurso eine Großstadt ist, tankten wir mal wieder voll. Man weiß in Schottland nie, wann die nächste Tanke kommt. Östlich von Thurso wird die Landschaft wieder flach. Erinnert irgendwie an Kent. Doch am Dunnet Head, einer Halbinsel mit Leuchtturm, war es wieder "highländisch". Wir fuhren zum letzten Ort des britischen Festlands, nach John O´Groats. Das letzte Haus im Ort und der nördlichste auf dem Festland ist ein Andenkenladen.
Weiter ging es zum Leuchtturm Duncansby Head. Hier gibt es tolle Felsformationen, die an Pagoden erinnern.
Wir fuhren nach Wick. Früher war es ein bedeutender Heringshafen, heute versucht man sich in Tourismus. Bei der B&B-Suche stellten wir fest: es bleibt beim Tourismus-Versuch. Es gibt nur wenige B&Bs und die meisten waren voll. Im Industriehafen fanden wir das Harbour Guesthouse (6-7 Rose Street, Tel: 01955/603276). Es ist nicht empfehlenswert. Schmuddelig, in der 2. Etage gelegen und nur über eine extrem steile Treppe zu erreichen. Bei uns würde die Baubehörde die Treppe sofort entfernen lassen! Das Zimmer kostete 46£ mit Frühstück.
In Wick gab's endlich ein Wetherspoon-Restaurant. Auf dem Platz vor dem Lokal war ein Menschenauflauf. Ein Dudelsack-Festival war in der Stadt. Und genau vor dem Wetherspoon spielten die Clans auf. Es waren 100-150 Dudelsackspieler in den verschiedenen Tartans. Nach dem Essen stellen wir uns auch nach draußen. Eine Dudelsack-Band spielte Songs von den Red Hot Chili Peppers. Es war ein ganz toller Abend.



Sonntag, 09.09.07
Von Wick bis Kessock/Inverness
205 Meilen, 50 Feuer
 Bei der Arbeit mit langem Teleobjektiv Nach dem Frühstück feuerten wir direkt vor der Haustür den Industriehafen ab. Dann ging es zum Leuchtturm Noss Head. Wir feuerten jetzt die Ostküste in südliche Richtung. Helmsdale, ein niedlicher Ort, war unser nächstes Ziel. Zwischendurch gab's noch ein Luftfahrtfeuer und dann weiter zum Dornoch Firth. Hier gab es an einer Brücke 7 Feuer. Die Gegend ist teils "highländisch", teils wie in Kent. Steilküste gibt es hier auch, aber nicht so imposant wie an der Westküste. Auf der Halbinsel zwischen dem Dornoch Firth und dem Cromarty Firth haben wir auf dem alten Friedhof von Nigg auf einer Kirchenbank ein Picknick gemacht. Die Kirche ist aus dem 17. Jahrhundert, die ältesten Grabsteine aus dem 8. JH.
Nun feuerten wir den Cromarty Firth. Der Ort Cromarty an der Spitze ist ein zauberhafter schöner Ort. Hier sieht's aus wie in Cornwall. Im Book, Gifts & Coffee-Shop gab's viel zu stöbern und den preiswertesten Kaffee der Reise, 80 Pence! Es lohnt sich hoch zum Kap oberhalb von Cromarty zu fahren (Sutor's of Cromarty). Man hat von hier eine tolle Aussicht.
Auch auf der Südseite der Black Isle (eine weitere Halbinsel) sieht es aus wie in Südengland. Viel Landwirtschaft und die Häfen sind klein und rund gebaut. Natürlich laufen sie hier bei Ebbe auch leer. Nicht so wie auf der Westseite an den Lochs.
Kurz vor Inverness unweit der Kessock-Brücke die über den Moray Firth geht haben wir uns ein Quartier gesucht. Ein B&B in North Kessock (16 Marine Park) für 50£ inklusive Frühstück (Mount Pleasant B&B Tel: 01463/731474). Bad war zwar auf dem Gang, aber nur für uns.
Zum Essen fuhren wir rüber nach Inverness. Else hatte dort ein Wetherspoon gefunden. Sonntags gibt's dort immer Roastbeef mit Gratisgetränk. Wir zahlten 12£ für uns beide.
Anschließend machten wir noch einen Spaziergang durch die Stadt und hoch zur Castle. Auf dem Heimweg haben wir alle Brückenfeuer kontrolliert. Ja, sie brannten alle!



