Sonntag, 06.05.07
Duisburg - Durgerdam - Amsterdam
367 km, 83 Feuer
Freitags kamen wir aus Verona angeflogen und Sonntag waren wir schon wieder in Holland feuern. Eigentlich war der größte Teil der Niederlande fertig. Aber irgendeiner hat sich überlegt, dass man ja alte Feuer, die nie im Leuchtfeuerverzeichnis standen, jetzt mal mit drein nehmen könnte! Jetzt fuhren wir also wieder in den Rotterdamer Hafen und fotografierten Feuer, an denen wir beim letzten Feuern schon vorbei gekommen waren.
Um 8:15 starteten wir bei 9° und Nebel. Um 10:45 waren wir nach 190 km Fahrt am 1. Feuer in Durgerdam (Amsterdam) angekommen. Durgerdam liegt in einem Naturschutzgebiet und ist ein alter Fischerort mit wunderschönen Häusern. Übrigens waren es bei Ankunft 15° und strahlender Sonnenschein. Erstaunlich für die Niederlande.
Danach ging es nördlich den Amsterdam-Rijn-Kanal entlang. Zum Glück ist hier sonntags nichts los. Das einzig spektakuläre was wir in einem Industriegebiet sahen, waren zwei Jugendliche, die im Auto saßen und Pott rauchten. Tja, wir sind halt in Holland. Der Surinamikai wurde früher industriell genutzt. Heute stehen hier schicke Wohnhäuser mit großen Fenstern, skurrilen Anbauten und Autostellplätzen auf dem Balkon.
Das Feuern des Nordzeekanals ging sehr schnell. Auch diese Feuer hier wurden nachträglich ins Leuchtfeuerverzeichnis aufgenommen.
Um 15:00 hatten wir schon 40 Feuer beisammen. Da wir in Wijk aan Zee ein Zimmer vorbestellt hatten, feuerten wir den ganzen Kanal ab. Um 19:30 hatten wir 83 Feuer fertig.
Als wir an unserer Pension t'Haasduin ankamen (Julianaweg 71b)fing es heftig an zu regnen. Unser Zimmer war geräumig, mit TV, Bad und sogar Kühlschrank und Mikrowelle (45€). Als Willkommensgruß gab es Käse, Bier und Cola.
Unsere Pensionsbesitzerin empfahl uns das Lokal Klein Zwitzerland. Gediegene Atmosphäre und leckeres Essen (35€).
Montag, 07.05.07
Nordzeekanal - Neue Maas/Rotterdam
223 km, 42 Feuer
Nach einer erholsamen und ruhigen Nacht starteten wir bei strömenden Regen um 8:45. Wir fuhren Richtung Rotterdam und standen natürlich im Berufsverkehr. Auf der Autobahnstrecke Richtung Hoek van Holland sieht man Treibhäuser so weit das Auge reicht. In Rotterdam feuerten wir die Neue Maas, den Hauptverkehrsweg im Hafengebiet. Hier ist auch das Stauwerk, das bei Hochwasser den Hafen schützt. Alex fuhr einen Weg hinein der direkt an der neuen Maas entlang führte. Leider war dies ein Fahrrad/Fußgängerweg. Zwar kriegte man von diesem Weg aus alle 20 neuen Feuer, aber peinlich war es mir schon. Auf einer Strecke fanden wir keinen Ausgang. Alle Tore und Schranken waren zu. Nach 6,7 km fanden wir einen Platz zum Wenden und fuhren die 6,7 km zurück. Zum Glück war das Tor, durch das wir rein gefahren waren, noch offen.
Wir feuerten danach den Rotterdamer Waterweg ab. Alex hatte oft Pech weil so viele Regenschauer runter kamen. Meist fuhren wir an Feldern vorbei den Deich entlang. Doch ab und an kam ein Industriegebiet und da sind bekanntlich die meisten Feuer. Damit ich nicht einschlafe, kehrten wir bei McDonald's zum großen Kaffee ein. Der machte mich wieder ein wenig munterer. An der neuen Maas liegt übrigens ein großes Hotelschiff mit Chinarestaurant im Pagodenstil. Sieht sehr schön aus.
Nach Kinderdijk fuhren wir mit der Fähre rüber. War ganz schön viel Querverkehr. Kinderdijk ist wieder ganz ländlich mit vielen Windmühlen. Der Regen nahm zu. Alex und die Kamera wurden bei jedem Feuer nass. Ich konnte und wollte bei dem Regen nicht aus dem Auto. Das passte meinem Ischiasnerv gar nicht. Um 18:00 fanden wir einen Supermarkt in dem man während des Einkaufs Kaffee trinken kann. Guter Service von der Kette "A. Hein".
