Donnertag, 16.06.05
90 Meilen gefahren, 19 Feuer
London-Tower bis Dartford

Um 10:25 flogen wir in Düsseldorf los und um 10:35 Ortszeit waren wir in
London-Stansted. Eine Shuttlebahn brachte uns vom Gate zur Kofferausgabe.
Die Koffer kamen sofort. Dafür fanden wir die Mietwagenausgabe nicht so
schnell. Unseren Wagen, einen Ford, mussten wir direkt wieder tauschen. Ein
2-türer kommt für uns nicht in Frage. Um 12:00 hatten wir Navi-Else
installiert, den Kühlschrank angeschlossen und fuhren los Richtung
Tower-Bridge. Es war sehr windig, aber nicht kalt. Um 15:00 waren wir
inklusive Stau am 1. Feuer. Diesmal fand Alex auch das Nebelsignal an der
Tower-Bridge (1998 waren wir schon mal erfolglos da). Am 2. Feuer, den
Docks of London, fing es an zu nieseln. Ich hatte es geschafft, Fahrenheit in
Celsius umzurechnen. 67° Fahrenheit ist 17° (wers nachprüfen will, hier die
Formel: Fahrenheit -32*5/9).
Zum Glück fanden wir auf dem Weg einen Mac Doof (gut für die Blase) und
einen Lidl (gut für den Kühlschrank). Wir fuhren weiter zum Themse-Sperrwerk.
Es hatte aufgehört zu nieseln. Beim 4. Feuer kam das Fahrrad zum Einsatz. Es
gab eine lange Promenade am Nordufer der Themse. So konnte Alex 3 Feuer
kriegen.
Langsam wurde die Gegend ländlicher, sah allerdings auch ärmlicher aus. Wir
hatten die Vororte von London verlassen. Beim 8. Feuer, es war schon 16:30,
parkte mich Alex auf einer Müllhalde und war zu Fuß weg. Um 18:15 waren wir
an der letzten Themsebrücke, der QE2 angekommen. Die 4 Feuer hier waren
schlecht zu kriegen, denn die Ufer waren mit Industrieanlagen zugebaut. Ich
freute mich schon auf die Küste und das offene Meer.
Alex fährt übrigens toll! Keine Verpatzer wie ich sie in Irland laufend
gemacht habe. Aber sein linker Arm tut weh, weil er das Schalten mit links
nicht gewohnt ist.
Wir versuchten in der Travellogde ein Zimmer zu bekommen, aber das kostete
60 Pfund. Durch Zufall fanden wir ein Campanile-Hotel (1 Clipper Boulevard West, Crossways Business Park, DA2 6QN Dartford). In dieser Hotelkette
hatten wir schon in Rotterdam übernachtet. Das Zimmer kostete 49,00 Pfund und
wurde sofort genommen. Wir nahmen erst mal unseren obligatorischen Kaffee zu
uns. Alex duschte noch und um 20:30 fuhren wir nach Stone um essen zu gehen.
Wir fanden ein Pub der 2 Gerichte für 7,95 anbot. Wir freuten uns, gingen
rein, suchten aus aber - Essen gab's nur bis 20:00 Uhr!
Im nächsten Pub gab es auch nichts mehr. Wir fanden einen Fish &
Chips-Laden, machten Take away uns aßen am Aussichtspunkt von Stone. Man
hatte einen herrlichen Blick auf die QE2-Brücke und die Docks.
Anschließend machten wir brav unsere Hausaufgaben und gaben die Feuer in den
PC ein.
Freitag, 17.06.05
92 Meilen, 49 Feuer
Broadness bis Rochester
Wir wachten früh auf, weil die Sonne schon hoch am Himmel stand. In den
Nachrichten meldeten sie für London und den Osten 28° C. Wir machten uns auf
den Weg und feuerten Gravesend, ein hübscher Ort mit Ausgrabungsstätte und
altem Wehrturm von 1530. Hier gab es hübsche Piers und schöne alte Häuser.
Ein empfehlenswerter verschlafener Ort. Die Landschaft wurde schöner, viele
Felder und wenig Industrie. Das änderte sich auf der Halbinsel Isle of
Grain, deren Nordseite an der Themsemündung liegt. Auch hier waren
mengenweise Felder, aber alle Ufer waren mit Industrie bebaut. Nur unter
größten Schwierigkeiten kam man überhaupt in die Nähe der Themse. Wir
machten mitten in einem Industriegebiet an einem Snackstand Pause, tranken
Kaffee und nahmen ein Sonnenbad bei 25°C.
