Nach langer Überlegung entschieden wir uns Anfang des Jahres die spanische Mittelmeerküste zu feuern. Die Vorbereitungen gingen los:
Reiseführer von Michael Müller kaufen, Straßenkarten mit dem besten Maßstab besorgen, Leuchtfeuer aus den List of Lights heraus schreiben, Seekarten sichten, nachbestellen, kopieren und LF in den Seekartenkopien markern. Dann wurden Filme gekauft, billige Stand-by Tickets und einen Mietwagen besorgt und über Zielflughäfen nachgedacht. Wo fangen wir an zu Feuern, wo hören wir auf? Wir entschieden uns, nach Reus zu fliegen, der nördlichste Flughafen der mit Billigtickets angeflogen werden kann. Dann wollten wir nach Norden Richtung französischer Grenze feuern, von da aus über die Autobahn zurück nach Reus und dann südlich weiter bis Gibraltar.
Tja, die Urlaubsvorbereitungen bei Leuchtfeuers sehen etwas anderes aus als bei normalen Touristen!
Donnerstag, 13.06.02
Gefeuert von Salou bis Sitges.
130 km, 38 LF
Um 9:20 fing unser Urlaub an. Wie es sich gehört, verbrachten wir den Start im Cockpit. Ankunft in Reus 11:30. Ein kleiner übersichtlicher Flughafen, alles ging zügig voran und um 12:30 hatten wir bereits unseren Mietwagen. Der Peugeot 307 entsprach unseren Anforderungen. Die Koffer passten in den Kofferraum, die Ablageflächen waren leuchtfeuertauglich, nur an das Vorglühen des Diesels musste ich mich erst mal gewöhnen. Am Straßenrand sind wir in leichtere Kleidung geschlüpft und haben uns natürlich nicht eingecremt. Es ging ja ein schöner Wind bei Temperaturen um 26° . Die Quittung hatten wir dann abends: leichter Sonnenbrand!
Die Strände hier waren traumhaft schön, aber alles ist total zugebaut. Kein Vergleich zu Griechenland. Nach 130 km waren wir um 19:15 in Sitges angekommen und suchten eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Touri-Info war bereits geschlossen aber es hing ein Stadtplan mit Hotels und Hostals aus. Dort stand, dass die preiswerteste Kategorie bereits 50 € kostet. Teurer Urlaub!
Das Hostal "Casa Bella" hielt nicht, was der Name versprach. Das Zimmer war zwar geräumig und sauber, aber sehr einfach und zur belebten Straße raus.
Erster Urlaubsschreck: Der Tauchsieder passte nicht in unsere neuen Leuchtturmtassen! Man experimentierte mit Zahnputzgläsern!
Anschließend bummelten wir durch den Ort und nach (für uns sehr kurzer) Überlegung, kehrten wir in eine Pizzeria ein.
Freitag, 14.06.03
Gefeuert von Sitges bis Cabrils
132 km, 65 LF
Um 7:00 war die Nachtzeit zu Ende. 8:00 Abfahrt zum 1. Feuer, Aiguadolc, ein keiner Jachthafen. Danach eine malerische Zementfabrik. Dort saß ich in der Morgensonne, mit Blick auf Mole, Feuer und Alex. Der Ausblick von der Küstenstraße zwischen Aquadolce und Garraf war traumhaft schön. Die Ortschaften durch die wir kamen waren zwar verbaut, aber es gab wenig Tourismus.
Um 10:00 waren wir in Barcelona, ein Schreckgespenst für Autofahrer. Auch als Leuchtfeuerer hatte man schlechte Karten: Die Hafenbecken waren entweder mit Toren verschlossen oder mit Wärtern und Schranken verbarrikadiert. Zum Glück hat man hier wie auch in Tarragona einen riesigen befahrbaren Wellenbrecher gebaut, so das man die Feuer von der Meerseite schießen kann.
Das Wetter: 29-32° mit angenehmen Wind.
Gegen 19:00 schossen wir das letze Feuer in El Masnou. Der Ort war so blöd - hier wollten wir nicht schlafen. Die Hauptstraße und die Bahnlinie gingen direkt am Strand entlang. Also zum nächsten Ort, Premia de Mar. Wir irrten in dem Einbahnstraßensystem umher und fanden nur ein Hotel direkt an der stark befahrenen Küstenstraße. Das Zimmer sollte 77 € kosten! Also weiter zum nächsten Ort. Mittlerweile war es 21:00. In Villasar de Mar war das gleiche Desaster. Bahnlinie, Küstenstraße, kein Tourismus, keine Hostals. Aber ein Hinweisschild zu einem Hotel in Cabrils, etwas im Landesinneren gelegen. Dort bekamen wir ein Zimmer für- oh Wunder - 46 €.
Trotz der späten Uhrzeit genehmigten wir uns zuerst einen Kaffee auf unserer Terrasse und genossen das Abendlicht auf die Berge. Im hoteleigenen Restaurant aßen wir überteuert zu Abend. Was heißt noch mal Kaninchen auf spanisch? Ohne unseren Reiseführer "Michael Müller" waren wir mit der spanischen Speisekarte aufgeschmissen.