Montag, 10.09.07
Von Inverness bis Gardenstown
183 Meilen, 60 Feuer
Wir frühstückten im Wintergarten unseres B&B. Dabei verärgerte ich unsere B&B-Mutter weil ich sagte, die Gegend hier sähe aus wie in Kent. Sie war zwar noch nie in Kent, stritt aber ab dass es dort wie "Schottland" aussähe.
Es war zwar kalt und windig, aber die Sonne schien als wir um 8:45 starteten. Um 9:00 hatten wir bereits 13 Feuer weil wir direkt mit der Kessock-Brücke über den Moray Firth begannen. Nachdem wir problemlos den Hafen von Inverness abgefeuert hatten fuhren wir am Caledonian Canal entlang zum Ostende des Loch Ness. Das letzte Stück des Kanals verläuft zwischen Loch Ness und Inverness.
 Hübscher kleiner Zufluchtsort - Portsoy Da es noch so früh war und wir schon so viele Leuchtfeuer geschossen hatten schoben wir ein wenig Kultur ein und fuhren zum Schlachtfeld von Culloden. Nicht, dass wir uns für die Geschichte interessierten, nein, wir machten Fotos für meine Schwester, weil die eine Bücherreihe liest die hier spielt.
 Das Schlachtfeld von Culloden - alles geregelt Weiter ging es zum Fort George, eine sehr große Wehranlage, die heute noch militärisch genutzt wird. Natürlich war das gesamte Schießgebiet befeuert. Die ballerten dort kräftig rum, aber Alex ist heil zurück gekommen. Bei strahlendem Wetter fuhren wir weiter nach Nairn.
In Burghead sahen wir im Hafenbecken einen Seehund. Der suchte sicher Schutz, denn die Wellen knallten haushoch über die Wellenbrecher. Das Leuchtfeuer war bis oben überspült.
Zwischen Hopeman und Lossiemouth steht ein Leuchtturm. Kurz davor links ist ein Golfplatz. Er ist nicht nobel. Man kann auf Plastikstühlen einen preiswerten Kaffee trinken (50 Pence) und rüber zum Militärflughafen sehen. Dort starten Starfighter.
Buckie und Findochty sind schöne Küstenorte ohne Touristenrummel, ebenso Portknockie. Hier ist ein ganz toller Hafen, auf den man vom Ort aus runter guckt. Wir waren bei Sturm hier und vergnügten uns an den Brechern die über die Molen krachten. Unten am Ende des Hafens ist links ein Höhle. Leider ist nur Müll drin.
Die ganzen Dörfer an diesem Küstenabschnitt sind sehr sehenswert für Leute, die keine 100 Souvenir-Shops oder 50 verschiedene Pubs brauchen. Hier und da ist ein B&B oder kleines Hotel, ab und an gibt's ein Pub und fertig. Dafür kommen Kirchenfans auf ihre Kosten. In jedem Dorf gibt es wenigstens zwei.
In Gardenstown raubte uns ein Oberfeuer den letzten Nerv. Der Ort liegt sehr steil an der Felsküste. Vom Meer aus in 50 m Höhe sollte das Oberfeuer auf einem Dach sein. Wie hoch sind 50 m? Welches der 100 Dächer ist es denn nun? Außerdem hat dieser wunderschöne Ort keine B&Bs, nur ein Hotel und das war voll.
Die ganze Küste zwischen Gardenstown und Fraserburgh ist eine B&B-Wüste. Zum Glück fanden wir eine Unterkunft in Fraserburgh, B&B Bayview. Das Zimmer kostete 50£, hatte TV, Bad und tatsächlich Bayview. Nach Dusche und Kaffee suchten wir ein Restaurant. Anscheinend hatten alle Lokale montags zu. Am Hafen sahen wir die Balaclava Bar und fragten nach Essen. In dem Pub war die "Prominenz" mit mindestens 50 Jahre Knast und allen Geschlechtskrankheiten vertreten. Aber man gab uns den Tipp, es im Pub Caledonian zu probieren. Dort war Damen-Dart-Tunier. Das Essen war gut und reichhaltig. Anschließend fuhren wir noch zum Leuchtturmmuseum und betrachteten den Leuchtturm.