Der Themse-Port war ebenso verrammelt wie die Industriegebiete. Alex hatte
ja vorgebaut und sämtliche Hafenmeister angeschrieben um Genehmigungen zum
Eintritt in die Häfen zu bekommen. Also ging er mit E-Mails,
Leuchtfeuerverzeichnis und Seekarten zum Hafenmeisterbüro und ward nicht
mehr gesehen. Nach ewiger Zeit kam er wieder mit vielen Feuern in der
Kamera. Jemand fuhr mit ihm zu den Feuern, also ein voller Erfolg.
Die Isle of Grain war ansonsten enttäuschend. Ich hatte mir eine typisch
südenglische Landschaft vorgestellt, aber das war es nicht. Wir hatten
übrigens einen Sonne/Wolken-Mix bei 28°. Da war schwitzen angesagt und das in
England!
Auf der Südseite der Isle of Grain, die am River Medway liegt, wurde das Feuern
angenehmer, weil meistens eine Straße am Ufer entlang ging. In Rochester
parkten wir unter der imposanten Castle von Rochester. Um 17:00 hatten wir
bereits 44 Feuer. Die Städtchen Upnor und Chattham sind zwar sehenswert,
aber es lohnt höchstens ein Ausflug dorthin. Wir sahen nämlich nirgends ein
B&B-Schild. Deshalb beschlossen wir zum Campanile-Hotel zurückzufahren und
im Pub das Menü für 7,95 zu essen. Auf dem direkten Weg brauchten wir nur 25
Minuten zurück nach Stone. Und dafür haben wir auf dem Hinweg einen ganzen
Tag gebraucht!
Das Campanile war freitags preiswerter wegen Weekend-Tarif (38,00). Im Pub
aßen wir das Menü für Zwei, was auch preiswerter war, weil der Kellner
vergaß das Bier zu kassieren.
Die Leuchtfeuer hackten wir auf einer Bank vor dem Hotel ein. Ich hätte
übrigens prompt einen Sonnenbrand, und das in England!
Samstag, 18.06.05
102 Meilen, 58 Feuer
Rochester bis Margate
Am Morgen war es direkt wieder heiß. Zum Glück hatte ich mein
Schlabber-Strand-Kleid mit. Wir starteten von Dartford aus über die Autobahn
nach Rochester und feuerten die südliche Seite des Medway. Danach grasten
wir die nächste Halbinsel, Sheerness, ab. Sie ragt in den Ärmelkanal. Auf der
Nordseite fließt der Medway, auf der Südseite der Swale. Auf Sheerness gibt
es viel Marschland. Alex musste stundenlang über Deiche wandern. Nachdem wir
mit der Halbinsel fertig waren, stärkten wir uns bei MC Doof und fuhren 30 km
nach Whitestaple, der erste richtige Küstenort unserer Reise. Hier gab es
auch wieder B&Bs.
Es war 17:30, die Sonne stand noch hoch am Himmel und das Meer glänzte durch
Abwesenheit. Wir fuhren weiter nach Herne, ein typischer englischer Badeort
mit Amüsier-Parks, Fish & Chips und Promenade. Nächstes Ziel war Margate. Wir
versuchten im Hotel Husar ein Zimmer zu bekommen, aber es war laut, an einer
vielbefahrenden Straße für 50 Pfund. Es war Samstag, da waren Zimmer rar.
Nach längerer Suche fanden wir ein Zimmer im Bear-House (12 Buenos Ayres, Margate, Kent, CT9 5AE, Tel.01843-297188), einem typischen
schmalen Reihenhaus mit engem Treppenhaus. Wir waren unterm Dach
untergebracht, mit Bad auf dem schmalen Gang. Aber es kostete nur 17,00 pP
und hatte TV. Das B&B war vollgestopft mit Kitsch und Plörren. Das
vereinfachte den Durchgang mit Koffern im schmalen Treppenhaus nicht gerade.
Zum Essen gingen wir ins Restaurant gegenüber (Brewsters, The Promenade, Station Green, Marine Terrace, Margate CT9 5AF, Tel. 01843/299280). Ich aß nach über 25 Jahren
mal wieder Yorkshire-Pudding mit Rinderbraten. Zum Abschluss des Abend
gingen wir noch in ein Pub an der Ecke. Es hieß zwar "The Whistler", aber es
war ziemlich laut. Elvis sang sich die Lunge aus dem Hals.