Samstag, 15.06.02
Gefeuert von Cabrils bis Feliu Guixols
128 km 25 LF
Am 3. Tag sind wir erst um 10:00 los. Wir haben ja auch Urlaub!! Wieder lagen die Häfen jenseits der Küstenbahnlinie und die Übergänge bzw. Tunnel waren schlecht oder gar nicht ausgeschildert. Außerdem kamen wir dauernd in Staus weil die Spanier samstags alle an Meer wollten. In den meisten Jachthäfen, die wir anfuhren, wurde kräftig Parkgebühr verlangt. Das hatte aber den Vorteil dass man wirklich einen Parkplatz bekam. In Feliu Guixols fanden wir innerhalb von 10 Minuten die Pension "Geis". Es war ein schöner Ort, wenig Tourismus aber mit ausgeschilderten Pensionen. Nach einem ausgiebigen Bummel durch den Ort aßen wir beim Chinesen zu Abend. Von da ab waren wir mit dem "chinesischen Virus" infiziert. Das Essen bei den spanischen Chinesen war preiswert, gut, und vor allem bekannt! Das konnten wir von den rein spanischen Speisekarten ja nicht behaupten.
Sonntag, 16.06.02
Gefeuert von Feliu bis Roses
185 km, 37 LF
Um 9:30 ging´s los zum 1. Feuer in Platja d´Aro. Das ist eine tolle Jachtclubanlage mit Appartements, sehr ruhig und schön gelegen. Dann fuhren wir weiter über Palamos zum Leuchtturm San Sebastian. Dort haben wir gepicknickt und das herrliche Panorama genossen.
Die Landschaft im Hinterland der touristischen Küstenstädte ist sehr schön. Sie erinnert ein wenig an das Bergische Land.
Übernachtet haben wir in Roses. Dort bekamen wir ein Zimmer in der Pension "Pescades" für 30 €, allerdings wieder in einer schmalen Seitengasse ohne Parkplatz. Ich musste das Auto arg an die Seite quetschen und mit Warnblinkanlage warten ob im Hostal ein Zimmer frei war. Es war frei, wir räumten das Auto aus und eigentlich wollte ich den wagen nur ein bisschen nach vorne parken und....peng! Ich hatte einen Pöller mit genommen! Ist aber nicht viel passiert. Alex hat den Wagen wie immer irgendwo geparkt und wir hatten endlich unseren Feierabend mit Pulverkaffee.
Wir fanden ein Restaurant in dem wir endlich ein spanisches Menue del Dia (Tagesmenü) essen konnten. Kostete auch nur 8.35€. Anschließend bummelten wir über die hübsche Promenade, tranken Cocktails und ließen es uns gut gehen.
Montag,17.06.02
Gefeuert von Roses bis franz. Grenze und von Salou bis Cambrills
353 km, 14 LF
Heute war Schotterstraßentag! Die Strecke zum LT Cadaques war so wie ich sie nicht mag. Alex musste dann auch zurückfahren. Zum LT Creus führte eine schöne Küstenstraße.
Bald sind wir am ersten Etappenziel unserer Reise. Die französische Grenze ist nah. Die letzten zwei Städte vor der Grenze waren etwas trostlos. Im Grenzort haben wir ein Picknick unter´m letzten LF gemacht, bevor wir den Rückweg nach Salou antraten. Wir nahmen die Autobahn. 3 ½ Stunden und 10 € Maut später waren wir wieder hinter Tarragona.
Die Küste hier heißt Costa Durada (hatte ich noch nie gehört). Traumhaft schöne lange Strände gibt es hier. Wir hatten Glück dass wir schon früh ein Hostal in Cambrills, direkt am langen Strand gefunden haben. Das hieß für mich: endlich schwimmen und Sonne tanken. Alex hat natürlich noch ein wenig mit dem Rad rumgefeuert. Aber auch er hat das anschließende Bad im Meer genossen. Zu unserem Hostal gehörte ein Restaurant mit "All you can eat-Buffet". Aber da keine Gäste da waren, haben wir es auch nicht gewagt dort zu essen. Da sind wir lieber beim Italiener eingekehrt.
Dienstag, 18.06.02
Cambrills bis Alcanar
222 km, 29 LF
Eines der ersten Ziele des Tages war Calafat. Ein Nobelort, der so nobel ist, dass er noch nicht mal ausgeschildert ist. Man will unter sich sein. Deshalb ist auch der Hafen mit einer Schranke verschlossen. Armer Alex - er musste den steilen Berg mit dem Fahrrad runter und wieder rauf, derweil ich in der Gosse saß und das Tagebuch schrieb.
Es gibt sie also doch noch in Spanien!! Bei l'Estany Gras gibt es eine schöne einsame Bucht. Man fühlt sich wie in Griechenland.
Nach einer Kaffeepause in Ampolla ging es weiter in das Ebro-Delta. Ein riesigengroßes Gebiet, in dem Reis angebaut wird. Reisfelder, soweit das Auge reicht. In 5 Stunden sind wir über 100km durch wassergeflutete Felder gefahren um 5 LF zu schießen. Dafür haben wir aber viele Reiher gesehen. Nachdem wir den Reis nicht mehr sehen konnten, fuhren wir mit einer Fähre auf die andere Seite der Ebene. Dort wartete La Bana , eine aus Sand bestehende Landzunge. Die auf der Straßenkarte eingezeichnete Straße entpuppte sich als ausgefahrener, nichtasphaltierter Weg. Zum Glück fuhr ein LKW vor uns. Wenn der nicht im Sand versinkt, dann wir auch nicht. Der Sandweg endete an einer Saline mit dazugehöriger Fabrik. Trotz der Verbotsschilder fuhren wir hinter dem LKW in die Salinen, denn am anderen Ende der Salzfelder war unser Leuchtfeuer. Überall standen rosa Flamingos im Wasser. Noch nie hatten wir die großen Vögel in freier Wildbahn gesehen.