Wir brachen ab und fuhren zu unserer vorbestellten Unterkunft (Kabelhof 12). Wir hatten die Pension im Internet gefunden (B&B e-mail). Das Zimmer war toll, mit Blick auf die Maas. Allerdings waren Toilette und Dusche eine Treppe tiefer. Zum Essen fuhren wir zum Griechen Steki, ein Lokal ohne die typische griechische Folkore-Deko (Wolphaertsbocht 138a). Wir saßen noch lange da und planten unsere morgige Route.
Dienstag, 08.05.08
Rotterdam - Goidschalkspolder
310 km, 53 Feuer
Nach einem reichhaltigen Frühstück starteten wir um 9:15. Es war trocken, aber sehr stürmisch. Im Hafenbecken von Rozenburg lag eine Bohrinsel, die abgewrackt werden sollte. Ist ein imposanter Anblick. Danach fuhren wir wieder an der neuen Maas entlang, diesmal auf der anderen Seite Richtung Meer. Drüben auf der anderen Seite lag der Fahrradweg von gestern. An der Schleuse des Beerkanals mussten wir warten. Die Brücke war oben weil ein Schiff kam. Die Strecke am Kanal entlang war sehr entspannend. Kein Verkehr, Raubvögel umkreisten uns im Sonnenschein, herrlich. Im Missisippi-Kanal lebte immer noch die große Kaninchenkolonie, die wir schon bei unserem ersten Besuch entdeckt hatte. Im Amazonas-Hafen waren tausende von Möwen, die kräftig daran arbeiteten, dass die Art nicht ausstirbt ;-) Im Europahafen war leider kein Rankommen an die Feuer. Alles verriegelt und verrammelt. Wir machten einen Schlenker nach Stellendam. Dort gab es ein neues Feuer.
Zurück Richtung Rotterdam war wieder Stau. Deshalb wollten wir die Fähre nehmen. Doch auch hier war eine 2 km lange Schlange. Wir fuhren einen riesigen Bogen und waren um 19:00 in Goidschalkspolder am letzten Feuer des Tages. Von hier aus riefen wir Hotels im nächsten Ort Dordrecht an. Die waren aber alle ausgebucht. Im 40 km entfernten Gorinchem fanden wir ein Zimmer im Campanile-Hotel für 85€! Aber in dieser gottverlassenen ländlichen Gegend gab's nichts anderes.
Zum Preisausgleich aßen wir in einem griechischen Schnellimbiss zu Abend (25€).
Mittwoch, 09.05.07
Dordt'sche Kil - Barth
391 km, 26 Feuer
Für Alex war die Nacht nicht so toll. Er hatte Schmerzen an der Rippe. Unklar war, ob es eine Zerrung war oder die Lunge. Alex wollte aber weiterfeuern. Außerdem hörten wir die ganze Nacht Geräusche von den Wasserleitungen. Und das für 85€!
Wir mussten 30 km zurück um die Feuer am Dort'sche Kil zu knipsen. Die Sonne kam raus und es wurde richtig schön. Danach kam Philippdam. Da wir heute Lückenfeuern machten, hatten wir viele Kilometer zwischen den Feuern. Von Annaland feuerten wir uns über Stavenisse nach Goeshoek. Danach ging es den Schelde-Rheinkanal entlang. Über die Autobahn fuhren wir nach Vlissingen. Hier fehlten uns noch ein paar Industriefeuer. Das schöne Wetter hatte uns verlassen. Es regnete leicht.
Schon um 15:00 hatten wir telefonisch ein Zimmer im ETAP-Hotel in Antwerpen reserviert. So lässt es sich beruhigt weiter feuern. Um 17:30 war Feierabend und wir machten uns auf den Weg nach Antwerpen. Unser Hotel (50€) lag in Bahnhofsnähe. Wir bekamen einen etwas illegalen Parkplatz an einer Straßenecke. Zu Fuß gingen wir in die Stadt und fanden einen Italiener. Die Pizza war sehr lecker. Wir bummelten noch etwas durch das Diamanten-Viertel und durch die Baustelle im Bahnhof. Dieser wird restauriert. Im Zimmer erwartete uns noch viel Arbeit. Weil es Alex ja nicht gut ging, hatten wir die 53 Feuer von gestern nicht auf den Laptop übertragen.

Donnerstag, 10.05.07
Bergen op Zoom - Antwerpen/Hafen
295 km, 65 Feuer
Schon um 7:40 starteten wir, aus Angst vor einer Parkkralle. Auf dem Weg zurück nach Bergen op Zoom regnete es ganz schön doll. Alex wurde bei den ersten Feuern, die er mit dem Rad machen musste, bis auf die Unterhose nass. Wir versuchten danach, Schauer abzuwarten, aber das klappte nicht immer. Von Bergen ging es nach Zantfliet. Hier standen viele Feuer auf einem Quadratkilometer. Nur ein Unterfeuer war schwer zu finden.