Sonntag, 19.06.05
99 Meilen, 87 Feuer
Margate bis Rye
Wir waren schon um 8:30 unterwegs. Das ist optimal, denn in den Badeorten
schlafen die Gäste noch und man kommt gut durch. Nach dem Leuchtturm North
Foreland feuerten wir uns über Broadstairs nach Ramsgate. Hier hatte man vom
Harbourmaster-Pier einen Rundumblick auf alle Feuer. Wir fuhren durch das
hübsche Örtchen Sandwich (hatte mal einen Seehafen, der aber versandet ist)
nach Deal. Am Wochenende die Badeorte zu feuern ist Horror. Alles ist schon
um 10:00 zugeparkt. Deal hat einen kilometerlangen Kieselstrand und viele
historische Häuser, aber die typisch englische Landschaft ist noch nicht da.
Kent sieht eher aus wie Norddeutschland.
In Dover kamen wir nicht in den Fährhafen und mussten deshalb oben von der
Klippe aus feuern. Wir parkten mit Blick auf Dover Castle und machten nach
dem Feuern eine schöne Brotzeit in der Sonne. Auf der westlichen Seite von
Dover waren die letzten 2 Feuer. Sie waren vor den Sheakspeare-Klippen.
Diese Klippen liegen wie ein kleines Gebirge zwischen tiefliegender Straße
und Meer. Zum Glück ging ein Tunnel hindurch. Am Meer sind dann
Parkmöglichkeiten und Picknickplätze. Alex bekam zwar die Feuer, konnte aber
auch das Flickzeug rausholen.
Wir fuhren weiter nach Folkstone. Es war erträglich heiß weil kein kühlender
Wind ging. Das Meer hatte sich zurückgezogen und der Hafen von Folkstone lag
auf dem Trockenen. Um 14:30 hatten wir bereits 50 Feuer geschossen. Aber da
man nie weiß was noch kommt ist es gut vor zu arbeiten. Auf dem Weg nach
Dungeness fanden wir einen Bike-Shop. Alex hatte nämlich die falschen
Fahrradschläuche dabei. Die im Bike-Shop auch!
Zum Leuchtturm in der Nähe von Dungeness, führte der Weg laut Navi über das
Gelände eines Atomkraftwerks. Ich wunderte ich beim Pischen vor Büschen
noch, warum das so einfach möglich war. Als ich die Hose gerade wieder oben
hatte, kam die Security! Wir konnten aber überzeugen, dass der Leuchtturm
interessanter war als das Atomkraftwerk und dass wir keine Terroristen
sondern Touristen waren.
Nun ging es nach Rye. Der Ort liegt im Landesinneren an einem Fluss, der
extrem stark befeuert ist. Dabei gleicht der River Rye nachmittags bei Ebbe
eher einem Rinnsal mit riesigem Matschrand als einem Fluss. Die Feuer waren
sehr gut zu kriegen. Um 18:30 hatten wir unser letztes und machten uns an
die Quartiersuche. Im Hotel "River Haven" konnte Alex den Preis von 72,50
auf 50 Pfund runterhandeln (Winchelsea Rd, Rye TN31 7EL, Tel. 01797/227982). Das Zimmer war sehr schön, mit Ausblick durch
ein tolles Erkerfenster auf das matschige Rinnsal Rye. Zum Abendessen gingen
wir zu einem kleinen Chinesen. Anschließend setzen wir uns an den Fluss und
gaben unsere Feuer in den PC ein. Innerhalb von 2 Stunden war aus dem
matschigen Rinnsal ein Fluss geworden.
Montag, 20.06.05
155 Meilen, 32 Feuer
Sovereign bis Chichester
Die Nacht am Fluss war angenehm ruhig. Deswegen haben wir auch bis 8:00
gepennt und waren erst um 9:00 auf der Piste. Die nächsten Feuer waren in
Sovereign, einem Vorort von Eastbourne und 44 km entfernt. Mit 21° und Wind
war es am Morgen sehr angenehm, aber schon um 11:00 hatten wir wieder 27°.
In Newhaven hatten wir tolle Feuer! An einer Ruine, einer Schwingbrücke und
Verkehrssignale, was immer das auch sein mag.
Nun ging es weiter nach Brighton (In memorial Catherine! Hier saß das arme
Kind vor 7 Jahren allein im Auto als ein Bus hinten auffuhr!).
In Shoreham gabs am Feuer eine Mac Doof-Kaffeepause. Heute fängt die
Viel-Fahrerei an. Schließlich hatten wir die Gegend zwischen Dover und
Cornwall schon vor 7 Jahren abgefeuert und füllen nun die Lücken.
Was mir schon in Kent aufgefallen ist und hier in Sussex auch existiert ist
das englische Gardinenproblem! Wieso hängen die Engländer die Gardinen so
liederlich auf? Das sieht richtig asozial aus! In den größeren
wohlhabenderen Häusern ist es nicht ganz so schlimm. Da scheinen schlechte
Dekorateure am Werk zu sein. Kann man in England also Gesellschaftsstand und
Reichtum an den Gardinen festmachen? Egal - es sieht einfach scheiße aus!