Unsere Fahrt wurde jedoch jäh von einen Wildhüter auf einer Motocross-Maschine gestoppt. Er erlaubte uns zwar vom momentanen Standpunkt ein Foto zu schießen, aber näher ran durften wir nicht.
Er begleitete uns zum Werkstor, um sicher zu gehen dass wir auch tatsächlich weg waren. Auf dem Rückweg über den schmalen Sandstreifen machten wir eine Badepause. Strand soweit das Auge reicht. Ich behaupte sogar das dieser Strand eine Konkurrenz zu Römö ist.
Wieder auf festen Boden zurück, beschlossen wir ein Hostal zu suchen. An der Küstenstraße kurz vor Alcanar fanden wir das Hotel Monte Carlo. Großer Name, nichts dahinter! Das Zimmer hatte keinen Balkon, aber Meerblick.
Allerdings war vor dem Blick auf´s Meer noch der Blick auf einen halbleeren, versifften Swimmingpool. Aber das Hotel war ruhig, bis auf die Mücken und trotz Betonfabrik in der Nachbarschaft. Nach Einbruch der Dunkelheit sind wir in den Ort Alcanar gefahren und haben einen Bummel über die Promenade gemacht. Der Ort war nicht touristisch, es gab keine Souvenirläden, keine Nepplokale, viele Fischrestaurant und nur eins mit Fleischgerichten, aber ohne Speisekarte, sondern mit "ansagen". Da hatten wir ein wenig Verständigungsschwierigkeiten.
Statt Schweinekoteletts gab es Lammkoteletts, statt Beefsteak gab´s Naturschnitzel und statt einem Glas Wein gab es eine ganze Flasche. Aber gut war es und vom Preis her lag es im Limit (20€).
Das Lokal lag direkt an der Promenade und der Ausblick war traumhaft. Jedenfalls für einen Leuchtfeuerer!
Im Vordergrund ein Hafen mit 3 Leuchtfeuern, dahinter der LT von der Halbinsel La Bana, die befeuerte Einfahrt zum Zementwerk und eine befeuerte Fischzucht. Für uns war das besser als jedes Laserlicht in der Disco.
Mittwoch, 19.06.02
Von Alcanar bis Sagunt
245 km, 44 LF
Um 9:30 ging es weiter die Küste hinunter. In Vinaros wurde wieder ein Picknick unterm Leuchtturm eingelegt. Die Ortschaften waren normal, nicht nennenswert. Die Zimmersuche fing schon während des Feuern statt, weil wir merkten dass die Gegend mit Appartements von Wochenendurlaubern aus Valencia gespickt war und es keine Hostals gab.
In der größeren Stadt Sagunt wurden wir dann aber doch fündig. Wir zogen in das 6-stöckiges Hotel "Berganin" mit Klimaanlage, TV und Blick über die ganze Stadt. Alex feuerte noch ein wenig mit dem Rad im Hafen von Sagunt herum und ich relaxte auf dem Balkon. Nachdem wir vom Chinesen zurück kamen, sahen wir im Fernsehen das am morgigen Tag Generalstreik sein sollte. Es wird einem auch alles im Urlaub geboten!
Donnerstag, 20.06.02
Sagunt bis Taverna
170 km, 31LF
So ein Generalstreik ist was Tolles! Zwar war die erste Tankstelle die wir anfuhren zu, aber der große Hafen von Valencia war menschenleer und meist frei zugänglich. Die Streikposten ließen uns durch. Gut wenn eine Frau am Steuer sitzt, die will ja nicht im Hafen arbeiten!!!! An einer Schranke kamen wir aber nicht vorbei. Alex hat sich wieder auf´s Fahrrad geschwungen und sich eine ¾ Stunde abgeschunden. Was tut man nicht alles für sein Hobby!
Kurz vor Valencia feuerten wir einen kleinen Sportboothafen. Dort gab es nur einen Parkplatz, der total zugeparkt war. Alex hat es geschafft, den Wagen in eine winzige Lücke zu bugsieren. Großstadtkind! Genauso war es auf der Mole von Collera. Ich habe sofort aufgegeben, bin einfach ausgestiegen. Alex kann halt jedes Auto auf einer Briefmarke wenden.
Streckenmäßig liegen wir gut in der Zeit. Wir haben die Hälfte rum.
Unsere Zimmersuche haben wir in Collera begonnen und in Taverna sind wir erst fündig geworden. Pension Ursula! Ursula ist eine ostpreußische Adlige, die vor über 40 Jahren mit ihrem Mann zusammen hier ein Haus gebaut hat. Damals wohnten die beiden ganz alleine an diesem langen Strand. Kein Haus, kein Ort in der Nähe. Heute ist dieses kleine nette Haus umgeben von Hochhäusern, Bettenburgen und Tourismus. Mit dem schönen Garten wirkt es wie eine Oase im Großstadtdschungel.