Dienstag, 11.09.07
Fraserburgh bis Dundee
169 Meilen, 61 Feuer
Nach einer ruhigen Nacht und reichhaltigem Frühstück fuhren wir um 8:40 los. Fraserburgh war schnell abgefeuert. Wir fuhren die Fraser Bay entlang und stellten eine Besonderheit fest. Der nächste Ort hieß auf der linken Straßenseite Cairnbulg und auf der rechten Inverallochy. Das Feuer vor dem Doppelort an der Fraser Bay hatte auch eine Besonderheit: An ihm war ein Schiff gestrandet!
 Verdammt - da hat was nicht gepasst (bei Cairnbulg) Peterhead ist ein großer Fischereihafen. Dann kam eine lange Strecke ohne Feuer. Die nächsten waren in Aberdeen. Wir fuhren zum Torry Point Fort, einer Wehranlage über der Hafeneinfahrt. Alle Feuer, die man von unten nicht kriegte sah man von hier oben.
Wir hatten übrigens wieder Sonne mit 19°.
Stonehaven, unser nächstes Ziel ist ein sehr hübscher Ort. Etwa 2 km außerhalb ist die Dunnottar Castle Ruine aus dem 12. Jahrhundert. Über die A 92 ging es weiter über Gourdon und Johnhaven, auch wieder nette untouristische Orte, nach Montrose. Das ist schon eher eine Stadt. Hier soll es zweimal täglich furchtbar stinken wenn der Wind über das Brackwasserbecken weht, der dem Gezeitenstrom unterliegt. Wir hatten Glück und waren zur falschen Zeit dort.
Nächster Halt war in Arbroath, wieder eine Großstadt. Auf der Strecke nach Dundee fingen wir schon mit der B&B-Suche an, aber die waren hier rar. In Broughty Ferry hätten wir gerne etwas an der Waterfront gefunden, mit Blick auf Broughty Castle und dem Leuchtfeuer, aber hier gab es leider nur Wohnhäuser. In einem Vorort von Dundee, direkt an der A 92 wurden wir fündig. Es war zwar laut, aber das B&B Ashville war nett, sehr sauber und kostete nur 44£. Das nächste Wetherspoon Restaurant war auch nur 3 km entfernt. Diesmal hieß es Capitol und war ein umgebautes Theater.



Mittwoch, 12.09.07
Von Dundee bis Crail
114 Meilen, 60 Feuer
Nach einem bombastischen Frühstück ging es los zum ersten Feuer. Das war auf einem Berg oberhalb von Dundee. Dort sind ein Aussichtspunkt und ein TV-Mast. Man hat von hier oben einen schönen Blick über die Stadt und den River Tay, den wir heute abfeuern werden. Um den Tay herum sind viel Landwirtschaft und wenig Straßen. Es wird sicher schwierig, die 32 Feuer zu bekommen.
Um 9:00 fingen wir an und um 12:00 waren wir in Perth, das ist quasi die Mitte. Wir hatten bereits 19 Feuer und fuhren nun an der Südseite des Tay Richtung Meer. Es war nicht schlimm, dass ich stundenlang auf Landwirtschaftswegen oder vor den Toren von Wasserwerken geparkt wurde und warten musste. Schlimm war, dass ich erst um 15:30 einen Kaffee kriegte! Aber in den Felder steht halt nie ´ne Kaffeebude.
Nach 6 Stunden hatten wir den Firth of Tay fertig und feuerten die Autobahn- und Zugbrücken. Die brachten wieder Stückzahlen ;-) Zum Wetter: Es war sonnig und 20° warm. Alex konnte im T-Shirt wandern.
Nun ging es weiter nach St. Andrews. Hier hat Prinz William studiert. Wichtiger zu wissen ist aber, dass die Kathedrale von St. Andrews aus dem Jahr 1318 ist und 100m länger als die St. Paul's Cathedrale in London ist. Leider steht nur noch die Ruine, weil die Kirche 1559 von Protestanten niedergerissen wurde. Die Steine aus den Seitenschiffen wurden zum Haus- und Pierbau verwendet. Der hölzerne Pier war 1566 im Sturm weggerissen worden.
Am Kap Fife Ness sollte das letzte Feuer für heute sein. Wir fuhren mal wieder über einen Golfplatz dorthin. Leider war in Crail, der nächsten Stadt, keine freie Unterkunft zu finden. Wir fragten bei einem Farmhouse auf der Strecke nach Anstruther nach und bekamen ein Zimmer. Das B&B Farmhouse Barnsmuir (50£) liegt genau gegenüber der Isle of May (Crail, Tel: 01333/450342). Dort ist ein Leuchtturm drauf. Für uns also der beste Ausblick. Nach dem Duschen fuhren wir nach Anstruther (sehr netter Ort) und aßen beim Chinesen. Das Lokal sah etwas schmuddelig aus, aber das Essen war lecker. Wir kehrten noch auf ein Pint ins Hafenpub "Saor Alba Go Bragh" ein und guckten das Fußballspiel Schottland - Frankreich. Wir belauschten ein paar Amerikaner und genossen die schöne Atmosphäre am offenen Kamin. Nach einem Abendspaziergang auf der Mole fielen wir kaputt ins Bett.