Außerdem gehen die meisten Fenster nach außen auf. Wie soll man die gescheit
putzen? Anscheinend gar nicht, denn so sehen sie aus. Aber bei den Gardinen
würde Fenster putzen auch nichts mehr verbessern! Soviel zum häuslichen
Missstand der englischen Nation!
Über Worthing, Littlehampton, Pagham und Selsey feuerten wir uns nach
Chichester. Es war immer noch schwülwarm und im Radio berichtete man über
die ersten Unwetter. Hoffentlich bleiben wir verschont. Die letzten Feuer
des Tages schossen wir auf der Insel Hayling, die in die Chichester-Bucht
ragt. Am Brückenübergang zum Festland fanden wir ein nettes B&B. Es war
nobel eingerichtet, hatte einen separaten Eingang, TV und ein tolles Bad.
Die Besitzer hatten einen ganz tollen Garten, in dem wir unseren abendlichen
Kaffee einnahmen. Später fuhren wir nach Havant, der nächsten Stadt auf dem
Festland und aßen in einem Wetherspoon-Restaurant für 9 Pfund.
Dienstag, 21.06.05
67 Meilen, 65 Leuchtfeuer
Portsmouth bis River Hamble
Am Morgen waren wir schon um 7:30 unterwegs. Wir feuerten die Leuchtfeuer
von Portsmouth. Am Hafen-Bahnhof war Alex ewig weg wegen einer
Bombendrohung. Und ich stand auf einem unbezahlten Parkplatz, ohne Geld und
musste puschern. Die nächsten Feuer waren militärisch und nicht zu bekommen,
mit Ausnahme eines in der Nähe eines Schießplatzes. Hier haben Catherine und
ich vor 7 Jahren auch schon gewartet und befürchtet, dass Alex abgeknallt
wird. Da es in der Bucht von Portsmouth von Militär nur so wimmelt, bekamen
wir viele Feuer nicht. Hier ein Aufruf an alle, die von See aus an die Feuer
kommen! Fotografieren!!
Um 17:00 saß ich gemütlich auf einer Bank am River Hamble, sah dem wieder
einlaufendem Wasser zu wie es stetig stieg und unterhielt mich mit einer
netten Frau, die auch eine Pause auf der Bank einlegte. Es ging kein Wind
und war sehr heiß. Ich war gespannt ob wir hier an diesem Flüsschen eine
Unterkunft finden würden.
An der Hauptstraße (A27), direkt an der Bursledon-Brücke, lag ein großes Pub
mit B&B namens The Spinnaker (Bridge Road, Lower Swanwick, Southampton SO31 7EB, Tel.01489/572123). Die Zimmer lagen ebenerdig zu einem großen
Innenhof raus, der gleichzeitig der Biergarten des Pubs war. Das Pub selber
sah nicht aus wie ein typisches Pub, eher wie ein typisch englisches
Wohnzimmer, mit Stehlampen, roten Sofas, farblich abgestimmten Tapeten und
Gardinen. Nach dem Essen spielten wir eine Runde Pool-Billard. Danach
setzten wir uns in den Biergarten und gaben unsere Feuer in den PC ein.
Mittwoch, 22.06.05
115 Meilen, 52 Feuer
River Hamble bis Poole
Der Southampton-Sound teilt sich oberhalb der Stadt in 2 Flüsse auf. Den
River Itchen, der relativ leicht zu feuern war, und den größeren River Test.
Der ist quasi überhaupt nicht einsehbar. Überall sind Firmen mit Zäunen und
Toren. Auf der Landkarte ist weiße Fläche ohne Straßen. Man denkt "Och,
Marschland!" Aber weit daneben....
Überhaupt ist heute Flusstag. Erst der Hamble, dann Itchen und Test und
anschließend der Beaulieu (gesprochen Bjuli). Hier war laut Karte keine
Straße am Fluss, aber das Navi hat natürlich doch einen Weg gefunden. Am
River Beaulieu liegt Bucklerīs Hard, ein Museumsdorf. Das war die 1.
Sozialbausiedlung. Gebaut wurden die Häuser für die Arbeiter einer
Zuckerfabrik. Diese Fabrik wurde aber nie gebaut. Später errichtete man hier
eine Werft und die Arbeiter zogen in die Siedlung. Die Gegend hier gehört
zum New Forrest, einem großen alten Waldgebiet. Hier hat schon Nelson Eichen
für seine Kriegsschiffe fällen lassen.