Unser Zimmer hatte zwar keinen Balkon aber wir konnten unseren Kaffee im Garten einnehmen. So gestärkt bummelten wir durch den Ort, aßen zu Abend und saßen anschließend in einer kleinen Bar direkt am Strand. Zur linken guckten wir auf den LT von Collera, zur rechten auf den von Cabo de St. Antonio. Für Leuchtfeuerer eine phantastische Aussicht.
Freitag, 21.06.02
Gandia bis Calpe
175 km, 30 LF
Unser erstes Feuer lag in Gandia. Dort saß ich auf der Mole, schrieb das Tagebuch und ließ mich währenddessen von Ameisen auffressen. Zwischen Collera und Gandia-Oliva hatten wir einen Stau. Deshalb haben wir uns bei Oliva erst mal abgekühlt und ein schönes Bad im Meer genommen. Schöner Strand, klares Wasser, aber die kleinen Fische knabberten uns dauernd an den Füßen rum!
Gegen Mittag nahmen wir ein kleines Lunch bei McDoof (wie auch schon gestern!!!) Danach fuhren wir zum Berg auf dem der LT San Antonio steht. Von hier aus hatte man einen traumhaften Ausblick auf Javea. Danach ging es weiter zum LT Cabo de la Nao, von hier aus ist es bis zu den Balearen nicht mehr weit.
Wir näherten uns der Touristenmetropole Calpe. Auf dem Weg dorthin kamen wir an 14 China Restaurant vorbei. Hatten wir uns verfahren? Waren wir so weit östlich gefahren dass wir in Asien waren?
Am Hafen, der außerhalb von Calpe liegt, fanden wir eine Pension mit belgischem Besitzer. Für 30 € bekamen wir eine Unterkunft mit Schlafzimmer, Salon und Bad. Man durfte nur nicht die Terrassentür im Salon öffnen! Dann stand man nämlich in der Abstellkammer. Da wir keinen Balkon hatten, stellten wir 2 Stühle auf den Bürgersteig vor´m Haus, benutzen den Stromkasten als Tisch und nahmen in der Nachmittagssonne unseren Kaffee ein.
Das war richtig gemütlich. Alex las die deutschsprachigen Prospekte der Supermärkte, die als Beilage in der deutschen Touri-Zeitung lagen. Seit Javea hat sich alles verdeutscht! Gestern noch konnten wir kaum eine Speisekarte entziffern, heute ist alles in deutscher Hand. Besuch bekamen wir auch! Eine zahme, schwarze, dreckige Katze, die total verschmust war.
Wir aßen am Hafen Paella in einem netten Fischlokal denn wir hatten keine Lust auf den Massentourismus in der Innenstadt. 3 Lokale zur Auswahl reichten völlig.
Anschließend haben wir einen langen Spaziergang um den Felsen von Calpe gemacht Er heißt Ifach, ist riesengroß, ca. 200m hoch und sehr imposant. Man hat den Weg drum herum quasi aus dem Gestein gesprengt und eine sehr schöne Promenade mit toller Bepflanzung gemacht. Kunstvoll geschnittener Buchsbaum, blühende Pflanzen, auf der einen Seite der bedrohliche Felsen, auf der anderer das tosende Meer. Das indirekte Licht machte die Promenade richtig romantisch.
Samstag, 22.06.02
Calpe bis La Marina
166 km, 33 LF
Wir sind am nächsten Morgen erst um 10:30 losgefahren. Schließlich haben wir ja Urlaub!!
Dann der Schock: Benidorm! Mehr Hochhäuser als New York, totales Verkehrschaos, ein Getümmel von Menschen, einfach grausam. Zum Glück ist Alex gefahren. Nach fast einer Stunde hatten wir immer noch keinen Parkplatz. Alex hat dann in einem Wendehammer am Hafen gehalten und ist per Rad weiter gefahren. Ich stand im Weg, mit permanenter Angst vor Knöllchen, wurde von Zigeunern angesprochen und fühlte mich arg unwohl. Ich habe mich selten so gefreut Alex wieder zu sehen.
Hoffentlich bleiben uns solche Horroransiedlungen in Zukunft erspart.
So konnten wir das Hochplateau von Santa Pola mit seinem Leuchtturm um so mehr genießen. Ruhe, Picknick, schöne Aussicht.
Ab Santa Pola haben wir ein Quartier gesucht und sind in einem Vorort von La Marina fündig geworden. Wir hatten Angst keine Unterkunft zu finden, weil am Wochenende die Madrider an der Küste einfallen. Dieses abgeschiedene Kaff war schön klein, 2 Hostals, 2 Restaurants und eine Hand voll Sommerhäuser, direkt am Strand. Wir sind in der Abendsonne noch schwimmen gewesen und haben anschließend in unserem Hostal "Maruja" auf der Terrasse zu Abend gegessen. Beim Wein haben wir uns dann an dem Discolicht zweier Fischzuchten, dem LT Santa Pola und einem beleuchteten Radiomast ergötzt.
Die Nacht war traumhaft ruhig. Keine Mücken, gutes Bett, nicht zu warm und die Wellen klatschten an den Strand.
Sonntag, 23.06.02
La Marina bis Cabo Palos
259 km, 31 LF
Das erste Feuer des Tages war der Radiomast. Dann ging es weiter auf die Landzunge La Manga. Auf der Landkarte sieht das ähnlich aus wie der große Sandstrand von La Bana. Aber Pustekuchen: Hochhäuser in Reih und Glied wie Miami Beach in hässlich. Da entschädigt einen der Ausblick vom LT Cabo de Palos.
