Montag, 01.05.06
250 km, 3 Leuchtfeuer
Rom bis Pinetamare
Um 14:00 flogen wir von Köln aus gen Italien. Wir hatten mal wieder einen Billigflieger gebucht. Germanwings für 19 EUR pro Person. Dafür bekommt man einiges geboten! Freie Sitzplatzwahl (das bedeutet Gedränge auf den billigen Plätzen), 30 Minuten Verspätung (das bedeutet drängelnde sonnenbebrillte Italiener am Gate), das Warten am römischen Gate, weil kein Personal da ist, um die Fliegertür zu öffnen und die Italiener aber schon im Gang drängeln, derweil die Handys wie wild klingeln. Schön war auch das Gewuschel am Kofferband. Habe selten so eine Hektik erlebt.
Bei der Autovermietung ging es ruhiger zu. Wir bekamen einen Fiat Idea. Idea? Nie gehört! Aber der Wagen war für unsere Zwecke optimal. Kurz genug um im italienischen Straßenverkehr gut durchzukommen, viel Platz im Innenraum mit guten Ablageflächen und Kofferraumplatz für 2 hochkant stehende Koffer. Um 16:45 waren wir auf der Autostrada Richtung Napoli. Else, unser Navigationsgerät war natürlich mit an Bord. Die Fahrt war recht kurzweilig. Links von uns waren die Abruzzen unser Wegbegleiter und rechts konnte ich bei den Überholmanövern zählen wie viel Italiener nicht angeschnallt fahren, wie viele telefonieren (ohne Freisprecheinrichtung) und wer SMSt.
Um 19:15 kamen wir am ersten Feuer des Tages an. Hier in Pinetamare gab es ein Parkhotel und eine Sozialbausiedlung. Gut, dass wir hoteltechnisch schon versorgt waren. Wir haben im Internet ein Zimmer im Hotel Gauro in Pozzuoli (30, Via Campi Flegrei) bestellt, weil wir ja vorher wussten, dass wir am ersten Tag nicht weit kommen würden.
Zum Glück verfügte das Hotel über ein Faxgerät. Alex hat nämlich im Flieger bemerkt, dass er das Leuchtfeuerverzeichnis vergessen hatte!! Er, der Gott der Feuer, lässt sein LoL zu Hause liegen (mit 33 wird man wohl schon alt)! Zum Glück haben meine Schwester und mein Schwager alle Seiten kopiert und uns nach Italien gefaxt. So konnten wir doch feuern und mussten keinen Badeurlaub machen (was für Alex die schlimmste Strafe gewesen wäre).
Nach einem Tässchen Kaffee auf unserem Balkon mit Blick auf die Bucht von Napoli, gingen wir in die Pizzeria gegenüber (La Tana di Paolo, Via Campi Flegrei 11). Speisekarte gab's nicht, dafür leckere Pizza und frizzante Vino.
Dienstag, 02.05.06
126 km, 58 Feuer
Cabo Miseno bis Torre del Greco
Nach einem mageren Hotelfrühstück und Faxübernahme starteten wir um 9:30 zurück nach Baia. Es war viel Stau auf der Strecke, aber nicht, weil so viele Autos auf der Straße waren, sondern weil wieder ein Fahrer telefoniert oder geSMSt hat und dabei langsamer wurde. Die Sonne stand am strahlend blauen Himmel. Es war wieder "Schlappen und ärmelloses T-Shirt Wetter". Das erste Feuer war zwischen der Halbinsel, die den Golf von Neapel bildet und der Insel Ischia. Nun feuerten wir uns den Golf von Neapel entlang. Die Strecke zum Leuchtturm Cabo Miseno führte durch mörderisch enge Gassen, aber man wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Der Parkplatz vor dem Leuchtturm wird auch gerne von Liebespärchen besucht. Unübersehbare Spuren aus Gummi ließen darauf schließen.
Mittags waren wir wieder in unserem Übernachtungsort Pozzuoli angekommen und feuerten dort den Hafen. Weiter ging es nach Bagnoli, ein industrieller Vorort von Napoli. Die meisten Industrieanlagen waren bereits stillgelegt. Aus einem Industriepier hat man ein Promenadendeck gemacht. Alles in allem keine schöne Amüsiermeile oder Wohngegend. Aber die Bewohner lagen schon am Strand und nahmen ein Sonnenbad. Zum Schwimmen war das Wasser aber noch zu kalt. Weiter ging es, teils durch verwinkelte Gässchen, nach Napoli. Alex versuchte sein Glück verkleidet im Hafen von Napoli. Gelbe Warnweste, Firmenausweis daran (in Swissport ist ja schließlich das Wort "Port" enthalten), LoL-Käppi auf und ab aufs Rad. Ich durfte derweil am Straßenrand sonnen. Weiter ging es per Auto im Hafengebiet. Dank Navi haben wir eine falsche Spur genommen und waren prompt auf einer mautpflichtigen Autobahn. 1,40 EUR hin, 1,40 EUR zurück. Teures Feuer! Aber den Rest haben wir auch noch gekriegt. Am Flughafen von Napoli stand noch ein Luftfahrtfeuer. Der Weg dorthin ging quer durch die Stadt. Ich hatte 100 Herzinfarkte und wilde Zuckungen bei diesem Verkehr. Jeder normale Deutsche hätte auf 10 km 17 Unfälle gebaut. Alex, selbst eine neapolitanische Wildsau, kam problemlos und unbeschadet durch.