Auf dem Weg zur Stadt Beaulieu grasten Pferde auf den Weiden links und
rechts der Straße. Manche standen auch schon auf selbiger. Im Ort, der
übrigens wunderschön ist, standen 2 Esel vor einem Geschäft. Richtig schön
ländlich der Ort, mit alter Kirche, schmalen Gassen und schönen
Herrenhäusern. Auf der Strecke nach Lymington grasten wieder Pferde ohne
Zaun am Straßenrand.
Weiter ging es zum 35 km entfernten Poole. Es war schon 18:00 und wir
suchten eine Bleibe. Wir fanden ein kleines privat geführtes Hotel (266, Wimborne Road, Poole, Dorste BH15 3EF, Tel.01202/679176). Nichts
aufregendes, klein, eng, ohne Balkon, aber mit TV. Nach dem Essen bei
Pizza-Hut konnten wir auf der kleinen Terrasse des Hotels unsere Leuchtfeuer
eingeben.
Donnerstag, 23.06.05
106 Meilen, 59 Feuer
Poole bis Portland
Nach einem opulenten englischen Frühstück starteten wir zu den industriellen
Feuern von Poole. Danach ging es auf die Halbinsel die unterhalb von Poole
liegt und Isle of Purbek heißt. Eine traumhafte Gegend mit alten Dörfern und
Burgen. Die Dächer der alten Häuser sind hier zum Teil mit Steinplatten
gedeckt. Ganz besonders hübsch ist Corfe. Hier thront eine sehr alte Burg
über dem malerischen Städtchen. Wer gerne wandert sollte Richtung St.
Albanīs Head fahren. Es gibt einen Parkplatz, von dem aus man zum Kap
wandern kann. Am Kap steht neben einem Leuchtfeuer eine schöne alte Kapelle.
Nächstes Ziel war Weymouth, ein typischer englischer Badeort. Uns machte
etwas stutzig, dass an einem Donnerstag Mittag alle B&Bs bereits voll waren
(Schilder im Fenster). Wir fuhren durch die engen Gassen von Weymouth, die
vollgestopft mit Touris waren. Also schnell weg hier. Wir fuhren auf die
andere Seite der Bucht nach Portland. Hier war bis vor ein paar Jahren das
Militär stationiert. Die sind zwar weg, aber die Security am Hafen ist
ebenso scharf wie die Soldaten. Es gab kein Reinkommen. Oberhalb des Hafens
lag eine riesige Gefängnisanlage, die zum größten Teil unterirdisch verlief.
Hier wanderte Alex über den Hügel um von oben die Hafenfeuer zu kriegen.
Nach einer Stunde Fußmarsch kam er erschöpft zurück (später am Abend fanden
wir einen Weg, den man bequem mit dem Auto nutzen konnte um die Feuer zu
sehen...)
Wir nahmen ein Zimmer im "Royal Breakwater Hotel" (Castletown, Portland). Wenn es schon eine Bleibe
gibt, die Wellenbrecher im Namen hat, dann müssen wir die auch nehmen. Alex
suchte und fand dann per Auto einen Weg, die Feuer vom Berg aus zu schießen.
Zum Essen fuhren wir nach Weymouth zurück. Wir fanden ein
Weatherspoon-Restaurant, in dem wir preiswert speisten. Später saßen wir im
hauseigenen Pub bei Bier und Laptop, als ein Gewitter aufzog. Wir fuhren
wieder auf den Berg um uns das Blitz und Donner-Spektakel anzusehen. Nach
einem Schlummertrunk im Pub fielen wir müde ins Bett.
Freitag, 24.06.05
180 Meilen, 19 Feuer
Bridport bis Salcombe
Um 6:00 kam das nächste Gewitter und donnerte uns aus den Betten. Wir
schliefen aber wieder ein und verließen erst um 9:00 das Hotel. Es regnete
noch und hatte sich merklich abgekühlt. Endlich brauchte ich mal nicht mein
Blumenkleid, dass ich jeden Abend auf der Hand ausgewaschen hatte,
anzuziehen. Wir fuhren 45 km nach Bridport und sahen schon die nächste
Gewitterfront auf uns zukommen. Alex feuerte bei Regen per Fahrrad und das
Handtuch lag schon bereit. Das nächste Feuer war in Topsham/Exeter und 65 km
entfernt. Auch hier kamen wir in Regenschauern an.
Zwischenbemerkung: Ich spinne nicht wenn ich Meilen und Kilometer angebe.
Der Autotacho zählt in Meilen, daher die gefahrene Tagesstrecke in Meilen
und das Navi zeigt Entfernungen in Kilometern an.