Weiter nach Niel. Hier fließt die Rupel in die Schelde. Zum Glück regnete es mal nicht und Alex konnte mit dem Rad los. Wir feuerten die Schelde Richtung Antwerpen. Um 15:30 hatten wir schon 43 Feuer, aber wir waren wieder in Antwerpen. Feierabend und nochmals das ETAP buchen? Wir entschieden, den Antwerpener Hafen noch abzufahren und danach außerhalb eine Bleibe zu suchen. Im Hafengebiet steht ein Fort. Zum Glück ist es verlassen, denn 4 Feuer stehen daran. Unsere letzte Station für heute war Doel. Das Dorf ist komplett umbaut mit Industrie, einem Kraftwerk und Hafenanlagen. Die meisten Leute sind schon weg gezogen, eine richtige Geisterstadt. Aber die Leuchtfeuer standen noch.
Wir befragten Else, das Navi, nach Hotels in der Umgebung. In Beveren sollte was sein. Als wir dort ankamen, dachte ich sofort: Hier werden wir nicht wohnen! Zu teuer, zu vornehm. Hier nimmt Alex nie ein Zimmer. Doch er kam mit Schlüssel zurück und sagte nur: "Der Sex hier muss für 84€ aber gut werden" ;-) Das Zimmer war riesig, hatte Balkon, TV und ein Bad mit Dusche und Wanne. Einen Kilometer entfernt war ein chinesisches Restaurant (Peking, Albert Panisstraat 139). Da fuhren wir nach einem Tässchen Kaffee hin.
Abends nahm Alex ein entspannendes Bad. Endlich mal nicht nur duschen.

Freitag, 11.05.07
Terneuzen - Zeebrügge
274 km, 82 Feuer
Wir kosteten das schöne Zimmer lange aus und starteten erst nach 9:00. Das erste Feuer war östlich von Terneuzen. Dann ging es bei waagerechtem Sturm in den Ort hinein. Dann wurde der Kanal von Terneuzen bis Gent gefeuert. Es kamen industrielle Feuer, die erstaunlich gut zu kriegen waren. Der Deich war befahrbar und kein Firmengelände. Als wir um 14:30 nach Breskens fuhren kam sogar die Sonne raus. Um 16:00 hatten wir ein Feuer in Cadzand. Also hier möchte ich keinen Urlaub. Alles zugebaut und Nepp mit Parkgebühren. Knokke-Heist schien etwas besser zu sein, aber das war nicht so. Der Ort ist riesengroß und unpersönlich. Aber es stehen viele schöne alte Villen rum.
Nun ging es weiter nach Zeebrügge. Auf dem Weg sahen wir Kühe mit riesigen Hintern. War bestimmt eine spezielle Züchtung.
Zeebrügge war schnell abgefeuert. Zwar waren überall Firmengelände, aber von der anderen Seite konnte man rüber fotografieren. In der Nähe des Hafens machten wir ein Zimmer im Formula 1-Hotel fest. Das ist ETAP in billig. Zimmer kostete 37€, ohne Bad. Die waren auf dem Gang.
Das Hotel bestand aus Containern, sehr hellhörig und irgendwie nicht mein Fall. Besonders komisch war das (gefühlt) 12 m lange Bettlaken. Es dient als Laken, oben ist das Kissen darin eingeschlagen und unten geht es in die Zudecke über. Ich kam mir vor wie Jesus im Turiner Grablinnen.
Das Publikum im Hotel ist auch nicht das Beste.

Samstag, 12.05.07
Blankenberge - Duisburg
380 km, 14 Feuer
Unser erstes Ziel war Blankenberge. Hier gibt's viele Hotels und Restaurants (wären wir gestern mal weiter gefahren). In Oostende hatten wir Glück mit dem Feuern. Weil es noch so früh war (8:15) kamen wir gut durch. Bei unserem letzten Stopp in Nieuwport hängte sich Else auf. Zum Glück fanden wir die letzten 5 Feuer auch so. Unser Zuhause hatte Else aber noch gespeichert und wir machten uns auf die Heimfahrt.
Statistik:
Gefahrene Kilometer: 2240 km
Anzahl Leuchtfeuer: 365
Tagesdurchschnitt 52
Zimmerpreis im Schnitt 60€
Essen kostete durchschnittlich 34€
Wir verbrauchten 200 l Sprit und zahlten dafür 285€