In Portici hoffte ich auf eine Unterkunft, aber der Ort entpuppte sich als düstere Industriestadt. In Torre del Greco sah es nicht besser aus, aber die hatten wenigstens einen schönen kleinen Hafen. Wir befragten um 19:00 unsere Else. Das 1. Hotel was sie empfahl wurde genommen. Eigener gesicherter Parkplatz, Zimmer mit TV aber ohne Balkon in der "Villa Santa Teresa" (Corso Vittorio Emanuele 88, 80059 Torre del Greco). 55 EUR waren OK.
Wir fanden eine Pizzeria und ich machte weiter mit meinem Pizza-Ruccola-Test. Gut gesättigt gaben wir unsere Leuchtfeuer ein und fielen ins Bett.
Mittwoch 03.05.06
175 km; 33 Feuer
Torre Annunziata bis Paestum
Ich wachte schon um 6:00 auf weil das Bett so weich war. Deshalb waren wir schon um 8:00 auf der Piste. Castellammare di Stabia liegt am südlichen Ende des Golf von Neapel. Hier wird es langsam wieder grüner und netter. In einem Supermarkt holten wir uns erst am was zum picknicken. Nun ging es auf die nördliche Seite der Halbinsel Sorrento (die Rückseite ist die Amalfiküste).Unser erster Halt dort war das nette Örtchen Marina di Equa. Man fährt von der Küstenstraße rechts ab über Serpentinen und erreicht diesen netten Ort. Noch schöner war der nächste Ort Marina di Cassano. Der Ort liegt oben auf einem 50 m hohen Plateau. Der Hafen ist unten und über eine in den Fels gehauen Serpentine zu erreichen. Mörderisch eng, in jeder Kehre muss man zurücksetzen. Gut, dass uns keiner entgegen kam. Der kleine Hafen da unten ist toll, so direkt an die Felswand geklatscht.
In Sorrento hat Alex mit Warnblinkanlage verkehrswidrig angehalten (halt italienisch) und hat sich einen Gürtel gekauft. Sorrento ist nicht so schön wie im Reiseführer beschrieben und auch das Auto fahren macht hier keinen Spaß. In Marina della Lobra hat uns Else auf dem direktesten Weg zum Hafen führen wollen. Nur- das war gar keine richtige Straße. Irgendwann endete dieser Weg in einer Sackgasse ohne Wendemöglichkeit. Da mein Gatte ja auch auf Briefmarken wenden kann, hat er es natürlich geschafft. Ich hätte die Karre stehen lassen und wäre nach Hause geflogen.
Nun mussten wir zum Kap Punta Campanella. Bis auf 1,7 km kamen wir ran. Den Rest musste Alex per Rad fahren, derweil ich auf einer Mauer hoch über dem Meer in der Sonne eine Stunde Urlaub machte. Ich hatte einen tollen Blick auf Capri.
Danach fuhren wir die Amalfiküste entlang. Herrliches Panorama, traumhafte Aussichtspunkte, und die Straße geht ca. 250 m über dem Meer entlang. Wir hatten Glück. Außer in den Orten war auf der Strecke wenig Verkehr. Aber durch die kurvenreiche Strecke kommt man nur mit 40 km/h voran. Mich wunderte, dass hier trotz der steilen Hänge so viele Oliven, Orangen und Zitronen professionell angebaut wurden. Letzter Halt an der Amalfiküste war Cetara. Ein hübscher Ort und nicht so touristisch wie Amalfi und Positano. Von hier oben konnte man schon Salerno in der Ebene liegen sehen. Salerno war schnell abgefeuert. Wir fuhren in die große Ebene zum 20 km entfernten Fluss Sele. Hier gab es ein Feuer an der Flussmündung. Wir kamen an dem Hotel D'Anzilo vorbei, fragten nach einem Zimmer und schwupp hatten wir eine Bleibe. Das Hotel lag weit außerhalb, gehörte aber schon zu Paestum, einem Ort mit großer Ausgrabungsstätte. Wir beschlossen, im Hotel zu essen (wahrscheinlich überteuert, aber egal).
Das Zimmer hatte TV, großen Balkon und nettes Bad (50 EUR). Alex reparierte erst mal die Klospülung, dann ging es in den Speisesaal. Wir waren die einzigen Gäste. Ich unterbrach meine Pizza-Ruccola-Testwoche und aß Pasta. Die Nudeln waren lecker, der Wein ebenfalls. Wir nahmen noch einen 1/2 l mit aufs Zimmer und genossen den Abend auf dem Balkon.
Donnerstag, 04.05.06
Agropoli bis Cetraro
40 Feuer, 270 km
Um 8:15 waren wir wieder auf der Piste. Wir kamen an der Ausgrabungsstätte vorbei und konnten einen Blick auf die gut erhaltenen Tempel werfen. Das ist für mich ja schon das Äußerste was ein Leuchtfeuerurlaub an Kultur bieten kann (an Delphi kam ich ja nur auf 13 km ran). Nach unserem Halt in Agropoli ging es weiter nach Castellabarte. Wir fanden einen Supermarkt und machten am Eingang zum Naturschutzgebiet vom Cabo Licosa ein Picknick. Dann musste Alex den Rest per Rad erledigen, derweil ich in der Sonne bei strahlend blauem Himmel lesen durfte.