Auf der Strecke von 50 km nach Brixham kam die Sonne wieder raus und es
wurde direkt wieder schwülwarm. Die nächsten Feuer waren an der
Dart-Mündung. Die Gegend hier in Devon ist traumhaft. Überhaupt wird es
immer schöner, je weiter man nach Westen kommt. Die kleinen Orte wie Brixham
und Kingswear sind sehr hübsch, allerdings auch sehr eng. Um 15:00, wir
hatten erst 13 Feuer, waren wir die schwüle Luft leid. Wir zogen uns auf dem
Parkplatz des National Trust wieder Kleid und kurze Hose an. Alex versuchte
per Rad ohne Eintritt zu zahlen durch den Park ans Flussfeuer zu kommen, was
er natürlich auch schaffte.
Zum nächsten Flussfeuer fuhren wir durch Felder und Wälder auf Straßen, die
immer schmaler wurden. Natürlich kamen uns laufend Autos entgegen. Ziel war
Stoke Gabriel, ein empfehlenswertes Örtchen. Ein gestauerter kleiner Fluss
mündet hier in den Dart. Bei Ebbe bietet die Gegend ein spektakuläres Bild.
Es gibt auch ein Cafe an diesem Aussichtspunkt. Achtung: die Parkplätze
kosten Gebühr.
Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass es auch noch breitere Straßen nach
Stoke Gabriel gibt. Das Navi hat wieder mal den direktesten Weg genommen.
Nun ging es auf die andere Seite der Bucht von Salcombe. Über
Landwirtschaftwege quälten wir uns auf einen Hügel. Es war schon nach 17:00.
Das gesuchte Oberfeuer war natürlich hinter diesem Hügel. Also musste Alex
wandern gehen. Er war aber erstaunlich schnell zurück und die Zimmersuche
konnte gestartet werden. Ein Bauernhof vermietete Zimmer, aber das lehnten
wir ab. Kein TV! Wir waren doch im englischen Big-Brother-Fieber und
mussten gucken wer rausfliegt ;-))
Wir fuhren über Land Richtung Plymouth. In Modbury fanden wir das Exeter
Inn (Church Street), ein Gasthaus aus dem 14. Jahrhundert. Das Zimmer war nett eingerichtet
und herrlich schief. Nach unserem obligatorischem Kaffee gingen wir zum
Essen zu einem Inder an der Ecke. Anschließend reparierte Alex sein Rad auf
dem Hof unseres Gasthauses. Die Feuer gaben wir im Schankraum ein. Die
Balken an der Decke waren so niedrig, dass ich mir sogar den Kopf gestoßen
habe. Die deutsche Bauaufsicht würde hier zuviel kriegen. Dafür habt die
englische Bauaufsicht ein anderes Steckenpferd: Der Feuerfluchtweg! Wenn
nicht mindestens 12 Aufkleber, 7 Feuerlöscher und 4 Brandschutztüren in
einem kleinen Haus sind, sind die nicht zufrieden. Wen stört es da, dass
sich alle Gäste über 175 cm die Köpfe einrammen!
Wir befürchteten, nicht schlafen zu können, weil wir über dem Pub das Zimmer
hatten und die Türen immer so laut knallten, aber nach "Last order" war
Grabesruhe im Haus.
Samstag, 25.06.05
111 Meilen, 30 Feuer
Plymouth bis Fowey
Das Frühstück im Exeter Inn war toll, Es gab beim Ham & Eggs keinen
gebratenen Schinken, sondern gekochten frischen Metzgerschinken. Total
lecker und empfehlenswert. So gestärkt fuhren wir nach Plymouth. Es gab
heute typisches Englandwetter. Der Himmel war grau und verhangen bei 18°.
Aber es regnete nicht. Zum Glück brauchte ich nicht wieder mein
Blümchen-Kleid anziehen.
Die Gegend wird immer schöner. Sanfte Hügel, Felder, die durch Hecken
getrennt sind. Auch an den Straßen sind wie in Irland hohe Hecken. Man weiß
nicht was dahinter ist. Kühe? Felder? Das Meer? Teilweise wachsen die Hecken
und Bäume zu einem Naturtunnel oben zusammen. Es ist dort so dunkel, dass
man Licht anmachen muss.
Wir feuerten länger als erwartet in Plymouth. Erst um 15:00 verließen wir
die Großstadt. Am letzten Feuer von Plymouth, in Edgcumbe, gibt es ein tolles
Herrenhaus und ein uraltes Gasthaus. Hier wurde eine Hochzeit gefeiert. Zum
Glück für das Brautpaar war der Himmel wieder strahlend blau.