Gegen Mittag hatte ich einen kleinen Sonnenstich. Kein Wunder, es sind 36° im Schatten, aber da sind wir ja nie!! Vor der Militärakademie von San Javier. Habe ich mich am Straßenrand in den Schatten gesetzt. Als Alex mit dem Rad zurück kam, haben wir einen Kaffee in einen kleinen Café direkt gegenüber der Akademie getrunken. Dabei überlegten wir, dass so eine Militärbasis bestimmt ein tolles Ziel für Angriffe der ETA ist. Na, in welchem parkenden Auto ist wohl die Bombe versteckt?
Keine 2 Minuten später ging die Alarmanlage eines Autos direkt vor uns los. Wir haben uns vielleicht erschreckt!!! Fluchtartig haben wir den Ort verlassen.
Nächstes Ziel nach der Landzunge hieß Portman. Der Ort war ziemlich ausgestorben. Anfang des Jahrhunderts wurde hier wohl Erz abgebaut. Heute stehen nur noch die Industrieruinen da. An Zimmer nicht zu denken. Weiter nach Escombreras. Auf dem Weg dorthin konnte man das Spiel spielen: Ich rieche was, was du nicht riechst! Müllkippen, Müllverbrennungsanlage, Öltanks, chemische Industrie. Alles nett in die menschenleere hügelige Landschaft integriert. Dort war auch unser eigentliches Ziel, der Hafen Puerto de Escombreras. Den ließen wir wegen dem Gestank vorerst links liegen und fuhren weiter nach Cartagena, in der Hoffnung in dieser Großstadt ein Zimmer zu finden.
Aber es gab keine Hostals, nur teure 3-4 Sterne-Hotels. Wir kamen durch düstere Stadtviertel, in denen man schnell die Zentralverrieglung von innen schloss.
Endlich hatten wir in einer Seitenstraße ein Hostal entdeckt. Doch vor der Tür saßen Gestalten, die uns ausgeraubt hätten, noch bevor wir überhaupt ausgestiegen wären!
Wir machten uns auf der im Landesinnern gelegenen Schnellstraße auf den Rückweg, in der Hoffnung, dort etwas zu finden. In den kleinen Orten am Wegesrand war aber nichts. Also fuhren wir ganz zurück nach Cabo Palos. Alex erinnerte sich, dort ein Schild von einer Pension gesehen zu haben.
Die Pension Michaela war geschlossen und wir versuchten es im Ort weiter. Wir fanden dort ein ziemlich abgewracktes Hotel in einer Nebenstraße. Die wollten 74 Euro für die Bruchbude haben! Dann schlafen wir lieber im Auto! Noch mal zurück zu "Michaela" und siehe da: im Nebenhaus war der Besitzer! Das Zimmer kostete 30 €, war schön geräumig, mit Balkon und nettem Bad, aber, mit nur einer Steckdose! Irgendwas ist immer!! Damit konnten wir prima leben und kochten mit Hilfe dieser einen, halbdefekten Steckdose erst mal Kaffee.
Während wir unseren wohlverdienten und verspäteten Kaffee auf dem Balkon genossen hörten wir laufend Knaller hoch gehen. In den Gärten der Häuser gegenüber brannten überall Feuer und auch von anderen Häusern zog Rauch auf. Schnell den MM-Reiseführer befragt und festgestellt, dass in der Nacht vom 23. auf den 24.06. Mittsommernachtsfest gefeiert wird. Man verbrennt alte Möbel, knallert und feiert die ganze Nacht.
Von dieser Sitte hätten wir in Benidorm sicher nichts mitbekommen.
Um 22:00 machten wir uns auf den Weg zum kleinen Hafen und aßen dort beim Spanier italienisch und tranken deutsches Bier. Wir wurden vom ersten deutschsprachigen Kellner des Urlaubs bedient.
Anschließend fuhren wir zum Leuchtturm um die Mittsommerfeier zu sehen. Überall gingen Knaller hoch, am Strand war ein großes Feuer entzündet und wir genossen zusätzlich das Leuchten des LT Palos.
Um Mitternacht fielen wir todmüde ins Bett, doch an Schlaf war nicht zu denken. So muss man sich fühlen wenn man versucht, Silvester vor 24:00 zu schlafen! Irgendwann bin ich doch eingeschlafen, aber Alex hat Mücken gejagt, schreiende Kinder verflucht, hustende Frauen auf dem Gang gehört und dem Pärchen über uns beim Beischlaf belauscht. (Unfreiwillig!)
Montag, 24.06.02
Escombreras bis Aguilla
200 km, 32 LF
Die Sonne war weg! Ich stand wie immer um 8:00 auf und sie war nicht da. Aber das konnte uns an diesem Tage nur recht sein, denn wir hatten ja den Chemie und Ölhafen vor uns, und ohne Hitze stinkt es nicht so stark. Nach einer Stunde waren wir mit dem stinkenden Puerto de Escombreras fertig. Weiter nach Cartagena. Dort hat Alex alles größtenteils mit dem Rad gefeuert.
Die nächsten drei Feuer lagen in einem militärischen Sperrgebiet und waren nicht zu kriegen.