Die Strecke nach Acciaroli geht direkt am Meer entlang. Traumhafter Panoramablick. Mittlerweile hatten wir die große Ebene verlassen und es wurde wieder hügelig und herrlich grün. In der nächsten Ebene liegt Casalvelino. Hier waren unsere nächsten Feuer. Wieso hat unsere Tochter diese Feuer eigentlich nicht geschossen als sie mit dem Landessportbund eine Ferienreise in diesen Ort gemacht hat? Aber Teenies haben ja mit 14 Jahren besseres im Urlaub zu tun ;-)
Nach dieser Ebene kamen wieder Hügel. Die Gegend hier ist nicht so stark bebaut. Es gibt hübsche Bergdörfer durch die man über die Küstenstraße kommt. Besonders hübsch ist Pisciotta. Von hier aus nahmen wir eine Serpentinenstraße zum Meer hinunter.
In Palinuro machten wir eine schöne Kaffeepause (Sapore di Mare) und fuhren danach frisch gestärkt Richtung Camerota. Wir kamen an tollen Felsformationen vorbei. Dann weiter nach Scario. Die Straße führte uns über Serpentinen in das 500 m hoch gelegene Bergdorf San Giovanni und danach wieder per Serpentinen runter. Eine wunderschöne Berglandschaft. Man ist fast alleine unterwegs. Die Häfen hier an der Küste sind auch schön, eher für die Fischerei oder für Sportboote. Keine Industrie und kein Schicki-Micki.
Ab Marathea beginnt die Region Basilikata/Kalabrien. Die Feuer liegen hier sehr weit auseinander, meist sind 20-50 km Entfernung dazwischen. Um 19:00, wir feuerten in Cetraro, beschlossen wir Feierabend zu machen und suchten eine Bleibe. Bereits nach 10 Minuten fanden wir ein B&B für 34 EUR mit Frühstück und Strandnähe (La Locanda del Gabbiano, Via Lungomare 2, 87020 Acquappesa Marina). Die Zimmer befanden sich in einer Art Bungalow, mit schöner Terrasse davor. Das Zimmer war sehr geräumig und hatte ein schönes Bad. Wir nahmen unseren Kaffee auf der Terrasse und machten uns später auf den Weg zur Pizzeria nebenan, die demselben Besitzer gehörte (Stella Marina, via C.Colombo 28, Acquappesa Marina). Der Pizza-Ruccola-Test ging weiter. Leider schmeckte diese nicht so toll, aber der Wein war lecker.
Auf dem Rückweg gingen wir an den Strand und wurden prompt von einer Welle überrascht.
Freitag, 05.05.06
Von Paola bis Saline Joniche
331 km, 44 Feuer

Trotz der nahen Eisenbahnlinie und dem bellenden Nachbarshund haben wir gut geschlafen. Zum B&B gehört ja auch Frühstück. Es bestand aus miserablem Kaffee, serviert in schwarzen, nicht ganz sauberen Tassen, einem Madlene und einem Joghurt. Besser als nix. So gestärkt machten wir uns auf den Weg zum LT Poala, der 18 km entfernt war. Es war etwas kühl mit Sonne/Wolken-Mix, aber mit guter Fernsicht. In Amanthea hatte der Wind zum Glück etwas nachgelassen. Weiter ging es zum Cabo Suverno. Wir fuhren wieder durch eine große Ebene. Mittendrin ein befeuertes Kraftwerk mit Pier. Die Ebene ist sehr fruchtbar, weil viele Flüsse hindurch fließen. Vorwiegend wird hier Gemüse angebaut. Vor Vibo Valencia waren die vertrauten Berge wieder da. Wir feuerten Tropea. Der Hafen ist unten am Meer, die Stadt oben auf dem Plateau. Die Straße nach unten ist abenteuerlich in den Felsen gehauen. Danach ging es zum Cabo Vaticano. Hier herrschte Betriebsamkeit. Reisebusse mit deutschen Touristen standen auf dem Parkplatz. Wir machten ein Picknick auf einer Mauer, redeten griechisch um nicht als Deutsche erkannt zu werden und warteten dass die Touris abfuhren. Danach hatten wir das herrliche Kap für uns alleine. Traumhafte Aussicht, herrliche Vegetation und natürlich der Leuchtturm.
Nach ein paar "bergigen Kilometern" kamen wir wieder in eine große Ebene. Hier lag die Industriestadt Gioro Tauro. Die Feuer waren schlecht zu kriegen. Erschwert wurde es noch durch einen wolkenbruchartigen Regen. Aber Richtung Bagnara Calabria stand schon wieder die Sonne am Himmel. In Favazzina hatten wir Ober- und Unterfeuer ohne Höhenangabe vor uns. Aber - natürlich gefunden ;-)
In Scilla war ein Leuchtturm auf einer Burg. Der Ort ist sehr hübsch. Dann fuhren wir nach Villa San Giovanni, das liegt gegenüber von Sizilien. Hier fahren die Fähren ab, ebenso im 10 km entfernten Reggio Calabria. Das Tief, was uns in Gioro Tauro erwischt hat, zieht immer hinter uns her. Bisher waren wir aber schneller. In Saline Joniche waren 5 Industriefeuer. Um heran zu kommen musste Alex 5 km am Strand lang wandern. Mittlerweile war es 19:00 und der Regen kam, aber - Alex hat sich das Hobby selber ausgesucht. Als er um 20:00 zurückkam hielt ich schon ein Handtuch bereit. Aber er war gar nicht nass. Bei ihm hatte es in dem verwaisten Hafen nicht geregnet. Die Hotelsuche begann. Wir fanden recht schnell etwas direkt am Strand, ohne Bahnlinie oder Hauptstraße in der Nähe (Villaggio "La Zagara" Via Lungomare dei Mille (Frazione Annà) - 89063 Melito Porto Salvo - Reggio Calabria). Dafür saß in der 2. Etage eine Siamkatze auf dem Balkon und heulte was das Zeug hielt. Der Manager, ein kleiner unrasierter Italiener meinte dass wäre "always so with the cat". Na dann.