Weiter ging es nach Looe. Hier war das einzige fehlende Feuer schnell
erledigt. Nicht so in Polperry. Der Ort ist sozusagen autofrei. Es gibt
einen riesigen gebührenpflichtigen Parkplatz am Ortseingang. Da mein Gatte
aber ein Feind von Parkgebühren ist, haben wir uns über Nebenstraßen an den
Ortsrand geschlagen. Ich wurde geparkt und Alex nahm das Rad. Auf dem Weg
haben wir noch schnell unseren abgefahrenen Auspuff repariert (Scheiß-Ford).
Alex brauchte lange in Polperry, aber er hatte die Feuer. Weiter ging es zur
östlichen Seite der Bucht von Fowey. Wir quälten uns über einspurige
Straßen mit Gegenverkehr und nach erfolgreichem Fotografieren nahmen wir die
Fähre rüber nach Fowey. Der Ort war schmal und steil, also keine
Möglichkeit ein Zimmer UND einen Parkplatz zu finden. Wir gaben das 44 km
entfernte nächste Feuer ein und wollten auf dem Weg eine Bleibe suchen aber
schon am oberen Ortseingang von Fowey wurden wir fündig. Eine sehr nette
ältere Dame vermietete uns ein Zimmer, was eigentlich für eine ganze Familie
gedacht war. Der Preis war sensationell. Sie wollte 34 Pfund, aber weil wir
so bescheiden waren und weder Frühstück, noch Saft oder Obst haben wollten,
nahm sie nur 30 Pfund. Wer hin will: Pollvillon Road 51.
Wir bekamen von der Dame den Tipp Richtung St. Austell zu fahren, ins 2
Meilen entfernte Pub "The Ship". Dort haben wir für 20 Pfund lecker in
uriger Atmosphäre gegessen.
Sonntag, 26.06.05
238 Meilen, 31 Feuer
St. Mawes bis Bideford
Nach einer herrlich ruhigen Nacht starteten wir ins 44 km entfernte St.
Mawes. Die Strecke führte cornwall-mäßig durch Hecken, damit man nichts von
der schönen Landschaft sieht. Auf der Schnellstraße vor St. Mawes gibt es
übrigens eine Kuhampel, die auf rot schaltet wenn die Viecher über die
Straße sollen.
Wir feuerten über Truro und Malpas Richtung Falmouth. Es machte Spaß, in
dieser traumhaft schönen Gegend bei gutem Wetter die Flüsse und Buchten
abzufeuern.
Nun ging es an die Spitze der Halbinsel Goonhilly Downs. Am Dean Point waren
3 Feuer, die zu einer Fabrik gehörten. Natürlich gab es dort keinen Einlass.
Aber Alex bekam sie trotzdem von oberhalb.
Nun war wieder 38 km Fahrt nach Newlyn angesagt. Dort war die Uferstraße (da
waren die Feuer) wegen eines Volksfest mit Rummelplatz gesperrt. Wir hatten
Sonntag und gutes Wetter, da brauche ich keinem sagen was da los war! Per
Fahrrad hat Alex die Feuer aber trotzdem bekommen. Newlyn war unser
westlichster Punkt der Korrektur-Feuerei. Nun ging es Richtung Norden nach
Hayle. Das liegt in der Bucht von St. Ives, eine ehemalige Künstler-Kolonie.
Hayle hat einen traumhaften Sandstrand. Hier lässt sich Urlaub machen.
Danach ging es ins 71 km entfernte Padstow. Wir nahmen die Landstraße 39,
eine empfehlenswerte Strecke, wenn die Hecken nicht wären. Weiter ging es 88
km nach Bideford. Es war 18:00 und wir machten uns während des Feuerns schon
mal auf Zimmersuche. Wir fanden ein nettes B&B an der Straße zwischen Instow
und Yelland. Da die Sonne nach am Himmel stand und die nächsten Feuer nicht
weit waren, feuerten wir weiter. Am Abend aßen wir in Bideford im Pub. Wir
ließen den Abend nett ausklinken, denn unsere Vermieter luden uns noch zu
einem Glas auf ihre Terrasse ein.
Montag, 27.06.05
169 Meilen, 29 Feuer
Bideford bis River Avon
Nach einem opulenten Frühstück feuerten wir Barnstable. Dann ging es weiter
auf der Landstraße 39 nach Lynton/Lynmouth. Lynton liegt oben auf den
Klippen und Lynmouth unten am Meer. Dazwischen verkehrt eine
wasserbetriebene Seilbahn. Wir fuhren weiter auf der 39. Hinter Countisbury
geht eine ganz schmale Straße links ab. Ohne Navi wären wir sicher daran
vorbei gefahren. Diese Straße geht vorne ans Kap. Dort steht ein Leuchtturm.
Man hat eine phantastische Aussicht. Es lohnt sich, dort hin zu fahren.