Also weiter zum LT Tinoso, kurz vor Mazzaron. Eine schöne Serpentinenstrecke führte die Berge hinauf. Doch dann, als das GPS links anzeigte stand dort ein Schild "Militärisches Sperrgebiet". Brav wie wir nun mal sind, fuhren wir weiter geradeaus. Dieser Weg endete auf dem Berggipfel neben einem Radiomast. Kein Leuchtturm weit und breit, aber eine phantastische Aussicht über die Bucht von Mazzaron. Schließlich waren wir laut GPS 400 m über dem Meer, aber die Aussicht nutzt einem nichts, wenn mal eigentlich einen LT sucht. Also Fahrerwechsel (Schotterweg, keine Randbefestigung und dann bergab.....nichts für Tina!) den Weg zurück bis zur Einbiegung in das Sperrgebiet.
Ganz langsam sind wir da lang gekrochen, immer in der Angst dass man uns abknallt.
Wieder ein Warnschild, aber kein Mensch zu sehen. Dann kam eine Straßensperre, aber die war offen und unbewacht. Von da aus sahen wir eine Art Festung am Horizont, mit riesiger Kanone (Flakstellung o. ä.). Aber es war weit und breit kein Mensch da.
Als wir am Gebäude ankamen stellten wir fest, dass die Festung verlassen war. Der Baustil war bei näherem Hinsehen sehr eigenwillig. Alte Grundmauern, auf denen im alten Stil neu gebaut war, aber mit niedlichen Zinnen. Es sah aus wie ein Disney-Schloss.
Wir sind ein bisschen darin rumspaziert, haben uns dann aber weiter auf den Weg zum LT gemacht. Der Weg ging steil nach unten und hinter einer Kurve lag er dann!
Daneben war ein Brunnen, in dem noch Wasser war. Zeit zum Auto waschen!!
Mit sauberem Auto gings dann weiter über Mazzaron nach Aguilla. Berge, Täler und Gemüseplantagen soweit das Auge reicht.
Dank der Touristeninformation fanden wir die Pension "Rodriguez" ohne Bad mit Balkon (und mit 3 Steckdosen!!) an der Ausfallstraße nach Osten. Preis: 24€
Zum Essen waren wir in einem orientalischen Restaurant. Das einzige was ans Morgenland erinnerte war das knallharte Brot in Form von Kreolen! Ansonsten spanische Gerichte. Anschließend fuhren wir zu einem Cafe um die 6 LF des Hafens zu sehen.
Dienstag, 25.06.02
Von Aguilla bis Almeria
265 km, 17 LF
Zum ersten Feuer in Garrucha hatten wir eine lange Anfahrt durch die Berge. Wegen der Steilküste gibt es keine Straßen am Meer entlang. Die Strecke durch das Landesinnere war schön, trostlos und menschenleer. In Garrucha tobte dann wieder das Leben. Es gibt dort zwar Tourismus, aber sanft, ohne Hochhäuser.
Der nächste Anlaufpunkt war der Hafen von Carboneras. Erst ein Fischereihafen, dann ein Industriehafen mit Werkstor. Alex fand ein Loch in einem Bauzaun und trabte zu Fuß los. Nach 10 Minuten stand er triefnass vor mir mit den Worten: Ich bin ins Wasser gefallen!!
Ich wollte nur wissen ob er sich weh getan hat, aber er interessierte sich nur für seine nasse Kamera. Es war aber auch alles nass! Die Kamera, das Handy, das Stativ, die Objektive und vor allem Alex.
Er war auf der Mole auf glitschigen Steinen ausgerutscht. Wir fuhren ein Stück weiter zu einem einsamen Strand, den Alex vor seinem Fall vom Hafen aus entdeckt hatte. Dort trockneten wir seine Klamotten eingeklemmt in den Autofenstern und die technischen Teile auf dem Armaturenbrett.
Auf diesen Schreck gingen wir erst einmal schwimmen. Obwohl wir direkt neben einem Industriehafen im Wasser waren, war das Meer sauber und klar. Wir hatten eine tosende Brandung am feinen Kieselstrand.
Danach untersuchte Alex die getrockneten Elektronik-Teile und stellte fest, dass alles wirklich kaputt war. Seine Trauer war groß. Wie sollte er mit meiner Popelskamera die Bilder schießen? Da gab es nur eins: in der nächsten größeren Stadt eine neue Kamera kaufen.
Wir fuhren weiter zum LT Punta de la Polacra. Auf halben Wege versperrte ein Tor die Straße. Laut GPS waren es aber noch 3 km Luftlinie bis zum Leuchtturm. Alex setzte sich auf´s Rad, schnappte meine Kamera und fuhr ohne Handy den Berg hinauf. Das Wetter hatte sich verschlechtert und ein Sturm kam auf. Ich saß geschützt im Wagen und wartete. Und wartete und wartete. Der Sturm wurde so stark, dass der Müllcontainer auf dem Parkplatz umkippte. Von Alex keine Spur. Ohne Handy konnte ich ihn auch nicht erreichen. Endlich, nach einer Ewigkeit kam er den Berg runtergebraust. Gottlob war er unbeschadet zurück.