Wir fuhren in eine kleine Pizzeria in der Nähe (Number One, Via Nazionale 38, Anna Melito P.S.). Dort gab's Bier und keinen Wein (und das in Italien!!.) War aber lecker.
Samstag, 06.05.06
Von Cabo Spartivento bis Sibari
448 km, 32 Feuer
Die Nacht war ruhig, bis auf die Katze und den Hiltibohrer, der sich um 6:50 ins Mauerwerk fraß. Aber wir wollten ja eh früh aufstehen. Um 8:10 verließen wir das Hotel und suchten erneut ein gelöschtes Feuer. Dabei kamen wir an dem verwaisten Hafen vorbei. Wandertag umsonst. Unser nächstes Feuer war der 30 km entfernte Leuchtturm Spartivento. Die "Sohle" Italiens ist kaum befeuert. Dafür gibt es lange Sandstrände ohne Badebutzen und kaum Tourismus. In Treibhäusern wird viel Obst und Gemüse angebaut. Nach 46 km kam das nächste Feuer. Die Küstenstraße ist schön leer und man kommt gut voran. Auf 80 km hatten wir 3 Feuer in 2 Stunden. Kein guter Tagesschnitt. Von Siderno aus fuhren wir zum LT Cabo Stilo. Hier tauschten wir lange Hosen gegen kurze, denn es wurde recht heiß und windstill. Ab ins Auto und die 75 km nach Castella überwinden. Die Strecke führt recht kurvenlos an der Küste entlang, immer neben der Bahnstrecke. Menschenleere Strände, ab und an ein Campingplatz oder ein kleiner Ort, mehr gibt's hier nicht.
In La Castella angekommen suchen Alex die Feuer und ich das Kastell. Wir sahen das Castell leider nicht, dafür die Feuer! Auf der Mole lag ein gelbes Bojenfeuer rum. Alex, der Profi, erkannte sofort, dass dieses Feuer eigentlich das Naturschutzgebiet auf See kennzeichnen sollte. Also wurde das Teil liegend fotografiert und konnte so zugeordnet werden.
Über Wiesen und Felder fuhren wir zum Leuchtturm Rizzuto, 10km von La Castella entfernt. Auf der Halbinsel Rizzuto befand sich auf der anderen Seite noch ein Leuchtturm. Vorgelagert im Meer waren die 4 gelben Bojen zur Markierung des Naturschutzgebietes (es waren nur 3 weil eine "schlief" ja in La Castella auf der Mole).
Direkt neben der Halbinsel mit dem Naturschutzgebiet, standen vier befeuerte Bohrinseln im Meer. Manche Kuriositäten liegen halt nah bei einander!
Es ging weiter nach Cotone um industrielle Feuer im Hafen zu schießen. Danach lag wieder eine lange Wegstrecke nach Ciro vor uns. Um Ciro herum ist ein großes berühmtes Weinanbaugebiet.
Die Wegstrecke zum Leuchtturm Alice war endlich wieder "feuchtfeuer-like"; man fuhr über Schotterpisten durch total einsame Gegend. Auf der Stecke nach Rossano entdeckten wir in Cariati einen kleinen Hafen mit drei neuen Feuern, die noch nicht im LoL verzeichnet waren. In Rossano standen zwei befeuerte Enel-Schornsteine. Es war schon 19:30 und die Zimmersuche begann. Im Ort gab es nur ein Hotel direkt an der Hauptstraße für 80 EUR. Das war nichts, also weiter. Wir fuhren weiter und merkten bei Einbruch der Dunkelheit, dass die Gegend hier verdammt einsam war. Überall nur Ackerland. Gemüse bis zum Horizont, aber kein Hotel. Wir fanden dann eins direkt in einer Schnellstraßenabfahrt, aber das war auch nichts. Wieder durch Felder, Felder, Felder weiter Richtung Lago di Sibari, das nochmals 30 km entfernt lag. Dort fanden wir um kurz vor 21:00 ein Hotel in einer Ferienanlage (Oleandro, Laghi di Sibari, 87070 Cosenza (Tel: +39/098179141)), direkt an einem der Kanäle gelegen. Es kostete nur 60 EUR, hatte eine große Terrasse, TV und einen herrlichen Ausblick. Wir hatten an der Hauptstraße eine Pizzeria gesehen und zu der ging's nun zurück zum Essen. War sehr lecker (Ciao Ciao, C. da Lattughelle 11, 87070 Sibari-Cassano). Anschließend gaben wir auf unserer Terrasse die Leuchtfeuer in den PC ein.