Donnerstag, 13.09.07
Anstruther bis Rosyth
85 Meilen, 72 Feuer
 Die Eisenbahnbrücke über den Forth - ein Wahrzeichen Nach dem Frühstück gaben wir die gestrigen Bilder in den Laptop ein. Wir hatten ja Zeit. Keine 100 Feuer mehr für die nächsten 2 Tage.
 B&B St MungoUm 9:45 schossen wir das 1. Feuer vor der Tür, die Insel May. Dann ging es über Anstruther, Pittenween, St. Monans und Elie in den Firth of Forth. Ab Leven war es mit den schönen Fischerorten vorbei. Nun kamen Industriestädte. Ganz schlimm war Methil. Die Powerstation und die Docks waren geschlossen. Hier muss sehr hohe Arbeitslosigkeit herrschen. In Kirkcaldy haben wir während einer Kaffeepause einem Bautrupp bei ihrer unkoordinierten Arbeit zu gesehen. Wir waren erstaunt, dass keiner verletzt wurde.
Mittlerweile hatte sich die Sonne verzogen und ein starker Wind kam auf. Wir feuerten uns durch die Industrieorte weiter zu den Brücken über den Firth of Forth. Die Brückenfeuer waren eine Wohltat nach der vielen Industrie. In Culross fanden wir sehr schnell das B&B St. Mungo (Low Causeway, Tel: 01383/882102). Es gab ein traumhaftes Badezimmer mit 2-Personen-Dusche und Blick auf den Forth (50£). Zum Essen fuhren wir nach Falkirk. Hier gab es ein Wetherspoon. Donnerstags ist Curry Day, das heißt: für 11£ für 2 Personen mit Getränken satt essen.



Freitag, 14.09.07
von Grangemouth bis Dumbarton
4 Feuer
 Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Wie fotografiert man Militäranlagen? Als Tourist verkleidet... Nur noch 4 Feuer und so viel Zeit! Wir hatten uns vorgenommen im nächsten Urlaub an der Südseite des Firth of Forth zu beginnen. Deshalb war jetzt kurz vor Edinburgh Schluss mit Feuern. Es war erst kurz nach 10 Uhr. Was macht man denn so im Urlaub? Wir beschlossen zum ca. 60 Meilen entfernten Loch Lomond zu fahren um wieder ein wenig Highland-Gefühle zu kriegen.
Wir nahmen die Strecke über die A811 durch den Landstrich Central. Langsam ließen wir die Acker- und Landwirtschaftflächen an uns vorbei ziehen und fuhren durch sanfte Hügel mit Viehwiesen. Am Horizont sahen wir unsere geliebten kahlen Berge. Kurz vor unserer Ankunft am Loch regnete es wie aus Eimern, aber am Loch angekommen schien die Sonne. Wir stöberten in ein paar Souvenirshops, bewunderten das Loch und die schöne Aussicht und langweilten uns ein wenig. Wir beschlossen nach Helensburgh zu fahren. In diesem Ort waren wir am 1. Tag. Er ist nicht weit von unserer vorab gebuchten letzten Unterkunft entfernt.
Wir bummelten durch den Ort, tranken Kaffee und machten uns dann wieder auf nach Dumbarton. Bevor wir im Travelogde unser Zimmer bezogen, suchten wir noch ein Feuer in Dunglass, was wir am 1. Tag nicht gefunden hatten. Nun bekamen wir es!
Danach war noch das leidige Thema Auto ausräumen und Koffer packen dran. Man darf nur noch ein Handgepäckstück mitnehmen. Da muss alles gut im Koffer und Fahrrad verstaut werden.



Samstag, 15.09.07
Heimreise
Früh morgens fuhren wir zum Glasgower Airport. Nach einem Zwischenstopp in Stansted kamen wir gut erholt in Düsseldorf an. Am 01.09.08 feuern wir ab Edinburgh weiter die Ostküste runter. Wir freuen uns jetzt schon drauf. Aber ich bezweifele, dass ein anderer Küstenabschnitt auch nur halb so toll sein kann wie der Norden Schottlands.


 Schottland