Nachdem wir den nächsten Hafen mit Kleinbildkamera gefeuert hatten, ging´s in die Großstadt Almeria zum Kamera kaufen. Es war eine Irrfahrt durch enge Gassen nach einem Fotogeschäft. Endlich hatten wir ein Schild "Canon" gefunden, aber die verkauften nur Kopierer. Dort bekamen wir die Adresse von einem Fotoladen. Als wir den endlich gefunden haben stellten wir fest dass er keine Canons hatte. In einem anderen Fotogeschäft holte Alex ein Angebot ein (Männer! Statt das Ding gleich zu kaufen!......) und die Suche ging weiter. Ich hatte keine Lust mehr, also suchten wir ein Hostal. In der Nähe des Flughafens wurden wir fündig. Alex ließ die Genervte im Hotel "Los Angelos" zurück und fuhr wieder in die Stadt. Ich stellte derweil im Hotel fest, dass der Kaffee zur Neige geht. Aber - Alex hatte ja kein Handy mehr! Scheißtag.
Um 21:30 kam Alex endlich wieder- mit Kamera. Leider stellte er fest, dass die Objektive auch kaputt waren. Morgen wird umgetauscht.
Zum Essen sind wir 20 km weiter stadtauswärts gefahren. Dort haben wir eine Pizzeria gefunden. Ich brauchte erst mal 2 große Biere und Alex 3 Cola! Er war richtig geknickt wegen des Kameraverlustes.
Aber irgendwann braucht er ja eh eine Neue, und Geburtstag ist auch bald!
Mittwoch, 26.06.02
Almeria bis La Rabita
170 km, 33 LF
Am nächsten Morgen wurde die Kamera umgetauscht und auf ging´s zum 1. Feuer des Tages. Nach 2 Minuten kam Alex wieder zurück- mit einem Platten! Innerhalb von 24 Stunden zwei große "Pannen" zu haben ist ungerecht. Zum Glück haben die Polizisten uns in den abgesperrten Hafen gelassen (wir haben auf doofe Touris gemacht). So konnte ich bis an die LF ranfahren und wir brauchten das Rad erst mal nicht. Wir hatten schließlich viel vor heute. Durch den Zeitverlust gestern hatten wir heute 31 Feuer vor uns. Aber ohne Rad?
In Adra fanden wir einen Zweiradhändler der Alex Rad reparieren konnte. Er hat jetzt zwar einen Cross-Reifen drauf, mit dicken Noppen, aber die Reparatur kostete nur 14€.
Um 17:30 war das Rad fertig und mit den 5 Feuern von Adra hatten wir unser Tagessoll erfüllt.
Nach Adra suchten wir ein Quartier. Einer Eingebung folgend fuhren wir in La Rabita von der Küstenstraße ab. Das erste Hostal hatte zu. Das daneben hatte keine Balkons. Ein Stück weiter fanden wir ein 1-Sterne-Hotel. Für 44€ haben wir dort die beste Unterkunft des Urlaubs gehabt. Riesiges Zimmer mit tollem Balkon, ein Bad mit Wanne und großen Ablageflächen, Steckdosen ohne Ende, Fernsehen, Meerblick und eine richtige Klimaanlage.
Der Ort war klein, aber richtig schön, mit tollem Strand und einer Promenade.
In einer kleinen Kneipe haben wir zu Abend gegessen. Anschließend sind wir in eine Bar gegangen und haben Wein getrunken. Wir waren die einzigen Gäste und wurden von 2 "Vor-Teenagern" bedient. In dieser Bar haben wir die ersten traditionellen Tapas zum Getränk bekommen. In den Tourigebieten gibt es die ja gar nicht mehr kostenlos zum Drink.
Die erste Portion bestand aus Brot, einem gegrillten Kaninchenbein und geschmorter Paprika. Die 2. Portion war Tomate, Oliven und etwas undefinierbares was zwischen aufgeschnittenem Brot lag. Pflanze oder Tier? Es war schwarz, heiss und roch nach Sauerbraten. Unter einer Art Haut sah das Ganze aus wie gepöseltes Rindfleisch. Wir beschlossen dass das nur Kutteln oder sowas sein konnte und aßen es nicht. Für unsere 4 Getränke incl. Tapas zahlten wir nur 4€.
Wir hatten eine ruhige Nacht. Keine Mücken und Meer rauschte so schön.
Donnerstag,27.06.02
Von La Rabita bis Benalmadena
245 km, 31 LF
Abfahrt an diesem Morgen war erst um 11:00. Trotz der Pannen liegen wir noch gut in der Zeit. Es war jeweils viel Fahrstrecke zwischen den LF. Die Gegend hier ist stark bebaut. Am LT Punta de Torrox haben wir ein Picknick gemacht. Weiter ging´s Richtung Malaga. Dort hatte ich als Fahrer großes Glück. Auf einer riesigen Mole fand ich einen kostenlosen Parkplatz und Alex hat alles per Rad gefeuert. Es ging kein Wind und auf der Mole war es unerträglich heiß. Ich habe mir die Zeit mit Fischbeobachtungen im Hafenbecken vertrieben.