Sonntag, den 07.05.06
Von Sibari bis Campomarino
296 km, 65 Feuer
Nach einer himmlisch ruhigen Nacht genossen wir die Morgensonne und die Aussicht von unserem Balkon. Um 8:40 kamen wir erst los, aber schon um 8:42 waren wir am 1. Feuer des Lago di Sibari. Dann mussten wir 7 km zurück zum Hafen von Sibari, der riesengroße, menschenleere Molen hatte. Der Hafen hatte wohl seine besten Zeiten schon hinter sich.
Dann stand der TV-Mast von Spulico auf unserer Liste. Mörderisch enge Strecke durch kleine Bergdörfer. Auf dem Rückweg hörten wir nicht aufs Navi und siehe da, es gab auch noch normale Straßen da hoch. Else hat wieder den direktesten Weg genommen. Nun lag wieder lange Wegstrecke vor uns, nämlich 187 km zum ersten Feuer von Taranto. Dort gab es über 40 Feuer im Hafen. Zum Glück war Sonntag und Alex konnte mit Warnweste bekleidet kreuz und quer durch die Hafenanlagen düsen. Um 14:30 war der industrielle Hafen abgefeuert. Zu Taranto gehört auch das Mare Piccolo, ein großer See, der mit dem Meer verbunden ist. Hier gab es mengen weise Muschelzuchten und Leuchtfeuer. Die waren eigentlich unnütz, denn durch die Muschelbänke kommt eh kein größeres Schiff durch.
Taranto pennt! Um 16:00 war die Stadt wie ausgestorben. Eigentlich gut für uns, aber wir brauchen KAFFEEEEEEEE. Endlich fanden wir ein offenes Cafe und unsere Lebensgeister kamen wieder. Um 16:15 erwachte Taranto und die Straßen waren voll mit flanierenden Menschen. Wir hatten nur noch ein paar militärische Feuer vor uns, aber auch die waren gut zu bekommen. Krönender Abschluss von Taranto war der LT Vito.
Nun führen wir die Küste entlang um schon mal nach einem Hotel Ausschau zu halten. Es war ein komischer Küstenabschnitt: mehrmals trafen wir auf jahrmarktartige Zustände. In jedem Ort mit 12 Häusern waren 250 Autos und 10 Marktstände. Das Ganze blockierte natürlich die Küstenstraße. Sehen und gesehen werden war angesagt. Um 19:30 fanden wir in San Pietro ein Hotel auf halber Strecke zwischen Taranto und Gallipoli (Charlie Hotel Via Borraco 98, Litoranea Salentina, S. Piedro in Bevagna, 74024 Manduria). Das Zimmer hatte einen schmalen Balkon, aber keine Balkontür. Also wurden die Stühle durchs Fenster nach draußen gestellt und dort lecker Käffchen getrunken.
Im hoteleigenen Restaurant haben wir zu Abend gegessen. Aber das macht Alex nicht so satt.
Montag, 08.05.06
Von Porto Cesaro bis Molo di Bari
367 km, 24 Feuer
Die Nacht war zwar ruhig, aber der Morgen wurde laut. Es gab Baustellen auf unserem Hotelgelände. Um 8:45 waren wir schon wieder "on the Road". Da wir gestern so viele Feuer geschafft hatten, reduzierte sich unser Feuer-Durchschnitt auf 35 pro Tag. Erster Stopp war Porto Cesaro, der Ort mit dem saubersten Wasser im Hafenbecken. Aber auch sonst war der Ort sehr hübsch.
Heute fahren wir einmal um den Absatz des Stiefels. Nächstes Ziel war Gallipoli. Hier brauchten wir nur ein Feuer draußen auf dem Meer zu fotografieren, denn ein netter Mensch hat bereits alles für uns abgefeuert. Schade eigentlich, denn der Ort sieht sehr nett aus.
Über Flachland, durch Oliven- und Orangenhainen ging es weiter in die Nähe von Ugento. Auch hier hatten wir dank des netten "Zufeuerers" nur weit draußen was zu knipsen. Der Absatz des Stiefels ist herrlich einsam. Kein Tourismus, viel Landwirtschaft und kleine, fast verlassene Orte. An der Spitze des Absatzes steht der LT San Maria de Leuca. Direkt daneben ist eine bedeutende Kirche. Der Ort ist ein begehrtes Ziel für Ausflügler und Schulklassen. Wir tranken einen Kaffee in einem Cafe am großen Platz und erfreuten uns an heimischen Klängen. Eine Schulkasse mit griechischen Jugendlichen war unterwegs.
Über rote Erde, an Steinmauern und den witzigen Hirtensteinhütten vorbei ging es zum 68 km entfernten San Foca Melendugno. Oliven über Oliven prägten das Bild der Gegend. Nach weiteren 47 km hatten wir ein Kraftwerk vor Brindisi erreicht. Das Wetter war toll, es ging eine leichte Brise und die Sonne lachte. Brindisi selbst hatten wir um 17:00 abgefeuert. Das nächste Feuer war 80 km entfernt. Wir beschlossen, auf dem Weg schon mal nach einem Quartier Ausschau zu halten. Die Suche ging schneller als erwartet. In Molo di Bari gab's ein Hotel (Hotel Gabbiano, Via Piero Delfino Pesce 24, 70042 Mola di Bari) und das nahmen wir. Zimmer in der 3. Etage mit Blick auf einen kleinen Fischereihafen. Alex freundete sich mit der Besitzerin an und machte für sie Fotos vom Hotel. Diese wurden direkt überspielt (man ist bei der Motivwahl ja flexibel). Ausschlag für die Wahl diese Ortes war, dass wir kurz vor der Industriestadt Bari waren. Dort wollten wir ja nicht übernachten.