Nun hatten wir 77 km bis zum River Parrett vor uns. An diesem Fluss gehen
teilweise keine Straßen am Ufer entlang. Ein Stück konnten wir noch auf
einem Landwirtschaftsweg fahren, den Rest bewältigte Alex per Rad auf dem
Deich. Hier in Brigdewater am Parrett ist es total flach. Nichts mehr mit
sanften Hügeln.
Als nächstes waren die industriellen Feuer von Portishead dran, die
natürlich wieder schlecht zu kriegen waren. Wir feuerten uns Richtung
Bristol. Es war schon 17:45 und wir hatten erst 13 Feuer. Also weiterfeuern
und dabei ein Zimmer suchen. Die Suche gestaltete sich in einer Großstadt
wie Bristol sehr schwierig. Alle Hotels, die wir aus unserem Infomaterial
kannten waren besetzt. Das letzte was wir anfuhren war auch das Letzte!
Hotel Camden. Kein Wunder dass hier noch was frei war. Das Hotel wurde von
einem kleinen tätowierten Mann geführt, der einen solch fürchterlichen
Dialekt sprach, dass ich gar nicht merkte, dass es englisch war. Das Zimmer
war groß, hatte TV und Bad, aber es war schmuddelig. Auch heißes Wasser kam
erst nach einer Reparatur durch den Haus-Täto, derweil Alex nackt in der
Dusche stand.
Das ganze Hotel war in den Farben pink/lila gestrichen und hatte seine
besten Zeiten schon hinter sich. Aber das Beste war das Manager-Office (so
stand es an der Tür)! Diese Tür stand offen und gab den Blick auf ein
schmuddeliges, ungemachtes Bett frei. Es gab noch eine PC-Ecke und eine
durchgesessene Couch. Das Schlimmste war aber der Gestank nach saurer Milch.
Zum Essen fuhren wir in die Stadt. Für Bar-Meal war es zu spät. Außerdem
brauchten wir noch Geld aus dem Moppenspender. Wir fanden eine Pizzeria die
noch bis 22:00 auf hatte. (Deep Pan Pizza, Silver Street, Bristol)
Dienstag, 28.06.05
63 Meilen 44 Feuer
River Avon bis River Severn
Das Frühstück beim Täto war ok. Wir sind ja nicht pingelig. Das Beste am
Frühstücksraum war der freie Blick in die Küche. Dort hing ein
PC-gefertigtes Schild auf dem stand: "Hygiene! Please wash your hands".
Schön, dass der Täto alleine dort werkelte und sich selbst durch das Schild
ans Hände waschen erinnern musste.
Die ersten Feuer hatten wir mit Berufsverkehr und Stau. Alex parkte mich und
feuerte mit dem Rad. Den River Avon von Bristol nach Avonmouth zu feuern war
recht unproblematisch, aber in Avonmouth war wieder Hochsicherheitstrakt.
Keine Annäherung möglich.
Wir feuerten die östliche Seite des River Severn. Wir blickten sehnsüchtig
auf die andere Seite nach Wales. Dort machen wir im nächsten Urlaub weiter.
Unser jetziger geht leider zu Ende. Morgen ist Abflugtag.
Wir fuhren über die Autobahn zurück in den Osten. In der Nähe von Stanstead
nahmen wir uns ein Zimmer auf einem Bauernhof (Puttocks Farm, Philpot End, Gt Dunmow, Essex CM6 1jQ, Tel: 01371/872377). Zum Glück konnten wir direkt
vor der Zimmertür parken. Nun hieß es Auto entmüllen und Koffer packen. Nach
getaner Arbeit aßen wir in einem Pub zu Abend und gönnten uns ein letztes
englisches Bier (The Black Lion, 3 The Street, Dunmow). Zurück auf dem Bauernhof machten wir noch die Bekanntschaft
einer kleinen getigerten Katze. Das stimmte uns auf zu Hause ein. Dort
wartete sicher schon maulend unser "Dicker" auf uns. Zum krönenden Abschluss
unseres Urlaubs gab es noch um uns herum einige Gewitter. Wir blieben im
Trockenen und konnten die zuckenden Blitze in allen Himmelsrichtungen
bewundern.
Am nächsten Morgen war das typisch englische Wetter da. Vorbei der Spuk mit
Sonne, 30° uns lauem Wind. England war wieder im Nieselwetter eingebettet.
Wollen wir hoffen, dass und nächstes Jahr in Wales der Wettergott auch so
hold ist wie in diesem Urlaub.
Es war ein wirklich schöner Urlaub, der leider am Ende durch den tragischen
Unfalltod von Björn überschattet wurde.
Björn, das tolle Gewitter am letzten Abend hat dein Gott Thor sicherlich zu
deinem Empfang gemacht.
In Memorial.