Nachdem wir Malaga gefeuert hatten, begannen wir siegessicher mit der Zimmersuche. Schließlich befanden wir uns in einem der größten Tourigebieten Spaniens. Doch es gab keine Hostals. Überall standen große Pauschaltouristikhotels, aber für die Individualtouristen war nichts zu kriegen. Torremolinos - nichts! Benalmadena auch nichts! In der Oberstadt Benal Pueblo war auch nichts zu kriegen. Also wieder runter ans Wasser um die Suche fortzusetzen. In Torremolinos gab es an der geschlossenen Touri-Info einen Stadtplan. Dort war ein Hostal in Benal Pueblo eingezeichnet. Also fuhren wir wieder in die Oberstadt. Nach insgesamt 2 Stunden Suche fanden wir dann eine Pension. Das Zimmer war eine kleine Hucke, ohne Balkon und Komfort (44€) aber Hauptsache wir hatten was. Der Ort selber entschädigte aber für alles. Wir wohnten in einer kleinen Seitengasse. Direkt gegenüber des Hauses war ein kleiner Park. Wir bummelten am Abend durch die schönen Gassen. Überall schöne Straßenlaternen, Bänke luden zum Verweilen ein und an jeder Ecke war ein kleiner lauschiger Park. Nach dem Rummel in der Unterstadt genossen wir die Beschaulichkeit hier oben.
Wir aßen beim Italiener zu Abend und bummelten anschließend erneut durch den Ort. In dem kleinem Park vor unserer Haustür war ein Brunnen, umringt von Bänken und mit wunderschönen Blumen bepflanzt. Dort setzten wir uns noch eine Weile hin und lauschten der Tangomusik, die aus einem geöffnetem Fenster kam.
Freitag, 28.06.02
Von Benalmadena bis San Pedro de Alcantara
95 km, 21 LF

Die Fahrerei von Torremolinos bis Cabo Pino war schlimmer als alle anderen Strecken im Norden. Man ist auf der starkbefahrenen Küstenstraße. Dort gibt es nie eine Abfahrt wo man sie braucht. Ewig dieses Abfahren, Suchen, in Gegenrichtung wieder auf die Bahn. Wieder zu weit, drehen, abfahren usw. Ohne diese Küstenstraße kommt man nicht weiter.
Um 15:00 hatten wir erst 6 LF. In San Pedro begaben wir uns auf die Suche nach dem Giefer´schen (Catherines Vater) Anwesen. Catherines Wegbeschreibung war gut. Wir fanden die Straße auf Anhieb. Wir schellten, doch niemand öffnete. Familie Giefer war in Deutschland. Von der Straße aus konnte man das Haus nicht sehen. Eine hohe Mauer und ein großes Tor versperrten den Blick. Schade, ich wollte doch soooo gerne das Anwesen sehen. Alex kletterte die Straßenlaterne hoch, hielt meinen Fotoapparat über die Mauer und schoss Fotos. Von der Rückseite des Grundstücks hatten wir mehr Glück. Freier Blick auf den verwahrlosten Garten und die kleine Hucke von Haus. So wohnen also Millionärs!!
In San Pedro fanden wir eine nette kleine Pension. Wir bummelten durch die Gassen und mussten zugeben dass Herr Giefer sich den schönsten Ort an der Costa del Sol ausgesucht hat.
Samstag, 29.06.02
San Pedro bis Gibraltar
169 km, 15 LF
Nun waren es nur noch ein paar Leuchtfeuer. Das Ende des Urlaubs nahte. Wir behielten das Zimmer für eine weitere Nacht, damit der Weg zum Flughafen nicht so weit war.
Als wir in Blickweite des Felsens von Gibraltar waren, stand zufällig ein LF an einem schönen langen Strand. Dort machten wir eine Badepause. Das Wasser war sehr kalt. Man spürte, dass der Atlantik nah war.
Im letzen spanischen Ort vor Gibraltar war unsere Leuchtfeuerreise zu Ende. Wir hatten 526 LF geschafft, und 3384 km verfahren.
Da wir noch so viel Zeit hatten, fuhren wir nach Marbella in ein riesiges Einkaufscenter zum shoppen.
Zurück im Hostal wurde das Auto grob gereinigt, aufgeräumt und Koffer gepackt. Abend saßen wir in einer kleinen Bar, direkt gegenüber eines Spielwarengeschäfts. Es war interessant zu sehen wie sich die Kinder die Nasen an den Schaufenstern platt drückten und mit allen Mitteln versuchten, ihre Eltern zum Kauf zu überreden.
Sonntag, 30.06.02
Heimflug
Früh morgens gaben wir den Mietwagen am Flughafen ab und warten darauf das sich die Schlange am Abfertigungsschalter auflöste. Stand-by-Flieger müssen zuletzt einchecken. Die Zeit dahin nutzen wir mit "Reiche-Leute-spinzen". Was da am Flughafen rum läuft kann man sich nicht vorstellen.
Endlich hatten wir es geschafft einzuchecken. Im Flieger angekommen stellte Alex fest, dass er den Piloten kannte. Da wir in einer der ersten Reihen saßen, waren wir von Kleinkindern umzingelt. Also beschlossen wir, den Start im Cockpit zu verbringen. Dort war es nett und lustig und wir beschlossen, den Flug über im Cockpit zu bleiben. Für mich war das besonders angenehm weil der Pilot rauchte und mir auch eine anbot. Im Cockpit rauchen - das hat was!
Außerdem hatten wir im Cockpit die Chance das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft im Radio zu hören.
Tja, so schnell ist ein 17-tägiger Urlaub vorbei! Wir sind täglich im Schnitt 200 km gefahren, haben durchschnittlich 9 Stunden im Auto verbracht und einen Tagesschnitt an Leuchtfeuern von 30 Stück erarbeitet.