Wir fanden ein chinesisches Restaurant, eine willkommene Abwechslung zu Pizza und Pasta.
Dass wir heute nur so wenig Feuer hatten, lag daran, dass ein netter Mitfeuerer (Klaus Potschien) etliche Städte für uns abgefeuert hatte.
Dienstag, den 09.05.06
Von Bari bis Vieste
248 km 44 Feuer
Nach einer ruhigen Nacht waren wir um 8:45 unterwegs Richtung Bari. Der Wetterbericht sagte Gewitter an, also starteten wir in langen Hosen. Zwei harmlose Festfeuer in Torre a Mare und dann ab in die Großstadt. Dort war wegen einer Prozession alles abgesperrt. Erst um 10:30 waren wir am ersten Feuer. Zum Glück kamen wir ohne Kontrolle in den Hafen. Um 11:45 war alles abgefeuert und wir überließen Bari den Wallfahrern. Der kleine Hafen von San Spirito war ein herrlicher Kontrast zur Großstadt.
Wir feuerten uns auf den Sporn des Stiefels zu. In Giovinazzo, einem schönen alten Ort mit imposanter Stadtmauer, machten wir ein Picknick. Über Trani, ebenfalls mit alter Stadtmauer, ging es nach Barletta. Zum Glück sind die Feuer heute nur 20 km auseinander. Vor dem Sporn war die Gegend sehr flach. Nach Santa Magherita di Savoia, einem nicht so schönem Kurort, ging es 20 km durch Salinenfelder. Nächster Halt war die Industriestadt Manfredonia. Die industriellen Feuer waren recht gut zu kriegen. Nun weiter nach Mattinata. Auf dem Sporn war es hügelig. Das Gebirge heißt Gargano. Es fing ein wenig an zu regnen, aber wir mussten eh 22 km zum Leuchtturm Proposti im Auto bleiben. Es ging rauf und runter durch die Berge, entlang toller Steilküste mit kleinen Buchten und Grotten. Die Gegend ist waldig, kein Mensch auf den Straßen. Keine Haus und kein Verkehr. Herrlich! In Vieste kamen wir um 18:00 an. Das Licht war schon schlecht. Am Hafen war wieder eine Prozession, aber zum Glück war nichts abgesperrt. Zwei christliche Umzüge an einem Tag! Am Leuchtturm war ein Hotel "Il Faro", aber das hatte zu. Am Nordstrand fanden wir das Hotel Giada (Lungomare Europa 18, 71019 Vieste). Wir hatten ein Zimmer mit tollem Balkon und Blick auf alle 5 Hafenfeuer. Das Bad war super und TV gab's auch im Zimmer (46 €). Als wir uns zum Essen aufmachten, erfuhren wir, dass heute die heilige Nicola gefeiert wird. Abends sollte es noch eine Prozession am Hotel vorbei geben und ein Feuerwerk.
Am Hafen aßen wir in einem kleinen Lokal (Pizzeria del Porto, Vieste). Der Regenschauer hatte sich verzogen und ein toller Sonnenuntergang war zu sehen. Direkt vor unserem Hotel wurde das Feuerwerk gezündet. Wir fuhren in den Hafen und hatten einen tollen Blick auf den Himmel. Um vor der Prozession an unserem Hotel zu sein, fuhren wir außen um den Ort. Um das Hotel von der anderen Seite her zu erreichen. Und da sahen wir es!! Direkt neben unserem Hotel war eine riesige Kirmes mit Fahrgeschäften aufgebaut. Ein 2. Feuerwerk wurde gezündet und dann ging die Kirmes los! Adieu Nachtruhe. Um 2:30 war der Spuk vorbei.
Mittwoch, 10.05.06
Von Rodi bis Pescara
300 km, 46 Feuer

Wir pennten lange und machten uns erst um 10:00 auf den Weg nach Rodi. Auf See zog ein Gewitter vorbei. Das Spektakel mussten wir uns vom Balkon erst noch ansehen. Durch bewaldete Berge fuhren wir im Nieselregen. In Rodi holte uns das Gewitter ein, aber schon im nächsten Ort, Rodi Garganico war es wieder klar. Wir kamen auf dem Weg an dem Ort Peschici vorbei. In diesem Ort haben 99 Familien gemeinsam Lotto gespielt und 30 Millionen gewonnen. In Varano hatten wir den Sporn hinter uns. Nun kamen zwei große Lagunen. Wir verließen Apulien und kamen in die Region Abruzzen/Molise. Nach dem Abfeuern der Lagunen fuhren wir zum 40 km entfernten Termoli. Die Strecke führte uns durch eine große Ebene mit viel Ackerbau. Um 13:00 hatten wir Termoli erreicht. Hier ist der angebliche Urlaubsort von Antonio und seiner Familie aus dem Buch von Jan Weiler "Maria, ihm schmeckt's nicht". Vom Hafen aus ist der Ort ganz nett. Hat auch ein tolles Castell. Wir machten eine Kaffeepause bei strahlendem Sonnenschein.
Nun weiter zum 30 km entfernten Vasto. Der Leuchtturm Punta Penna liegt genau neben einer alten Kirche gleichen Namens. Die Gegend ist relativ flach. Hier ist viel Weideland. Der große Hafen von Vasto war wie ausgestorben. Noch ein paar Gasplattformen auf dem Meer abgefeuert und dann weiter nach Ortona. Hier in der Gegend wird viel Wein angebaut. Es war richtig heiß geworden. Unser erstes Feuer in Pescara war ein TV-Mast. Danach ging es um 17:00 in den Hafen. Um 18:20 hatte Alex alles abgefeuert. Die Zimmersuche begann. Die ganze Küste nordwärts war sehr touristisch. Doch die Saison hatte noch nicht begonnen. Die meisten Hotels hatten noch zu, oder es waren 4-Sterne-Hotels. Um 19:45 waren wir schon zwei Orte weiter und hatten immer noch nichts. Endlich fanden wir das Hotel Miramare (via Garibaldi 134, 64029 Silvi Marina). Es hatte offen, sah aber verdammt teuer aus. Doch ab und an passieren noch Wunder! Das Zimmer war mit Meerblick, schönem Bad, TV und kostete nur 55 €. Wir suchten den Haken, doch wir fanden keinen. Gut, das Meer ist laut, aber damit kann man leben ;-))
Nach einem Käffchen machten wir uns auf dem Weg zu einem Chinesen, den Else gefunden hat. War total lecker und billig (La Grande Muraglia, C. so Umberto I 444, 65016 Montesilvano). Zurück im Hotel stellten wir fest, dass wir vom Balkon aus alle Ölpattformen blinken sehen konnte. Ein Highlight für Leuchtfeuerer.
Donnerstag, den 11.05.06
Von Montepagano bis Numana
180 km, 32 Feuer
Wir trödelten uns in den Tag. Wir hatten noch 3 volle Tage und nur noch 100 Feuer. Erst um 9:30 machten wir uns über die Küstenstraße auf nach Giovanova. Hier sollte es eine malerisch vergammelte Altstadt geben. Vom Hafen aus, haben wir davon nichts gesehen. Weil wir so viel Zeit hatten bummelten wir in einem Anglergeschäft rum und kauften einen Kugelfisch für Jan. Bald verlassen wir die Region Abruzzen und kommen nach Marken (Le Marche).
An der Mündung des Tronto gibt es einen kleinen Hafen, der total versandet ist. Es wurde wieder so heiß, dass wir lange Hosen gegen kurze bzw. Rock tauschten. Wir trödelten uns die Küste hoch. Hier gab es wieder die typischen Badebutzen an den Stränden. Vor jeden Strand waren im Meer Wellenbrecher aufgeschüttet. Sonst wären die Strände wohl weg. Die Küste hier ist total zugebaut und wird immer touristischer. Ein Badeort geht in den nächsten über. In Numana fingen wir bereits um 16:00 mit der Zimmersuche an. Ancona war nah und wir wollten dort auf keinen Fall übernachten. Die Hotels in Numana waren aber sehr teuer (100€).
Wir fuhren den Berg Conero hoch und fanden den Ort Sirolo. Wir fanden recht schnell die Pension "Camere la Fonte" (Via La Fonte 15, Sirolo). Wir bekamen ein behindertengerechtes Zimmer zu ebener Erde zum Hof raus. Dort konnten wir in der Abendsonne sitzen, Käffchen schlürfen und Katzen beobachten. Um 20:00 gingen wir zu Fuß in den Ort. Wir aßen als einzige Gäste in einer Pizzeria zu Abend (Il Giardinetto, Via Giulietti 43, 60020 Sirolo) und machten anschließend einen Bummel durch die engen Altstadtgässchen. Richtig schön.
Freitag, den 12.05.06
Von Ancona bis Porto Verde
141 km, 33 Feuer

Um 9:30 umrundeten wir den Berg Conero um nach Ancona zu kommen. Der Berg ist wenig bebaut, hat viel Wald und Felder. Muss man genießen, denn je nördlicher man kommt, desto touristischer wird alles. Erster Punkt in Ancona war der Leuchtturm Capucchini. War für Alex wieder mal mit Wanderschaft verbunden. Durch die schmalen Gassen der Oberstadt runter zum Hafen. Wir kamen auf die Molen und konnten ungestört feuern. Auf einer Mole war eine Art Katzenasyl. Hier lebten mindestens 50 Tiere. Man hatte ihnen kleine Hütten aufgestellt. Anscheinend wurden die Katzen auch regelmäßig gefüttert. Am Jachthafen war leider eine Schranke. Alex musste per Rad feuern. Nach einer Kaffeepause ging es weiter nach Falconara. Alex musste, um an das Industriepier zu kommen durch einen 1,50 m hohen Tunnel unter den Schienen her. Dieser sehr lange Fußgängertunnel ist ja für die kleinen Italiener kein Problem. Für Alex auch nicht, er fuhr mit dem Rad in Schräglage dadurch.
Nach einem Picknick auf einer Bank, fuhren wir weiter Richtung Senigallia nach Fano. Hier haben wir mal wieder eine Kaffeepause eingelegt.
Vom Leuchtturm Bartolo hatten wir eine schöne Aussicht auf die Stadt Pescaro, weil der Turm 175m hoch liegt. Der Weg zum Leuchtturm führt durch einen Wald und ist sehr schön.
Um nach Vallugola zu kommen, fuhren wir kreuz und quer über die Hügel, abseits der Küstenstraße, die hier weit im Landesinneren verläuft. Eine sehr empfehlenswerte Strecke. Hier ist die Küste sehr steil und nicht so verbaut. Das änderte sich, als wir in Cattolica ankamen. Hier herrschen schon Rimini-Verhältnisse. Ein Hotel neben dem anderen. Die meisten haben aber noch nicht auf und renovieren noch. Wir fanden das 2-Sterne-Hotel D'Annunzio in einer ruhigeren Nebenstraße (Viale D'Annunzio 9, 47841 Cattolica). Das Zimmer hatte eine große Terrasse, aber die Sonne kam dort nicht hin. Es standen so viele Hotels um uns, dass die Sonne keine Chance hatte. Zum Glück waren die anderen Hotels noch zu. Hier möchte ich in der Hauptsaison nicht sein. Jeder kann jedem ins Zimmer gucken, grausam! Wir hatten ja viel Zeit und gingen zum Strand. Hier ging der Horror weiter: Jeder muss hier seine 2 qm Strandplatz kaufen. Alles ist militärisch ausgerichtet und durchnummeriert. Furchtbar! Wir hauten schnell wieder ab, denn es wehte ein kalter Wind. Wir machten uns ausgehfertig und fuhren Dank Else zu einem Chinesen nach Riccione. Anschließend fuhren wir zum Hafen von Cattolica und tranken gemütlich ein Glas Wein.
Samstag, den 13.05.06
Riccione bis Garibaldi
175 km, 32 Feuer
Nach dem besten Frühstück des Urlaubs (Brötchen, Wurst, Käse und Kuchen) fuhren wir nach Riccione. Hier ging der Touri-Horror weiter. Die Häfen hier gefallen mir nicht. Cattolica, Riccione und Riminni haben Porto Canale. Wenn ein Fluss ans Meer kommt, werden zwei lange Molen ins Meer gebaut, die an Land in einem Becken enden. Rechts und links ist Strand. Ohne diese kanalartigen Häfen, gäbe es wohl gar keine an dieser Küste. Mir gefallen diese Häfen nicht. Bellaria ist nicht so schlimm zugebaut wie die anderen Ferienorte. Es war richtig schönes Wetter und sehr heiß. Leider kam ich kaum aus dem Auto weil diese blöden Porto Canale keine befahrbaren Molen haben. Und in Touri-Orten gibt es ja immer Parkpatzmangel. In Cervia gab es wieder Ölplattformen. Um diese zu fotografieren sind wir an einen "freien" Strand gefahren. Es war Samstag und der Strand war gut besucht, auch wenn die Ölplattform in Schwimmweite war. Am Hafen von Ravenna war kein Parkplatz zu kriegen weil ja neben dem Poto Canale immer Strände sind. Wir parkten weit entfernt und Alex musste aufs Rad.
Nun fuhren wir zur letzten Station unserer Reise: Garibaldi. Es waren viele Radfahrer unterwegs. Natürlich alle mit Handy am Ohr. Man musste höllisch aufpassen. Hier begann schon die Poebene. Viele Flüsse kamen hier zusammen. Wir fuhren an dem großen Lagunensee Valli Comacchio vorbei. Eine richtig schöne Strecke.

Wir feuerten Garibaldi ab, wieder ein Porto Canale und suchten ein Zimmer. Wir fanden etwas direkt neben dem Leuchtturm (Albergo Cinzia Via Anita 19, 44029 Porto Garibaldi). Alex ergatterte ein Zimmer oben auf dem Dach mit einer ca. 100 qm großen Dachterrasse und Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Es wehte zwar ein starker Wind, aber egal, die Aussicht entschädigte. Nun begann das leidige Auto aus- und aufräumen und Koffer packen.
Nachdem das alles geschafft war, fuhren wir mit einer kleinen Fähre über den Kanal um im Lokal il Molo zu essen. Anschließend machten wir noch einen schönen Spaziergang über die Mole bis zum Leuchtfeuer. Der Mond hing blutrot über dem Meer, ähnlich einem Sonnenuntergang.
Sonntag, den 14.05.06
Abreisetag
Es hatte in der Nacht geregnet, aber macht ja nichts, wir reisen ja ab. Bei Regen fällt der Abschied auch nicht so schwer. Nach leckerem Frühstück verließen wir unser Turmzimmer und fuhren über Land nach Bologna. In Comacchio haben wir noch zweimal Halt gemacht um eine tolle Brücke zu bewundern und über den Deich zu schauen. Hier fließt ein Fluss parallel zum See. Hier ist schon die Region Emila Romana. Wir durchquerten einen Teil der Poebene. Ewig weites flaches Land mit viel Landwirtschaft.
Wir flogen mittags von Bologna zurück nach Köln und ein schöner Urlaub ging leider vorbei. 3450 km hatten wir verfahren, also im Schnitt 243 km täglich. Dafür hatten wir 204 l Sprit gebraucht (5,9 l auf 100 km). Die Unterkünfte haben im Schnitt 51,00 € gekostet und das Abendessen 21,00 € Die vielen Kaffees und McDoof-Besuche zähle ich besser nicht ;-))